E-Commerce im Buchhandel
Mit einem Internetauftritt können auch kleinere Buchhandlungen etwas für die Kundenbindung tun. Eine relativ einfache und preisgünstige Beteiligung wird den Buchhandlungen durch das neutrale Branchenmodell in Form der Website Buchhandel.de des Marketing- und Verlagsservices des Buchhandels (MVB) als Ausgangspunkt des Handelns ermöglicht. Das Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels reagierte damit auf die Ideen des Buchhandels und will durch die Kombination der Vorzüge des World Wide Web mit der Fachkompetenz des klassischen Sortiments, beispielsweise durch den Zugriff auf das Verzeichnis lieferbarer Bücher, auf dem Internetbuchhandelsegment bestehen. Im nun Folgenden soll neben einer genaueren Betrachtung der einzelnen Faktoren, die das neutrale Branchenmodell ausmachen, auch ein Blick über die Grenzen Deutschlands gewagt werden, um vergleichbare Auslandsmodelle darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitende Worte
I. 1 Vorgehensweise und Quellenlage
II Hauptteil
II.1 Neutrales Branchenmodell – eine begriffliche Einordnung
II. 1. 1 Branchenmodell
II. 1. 2 Neutrales Branchenmodell
II. 2 Das Beispiel Buchhandel.de
II. 2. 1 Fakten zu Buchhandel.de
II. 2. 2 Geschäftsmodelle von Buchhandel.de
II. 3 Blick ins Ausland
II. 3. 1 Österreich
II. 3. 2 USA
III Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des neutralen Branchenmodells im E-Commerce am Beispiel der Plattform Buchhandel.de. Ziel ist es, die Funktionsweise dieses Modells zu analysieren, seine Bedeutung für den stationären Buchhandel zu beleuchten und durch den Vergleich mit internationalen Ansätzen wie IndieBound (USA) Perspektiven für die digitale Zukunftsfähigkeit unabhängiger Buchhandlungen aufzuzeigen.
- Definition und theoretische Einordnung des neutralen Branchenmodells
- Analyse der Plattform Buchhandel.de sowie deren Geschäftsmodelle
- Untersuchung der Nutzungskennzahlen und E-Commerce-Performance
- Internationaler Vergleich mit Modellen in Österreich und den USA
Auszug aus dem Buch
II. 1. 2 Neutrales Branchenmodell
Der zweite wesentliche Begriff, der das neutrale Branchenmodell ausmacht, ist die Neutralität. Das neutrale Branchenmodell dient zur Vermittlung von Geschäftstransaktionen. Es kann zum Beispiel eine Bündelung von Bestellungen, wie es bei Buchhandel.de der Fall ist, vornehmen und somit ökonomische Vorteile erzielen. Man kann das neutrale Branchenmodell als eine „Unternehmenskooperation“ sehen, bei der alle Unternehmen teilnehmen können, die sich mit dem Geschäftsmodell identifizieren können.
Neutral heißt, dass das übergeordnete Organ, das die Unternehmen bzw. die Branche leitet, nicht an den Geschäftstransaktionen der einzelnen teilnehmenden Unternehmen verdient, sondern sich beispielsweise durch Werbeeinnahmen oder durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Es stellt einen „Dienst oder eine Vermarktungsform [dar], die von der ganzen Branche und ihrem Verband bzw. dem Verband zugehörigen Dienstleister im Konsens angeboten wird und keinen Branchenteilnehmer diskriminiert durch beispielsweise besondere Zugangshürden [...].“
Zudem kann man, um eine weitere Differenzierung hinsichtlich der zu behandelnden Bezeichnung zu erreichen, eine Unterscheidung zwischen Betriebsverband und Verbundbetrieb nach Ökonom Erwin Grochla vornehmen. Beide Formen stellen eine Art Unternehmenszusammenschluss dar und behandeln alle teilnehmenden Firmen im gleichen Maße, folglich wird eine neutrale Position gewahrt.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitende Worte: Einführung in die Thematik der Kundenbindung für kleinere Buchhandlungen durch Internetauftritte und Vorstellung des Ziels der Arbeit.
