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Ist die Unaufrichtigkeit abwendbar?

Eine Untersuchung von Sartres Unaufrichtigkeit in "Das Sein und das Nichts"

Title: Ist die Unaufrichtigkeit abwendbar?

Term Paper , 2023 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Yi Ling Pan (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

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Summary Excerpt Details

Eine große Zahl von Menschen, so der Existentialphilosoph Jean-Paul Sartre, lebe in der Unaufrichtigkeit, d.h. dem Modus, „sich selbst zu belügen“. Wie im französischen Original la mauvaise foi („der schlechte Glauben“) deutlich wird, ist das Phänomen für Sartre ein moralisch verwerfliches. In seinem Werk "Das Sein und das Nichts" fragt Sartre nach den Möglichkeitsbedingungen für die Unaufrichtigkeit, die er in der Seinsstruktur der menschlichen-Realität vorfindet. Die vorliegende Hausarbeit fragt umgekehrt nach der Möglichkeit der Abwendung von Unaufrichtigkeit, die Sartre fordert.

Hierbei wird zunächst untersucht, wie das Phänomen der Unaufrichtigkeit nach Sartre zu verstehen ist. Anschließend wird das Verhältnis zwischen Unaufrichtigkeit und dem Sein des Bewusstseins beleuchtet, sowie die normative Ebene als Kriterium der Unaufrichtigkeit. Die Frage soll geklärt werden, inwiefern ihre Bestimmung in "Das Sein und das Nichts" und die postulierte Möglichkeit ihrer Abwendbarkeit miteinander kompatibel sind. Ziel der Hausarbeit ist es, die hervorgehenden Implikationen für Sartres normative Forderung der Abwendung herauszustellen und sie kritisch zu hinterfragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Das Phänomen

2.2. Verschwimmende Grenzen

2.3. Was die Unaufrichtigkeit unaufrichtig macht

2.4. Einordnung

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht kritisch die Möglichkeit der Abwendung von Unaufrichtigkeit innerhalb von Jean-Paul Sartres Werk "Das Sein und das Nichts". Dabei wird hinterfragt, inwieweit Sartres normative Forderung zur Überwindung der Unaufrichtigkeit mit seiner ontologischen Bestimmung des menschlichen Seins kompatibel ist.

  • Sartres Phänomenologie der Unaufrichtigkeit
  • Das Verhältnis von Freiheit, Faktizität und Transzendenz
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Ehrlichkeit
  • Die Rolle von sozialem Kontext und Repression
  • Die Kohärenz von Sartres Existentialismus

Auszug aus dem Buch

2.2. Verschwimmende Grenzen

Diese Frage kristallisiert sich am Beispiel des Kellners besonders deutlich heraus. Es scheint nämlich eine Art Doppelfunktion einzunehmen: als Schlüsselszene für Sartres Ontologie des menschlichen Seins, aber auch als Beispiel für Unaufrichtigkeit. Inwiefern der Anschein ihrer Unabwendbarkeit entsteht, indem beide Ebenen impliziert werden, soll an den Begriffen des Spiels und der Ehrlichkeit untersucht werden.

Die Bewegungen des Kellners beschreibt Sartre als „etwas allzu präzise, etwas allzu schnelle“, seine Mimik und Gestik wirkten übertrieben, wie ein Spiel. Er spiele, Kellner zu sein. Er folgt also einer Art Rollenbeschreibung, die etwa die „Verpflichtung“, für Kellner „typische“ Haltungen einzunehmen, „vorschreibt“. All jene seien aber nichts als „abstrakte Möglichkeiten“, und er wäre genauso frei, konträre Möglichkeiten zu realisieren, d.h. seine Pflichten zu missachten und aus seiner Rolle auszubrechen. Offensichtlich beabsichtigt Sartre sein ontologisches Grundverständnis des menschlichen Seins phänomenologisch am Kellner herauszuarbeiten: was er später als „Für-sich-sein“ bezeichnet, wird von dem „An-sich-sein“ der Gegenstände abgegrenzt. Der Kellner ist nicht Kellner, wie ein Glas ein Glas ist. Hingegen muss er sich zum „Kellner“ sein machen, indem er die Möglichkeiten, die dem Kellner-Sein zugeschrieben sind, realisiert. Dies bedeutet allerdings im Umkehrschluss nicht, dass er dieses Subjekt „Kellner“ nicht ist, wie er beispielsweise das Subjekt „Journalist“ nicht ist, das er nicht einmal spielt zu sein. In einer Sartreschen Grundformel für die Struktur des Für-sich-seins heißt das: Der Kellner ist Kellner, aber nach dem Modus, das zu sein, was er nicht ist. Anders ausgedrückt: er ist Faktizität und Transzendenz zugleich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Sartres Konzept der Unaufrichtigkeit ein und stellt die Forschungsfrage nach deren Abwendbarkeit innerhalb seines Werkes "Das Sein und das Nichts".

