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Dürfen Wissenschaftler Werturteile abgeben?

Max Webers Verständnis von Objektivität und Wertfreiheit in den Sozialwissenschaften

Title: Dürfen Wissenschaftler Werturteile abgeben?

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Matthias Balzer (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

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Summary Excerpt Details

Über Zweck und Aufgabe von Wissenschaft, insbesondere der Kultur- und Sozialwissenschaften wird seit geraumer Zeit gestritten. Bereits zu Beginn des 20.Jhdt. wurde im sogenannten Werturteilsstreit darüber diskutiert, ob es Aufgabe der Wissenschaft ist praktische Werturteile abzugeben oder nicht. Während den 1960er Jahren wurde diese Frage erneut im sogenannten Positivismusstreit aufgegriffen, bei dem sich unter anderem Popper und Adorno gegenüberstanden. Doch auch in der Gegenwart ist die Frage nach den Werten in der Wissenschaft nicht vollständig geklärt. Immer wieder wird von der Wissenschaft gefordert Antworten auf konkrete Probleme der Politik, der Wirtschaft oder der Gesellschaft zu geben. So wird auch in aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen (z.B. Mindestlöhne, Sterbehilfe oder Armutsbekämpfung) von der Wissenschaft erwartet, „(…) dass sie praktische Empfehlungen und Reformen für Politik und Gesellschaft unterbreiten müsste“ (vgl. Müller 2007: 189). Max Weber war einer der ersten Intellektuellen, der die Vermengung von Fakten und Wertungen in wissenschaftlichen Aussagen ablehnte. Sein Postulat der Werturteilsfreiheit ist Gegenstand dieser Arbeit.

Im ersten Teil der Arbeit soll auf den historischen Kontext von Max Webers Werken eingegangen werden. Zum einen soll auf seine Stellung im „Verein für Sozialpolitik“, in dem der Werturteilsstreit ausgetragen wurde, eingegangen werden. Zum anderen soll das an Universitäten übliche Phänomen der „Professoren-Prophetie“ erläutert werden. Im zweiten Teil soll Max Webers Verständnis von Wissenschaft anhand zweier Aufsätze und eines Vortrags („Wissenschaft als Beruf“) herausgearbeitet werden. Hierbei geht es um das Verhältnis von Fakten und Werturteilen, Prognosen und Gesetzmäßigkeiten in den Sozialwissenschaften und den Sinn der Wertfreiheit. Im letzten Teil soll die Kritik an Max Weber und der Fortgang der Werturteilsdiskussion im Positivismusstreit dargestellt werden, sowie ein Bezug zur Gegenwart hergestellt werden. Damit soll gezeigt werden, dass Max Webers Verständnis von Wertfreiheit in der Wissenschaft auch heute noch Gültigkeit besitzt und in der Lage ist die Fragestellung dieser Arbeit zu beantworten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Der historische Kontext

2.1 Professoren-Prophetie und das universitäre Umfeld

2.2 Methoden- und Werturteilsstreit

3. Max Webers Wissenschaftslehre

3.1 Der „Objektivitätsaufsatz“ (1904)

3.2 Der „Wertfreiheitsaufsatz“ (1917)

3.3 Wissenschaft als Beruf (1919)

4. Nachwirkung und Rezeption

4.1 Kritik an Webers Prinzip der Wertfreiheit

4.2. Der Positivismusstreit

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Max Webers Postulat der Werturteilsfreiheit in den Sozialwissenschaften, um zu klären, ob Wissenschaftler in ihrer Forschung und Lehre persönliche Werturteile abgeben dürfen oder sollten. Ziel ist es, Webers Position vor dem Hintergrund seiner Zeit, seiner methodischen Schriften und der nachfolgenden wissenschaftlichen Kritik zu analysieren und deren anhaltende Gültigkeit für die heutige Wissenschaftspraxis zu bewerten.