I. 1 Vorgehensweise und Quellenlage: Erläuterung der verwendeten Literatur, Internetrecherche, Expertenkontakte und Begründung des Verzichts auf eine Fragebogenbefragung.
II Hauptteil: Analyse verschiedener Ausprägungen des Onlinebuchhandels und detaillierte Untersuchung des neutralen Branchenmodells.
II.1 Neutrales Branchenmodell – eine begriffliche Einordnung: Theoretische Definition der Begriffe Branchenmodell und Neutralität im wirtschaftlichen Kontext.
II. 1. 1 Branchenmodell: Analyse der Komponenten des Begriffs Branchenmodell und Darstellung des kollektiven Charakters von Synergieeffekten.
II. 1. 2 Neutrales Branchenmodell: Vertiefende Erläuterung der Neutralität und Abgrenzung zwischen Betriebs- und Verbundbetrieb.
II. 2 Das Beispiel Buchhandel.de: Präsentation der Plattform Buchhandel.de als praktisches Beispiel, inklusive Marketingstrategien und historischer Entwicklung.
II. 2. 1 Fakten zu Buchhandel.de: Überblick über die Entstehung, Betreiberschaft und die wesentlichen Funktionen der Plattform.
II. 2. 2 Geschäftsmodelle von Buchhandel.de: Detaillierte Darstellung der zwei angebotenen Geschäftsmodelle für Partnerbuchhandlungen und deren Kostenstrukturen.
II. 3 Blick ins Ausland: Untersuchung der Marktsituation im Ausland hinsichtlich vergleichbarer neutraler Plattformlösungen.
II. 3. 1 Österreich: Vorstellung der österreichischen Plattform als Pendant zum deutschen Buchhandel.de.
II. 3. 2 USA: Analyse der Initiative IndieBound als gemeinschaftsorientiertes Marketinginstrument für US-Buchhändler.
III Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Notwendigkeit für stationäre Buchhändler, online präsent zu sein, und Fazit zur Rolle von Buchhandel.de.
Schlüsselwörter
E-Commerce, Buchhandel, Branchenmodell, Buchhandel.de, Neutralität, Kundenbindung, Online-Plattform, MVB, Börsenverein, Internetbuchhandel, IndieBound, Digitalisierung, Geschäftsmodell, Verzeichnis lieferbarer Bücher, Warenwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von neutralen Branchenmodellen im Online-Buchhandel und untersucht, wie diese Modelle Buchhändlern bei der Digitalisierung unterstützen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Branchenmodellen, die praktische Umsetzung am Beispiel der Plattform Buchhandel.de sowie ein internationaler Vergleich mit ähnlichen Initiativen in Österreich und den USA.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Funktionsweise des neutralen Branchenmodells zu analysieren und aufzuzeigen, wie unabhängige Buchhandlungen durch Kooperationslösungen ihre Kundenbindung im Internet stärken können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Die Autorin stützte sich auf eine Literaturanalyse, Internetrecherche, die Auswertung von Nutzungsdaten der IVW sowie den E-Mail- und Telefonkontakt zu Experten aus der Branche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsklärung, die Vorstellung der Plattform Buchhandel.de mit ihren Geschäftsmodellen sowie einen Blick über die deutschen Grenzen hinaus auf internationale Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind unter anderem E-Commerce, Buchhandel, neutrales Branchenmodell, Kundenbindung, Online-Plattform und Digitalisierung.
Wie unterscheidet sich die US-Initiative IndieBound von Buchhandel.de?
Der Hauptunterschied liegt darin, dass IndieBound stärker als gemeinschaftsorientierte Bewegung mit Fokus auf den "Community-Charakter" agiert, während Buchhandel.de primär als direkte E-Commerce-Plattform für Bestellabwicklungen konzipiert ist.
Warum spielt die IVW in dieser Arbeit eine wichtige Rolle?
Die Daten der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) werden genutzt, um die tatsächliche Nutzung und Reichweite der Plattform Buchhandel.de objektiv messbar zu machen.
- Arbeit zitieren
- Karina Fuchs (Autor:in), 2009, Das neutrale Branchenmodell am Beispiel Buchhandel.de, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172481