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die ontologischen Grundlagen der Unaufrichtigkeit, diskutiert Sartres Beispiele wie den Kellner, hinterfragt den Ehrlichkeitsbegriff und beleuchtet die normative Ebene sowie den Kontext von Repression.

2.1. Das Phänomen: Dieses Kapitel erläutert Sartres Einführung der Unaufrichtigkeit als Flucht vor der Angst und dem Sein des Bewusstseins.

2.2. Verschwimmende Grenzen: Hier wird anhand des Kellner-Beispiels und des Begriffs der Ehrlichkeit die ontologische Struktur des menschlichen Seins zwischen Faktizität und Transzendenz untersucht.

2.3. Was die Unaufrichtigkeit unaufrichtig macht: Dieses Kapitel schärft das Kriterium der Unaufrichtigkeit als "Zielsetzung" und problematisiert deren Vereinbarkeit mit einem nicht-reflexiven Seinsmodus.

2.4. Einordnung: Die Einordnung diskutiert den radikalen Gegenpol zur Unaufrichtigkeit, die Authentizität, und bewertet die Forderung nach Überwindung unter Einbeziehung sozialer Kontexte.

3. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass eine radikale Überwindung der Unaufrichtigkeit als implausibel erscheint und fordert stattdessen eine kontextabhängige, nuancierte Bewertung.

Schlüsselwörter

Jean-Paul Sartre, Das Sein und das Nichts, Unaufrichtigkeit, Existentialismus, Freiheit, Faktizität, Transzendenz, Authentizität, Phänomenologie, Kellner-Beispiel, normative Forderung, schlechter Glaube, Selbsttäuschung, Repression.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Unaufrichtigkeit in Jean-Paul Sartres Werk "Das Sein und das Nichts" und stellt die Frage, ob diese gemäß Sartres eigener Philosophie tatsächlich abwendbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die menschliche Seinsstruktur (Faktizität und Transzendenz), die Natur der Unaufrichtigkeit, die Rolle der Freiheit und die normative Forderung nach Authentizität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Implikationen für Sartres normative Forderung der Abwendung von Unaufrichtigkeit herauszustellen und kritisch zu hinterfragen, ob diese Forderung mit seiner ontologischen Analyse kompatibel ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine phänomenologische Analyse und eine kritische Interpretation von Sartres Primärtext sowie rezipierender Sekundärliteratur (u.a. Solomon, Santoni, Fanon) angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Sartres Verständnis des Phänomens, die Rolle des "Spiels" anhand von Beispielen, die problematische "Ehrlichkeit", das Kriterium der Unaufrichtigkeit sowie deren Einordnung in gesellschaftliche Kontexte erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sartres Existentialismus, Unaufrichtigkeit, Freiheit, Authentizität, Faktizität, Transzendenz und die kritische Perspektive auf Repression.

Welche Rolle spielt das Beispiel des Kellners für Sartres Argumentation?

Das Kellner-Beispiel dient als Schlüsselszene, um das ontologische Grundverständnis des menschlichen Seins ("Für-sich-sein") zu verdeutlichen, das zwischen der notwendigen Rollenerfüllung und der Freiheit, diese Rolle nicht zu sein, oszilliert.

Wie bewertet die Arbeit Sartres Konzept der "Ehrlichkeit"?

Die Arbeit zeigt auf, dass Sartres Ehrlichkeitsbegriff in sich widersprüchlich und oszillierend ist, und kritisiert, dass er letztlich ebenfalls als eine Form von Unaufrichtigkeit interpretiert werden kann.

Warum ist die Unterscheidung zwischen reflexiver und präreflexiver Unaufrichtigkeit wichtig?

Sie ist entscheidend für die Frage der moralischen Verantwortung: Wenn Unaufrichtigkeit ein rein nicht-reflexiver, spontaner Seinsmodus ist, wird Sartres normative Verurteilung und die Forderung nach ihrer bewussten Abwendung philosophisch problematisch.

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Details

Title
Ist die Unaufrichtigkeit abwendbar?
Subtitle
Eine Untersuchung von Sartres Unaufrichtigkeit in "Das Sein und das Nichts"
College
University of Leipzig  (Institut für Philosophie)
Course
Phänomenologie
Grade
1,0
Author
Yi Ling Pan (Author)
Publication Year
2023
Pages
14
Catalog Number
V1722828
ISBN (eBook)
9783389190081
ISBN (Book)
9783389190098
Language
German
Tags
Phänomenologie Sartre Unaufrichtigkeit Mauvaise foi Das Sein und das Nichts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yi Ling Pan (Author), 2023, Ist die Unaufrichtigkeit abwendbar?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1722828
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