  • Historischer Kontext von Webers Werturteilsfreiheit (Methoden- und Werturteilsstreit)
  • Analyse der zentralen Schriften: Objektivitätsaufsatz, Wertfreiheitsaufsatz und Wissenschaft als Beruf
  • Unterscheidung von Fakten und Werturteilen in der wissenschaftlichen Analyse
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Rezeptionen von Weber, einschließlich des Positivismusstreits
  • Bedeutung der Wissenschaft für die Lebensführung und Abgrenzung zu politischer Einflussnahme

Auszug aus dem Buch

3.1 Der „Objektivitätsaufsatz“ (1904)

„Die Objektivität sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis“ ist ein Aufsatz, den Weber zeitgleich mit der Übernahme der Redaktion des „Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik“ (im Folgenden „Archiv“) veröffentlichte. Zielsetzung dieser Zeitschrift, die Weber mit seinen Mitstreitern Werner Sombart und Edgar Jaffé herausgab, war es einerseits die Beurteilung praktischer Probleme zu schulen, anderseits hatte das „Archiv“ den Anspruch strenger Wissenschaftlichkeit. Diesen (scheinbaren) Widerspruch löst Weber mit seinen Ausführungen zu Werturteilen und Objektivität in seinem Objektivitätsaufsatz auf (vgl. Keuth 1989: 12f.). Im Folgenden soll dafür auf die gekürzte Fassung des Aufsatzes von Lührs (et al. 1975) zurückgegriffen werden, da diese die wesentlichen Aussagen Webers zusammenfasst.

Zur Strukturierung des Aufsatzes schlägt Keuth (1989: 13) zwei Teile vor: Im ersten Teil beschäftigt sich Weber mit der Frage von Werturteilen in der Wissenschaft und stellt seine berühmte „Werturteilsfreiheitsthese“ auf. Im zweiten Teil geht es um den eigentlichen Titel, die Objektivität in den Sozialwissenschaften. Weber beginnt zunächst mit der Kritik an der Lehrmeinung einiger Ökonomen (wie die bereits erwähnten „Kathedersozialisten“), die es zum einen als Aufgabe sehen praktische Werturteile für die Politik zu fällen und zum anderen Entwicklungstendenzen in der Ökonomie erkennen, die den Status von Gesetzmäßigkeiten besitzen (vgl. Weber 1975: 335f.). Demgegenüber stellt er seine bzw. die Ansicht des „Archivs“: „Wir sind der Meinung, daß es niemals Aufgabe einer Erfahrungswissenschaft sein kann, bindende Normen und Ideale zu ermitteln, um daraus für die Praxis Rezepte ableiten zu können“ (Weber 1975: 336). Weber macht an dieser Stelle deutlich, dass aus empirischem Wissen heraus keine Normen oder Ideale abgeleitet werden können, da solche Schlüsse nur von einer ethischen Wissenschaft gezogen werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung führt in die historische und aktuelle Debatte über die Rolle der Wissenschaft bei der Abgabe von Werturteilen ein und stellt das Postulat Max Webers als Gegenstand der Arbeit vor.

2. Der historische Kontext: Das Kapitel erläutert die universitären Rahmenbedingungen und den wissenschaftshistorischen Hintergrund (Methoden- und Werturteilsstreit), die maßgeblich zur Herausbildung von Webers Position beitrugen.

3. Max Webers Wissenschaftslehre: Hier werden Webers zentrale Schriften zur Objektivität, Wertfreiheit und dem Beruf des Wissenschaftlers chronologisch analysiert, um seine wissenschaftstheoretischen Forderungen herauszuarbeiten.

4. Nachwirkung und Rezeption: Dieser Abschnitt untersucht die Kritik an Webers Thesen, insbesondere im Kontext der politikwissenschaftlichen Diskussion und des Positivismusstreits, und deckt dabei zahlreiche Fehlinterpretationen auf.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die anhaltende Gültigkeit von Webers Postulat und betont die Notwendigkeit der Trennung von Tatsachen und Bewertungen in der modernen Wissenschaft.

Schlüsselwörter

Max Weber, Werturteilsfreiheit, Objektivität, Wertfreiheit, Sozialwissenschaften, Methodenstreit, Werturteilsstreit, Positivismusstreit, Wissenschaft als Beruf, Kathederwertung, Wertbeziehung, Wertdiskussion, Wissenschaftstheorie, Fakten, Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das von Max Weber formulierte Postulat der Werturteilsfreiheit in den Sozialwissenschaften und untersucht, wie dieses Prinzip die Trennung von wissenschaftlichen Tatsachenfeststellungen und persönlichen Werturteilen begründet.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die zentralen Felder sind die Wissenschaftstheorie Max Webers, die historische Einordnung der Werturteilsdiskussion, der Methodenstreit, das universitäre Selbstverständnis um 1900 sowie die spätere Rezeption und Kritik durch Denker wie Popper und Strauss.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Webers Postulat zu erläutern und zu zeigen, dass seine Forderung nach einer werturteilsfreien Wissenschaft auch heute noch Gültigkeit besitzt, um die Transparenz in der wissenschaftlichen Lehre und Forschung zu gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die auf der hermeneutischen Interpretation von Webers Hauptschriften sowie auf der Auswertung relevanter Forschungsliteratur zur Wissenschaftsgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Kontextualisierung, eine detaillierte Auseinandersetzung mit drei zentralen Schriften Webers sowie eine Untersuchung der wissenschaftlichen Kritik an Webers Position.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Werturteilsfreiheit, Objektivität, Wertbeziehung, Methodenstreit, Positivismusstreit und Wissenschaftsethik.

Warum lehnte Weber die sogenannte Professoren-Prophetie ab?

Weber kritisierte, dass Dozenten ihre persönliche politische Weltanschauung unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Lehre präsentierten, was die Studenten in eine Zwangslage brachte und die intellektuelle Rechtschaffenheit untergrub.

Wie reagierte Weber auf Kritiker, die eine wertfreie Wissenschaft für unmöglich hielten?

Weber argumentierte, dass zwar die Auswahl eines Forschungsthemas durch Werte bestimmt ist (Wertbeziehung), die eigentliche Analyse jedoch methodisch sauber von persönlichen Werturteilen getrennt werden muss und kann.

Was unterscheidet Webers Position im Positivismusstreit von der seiner Kontrahenten?

Weber wird oft fälschlicherweise als Vertreter einer völlig wertlosen Wissenschaft missverstanden; im Gegensatz dazu argumentieren seine Kritiker wie Adorno oder Popper oft aus einer ungenauen Interpretation heraus, obwohl sie teilweise ähnliche praktische Forderungen aufstellen.

Welchen Schluss zieht die Arbeit bezüglich der heutigen Gültigkeit?

Die Arbeit schlussfolgert, dass eine strikte Trennung von Tatsachen und Wertungen für die Glaubwürdigkeit und Transparenz der Wissenschaft essenziell bleibt, insbesondere wenn von dieser praktische gesellschaftspolitische Lösungen gefordert werden.

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Details

Title
Dürfen Wissenschaftler Werturteile abgeben?
Subtitle
Max Webers Verständnis von Objektivität und Wertfreiheit in den Sozialwissenschaften
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Denker der Politik: Max Weber und Karl Popper
Grade
1,3
Author
Matthias Balzer (Author)
Publication Year
2009
Pages
25
Catalog Number
V172459
ISBN (eBook)
9783640924097
Language
German
Tags
Max Weber Positivismusstreit Werturteilsstreit Objektivität Wissenschaftstheorie Wissenschaft als Beruf Wertfreiheit Werturteil
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Balzer (Author), 2009, Dürfen Wissenschaftler Werturteile abgeben?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172459
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