In dieser Facharbeit schreibe ich über das Thema der Kommunikation welche sich empathisch an den Bedürfnissen von Klienten orientiert.
Bedürfnisorientierte Kommunikation in der Heilerziehungspflege führt im besten Fall dazu, dass sich Menschen in ihrer Andersartigkeit angenommen fühlen. Daher ist es ein wichtiges Thema in der Heilerziehungspflege.
In dieser Facharbeit geht es in erster Linie darum, zu erkennen, wie sich Bedürfnisse bei Menschen mit mittlerer und schwerer Intelligenzminderung herausfinden lassen. Ein verständliches Aussprechen und erkennbar machen der eigenen Bedürfnisse, bei Menschen mit kognitiven Einschränkungen, ist nicht im ausreichenden Maße möglich. Deshalb gibt es Hilfsmittel, die für eine gelingende Kommunikation in der Heilerziehungspflege zum Einsatz kommen.
Die These der Autorin lautet:
„Bedürfnisse lassen sich auch ohne verbale Kommunikation, bei Menschen mit Behinderungen, identifizieren.“
Diese These wird sich bestätigen.
Laut UN-Menschenrechtskonventionen gilt das Recht auf Erziehung und Bildung, für Menschen mit Behinderungen ebenso wie für jeden anderen Menschen. Auch dafür brauchen wir Möglichkeiten und Hilfen zur verständnisvollen Kommunikation und Fachkräfte, die sich darauf spezialisieren. Nur so kann das Bedürfnis der Kommunikation, das Bedürfnis sich verständlich auszudrücken und Gedanken sowie Gefühle zu äußern, bei Menschen mit kognitiven, sprachlichen und auch seelischen Einschränkungen oder auch Menschen die schwer-mehrfach behindert sind, erfüllt werden.
Neben der Aufschlüsselung der Bedürfnisse, geht die Autorin bewusst auf das Thema Beobachtung ein. Von den Grundlagen zu den Möglichkeiten und auch zu den Zielen einer Beobachtung wird die Rede sein ebenso wie von Beobachtungsfehlern, die passieren können.
Weil es in dieser Facharbeit um bedürfnisorientierte Kommunikation geht, wird auch der Begriff „Kommunikation“ unter die Lupe genommen, bevor es direkt zur Bedürfnisorientierten Kommunikation – dem Hauptthema geht. Danach werden Kommunikationsformen und Hilfsmittel aufgeführt – jedoch nur ein Teil dieser, um den Rahmen nicht zu sprengen.
Im Praxisteil dann werden einige Kommunikationsmöglichkeiten im Wohnheim für Menschen mit Behinderung dargestellt. [...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Bedürfnisse
1.1 Einteilung von Bedürfnissen nach Maslow
Die Bedürfnispyramide nach Maslow
2. Beobachtung
2.1. Was ist Beobachtung?
2.2. Die Form der Beobachtung
2.3 Was muss beachtet werden, um Beobachtungsfehler zu vermeiden?
3. Kommunikation
3.1. Was ist Kommunikation
3.2. Bedürfnisorientierte Kommunikation
3.3. Die Kommunikationsformen
3.4. Hilfsmittel für die Kommunikation mit Menschen mit Behinderungen
Die Basale Kommunikation (nach Winfried Mall)
Praxisteil
1. Einige Kommunikationsmöglichkeiten im Wohnheim für Menschen mit Behinderung
2. Welche Missverständnisse und Schwierigkeiten können auftreten?
3. Wie sieht bedürfnisorientierte Kommunikation im Konkreten Fall aus?
Schluss/ Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie bei Menschen mit mittlerer bis schwerer Intelligenzminderung Bedürfnisse identifiziert und durch bedürfnisorientierte Kommunikation adressiert werden können, um eine erfolgreiche Interaktion in der Heilerziehungspflege zu ermöglichen.
- Grundlagen der Bedürfnispyramide nach Maslow
- Methodik der systematischen Beobachtung zur Bedarfsanalyse
- Konzepte der bedürfnisorientierten und basalen Kommunikation
- Praktische Anwendungsbeispiele in Wohnheimen für Menschen mit Behinderung
Auszug aus dem Buch
3. Wie sieht bedürfnisorientierte Kommunikation im Konkreten Fall aus?
Es hat viel mit dem Begriff Empathie zu tun, ob wir bedürfnisorientiert Kommunizieren oder nicht. Empathie entspringt der „Einfühlung“ in die Bedürfnisse eines Gesprächspartners/-in, aus der bedingungslosen Anerkennung und Benennung der Bedürfnisse und Gefühle des anderen, also frei von den eigenen Bewertungen.
In vielen Fällen – bei Menschen mit starker Intelligenzminderung, schizoid-persönlichkeitsgestörten Menschen und Personen mit Autismus-Spektrum-Störung zum Beispiel ist kaum zu erwarten, dass sie unsere Bedürfnisse ebenfalls erkennen. Daher wird sich die Interaktion eher auf deren Bedürfnisse und Gefühle konzentrieren, damit sie sich anerkannt und verstanden fühlen. Immer dann, wenn eine Reaktion eher negativ ausfällt, ist es ratsam, dass der/die Betreuende es nicht auf ihre Person bezieht, sondern darauf, welches Bedürfnis gerade beim Gegenüber unerfüllt sein könnte, dass er/sie so reagiert. Für einen Menschen mit gesundem Selbstwertgefühl sollte das kein Problem darstellen.
Wie läuft das nun also praktisch mit der Kommunikation mit den Bewohnern? Im Raum sitzt ein junger Mann im Rollstuhl. Er ist blind und seine Körperhaltung ist durch Spastiken geprägt. Er sitzt am Tisch und wartet auf das Mittagessen. Die Mitbewohner sind noch nicht vom Ausflug zurückgekehrt. Eine Betreuerin kommt hinzu und begrüßt den jungen Mann freundlich, indem sie ihm die Hand gibt – vorsichtig um ihn nicht zu erschrecken und um keine Spastik auszulösen. Der Mann im Rollstuhl, lässt ein Seufzen vernehmen. Sie erzählt ihm, dass die anderen jeden Moment eintreffen werden und fragt ob M. hungrig ist. Darauf schüttelt dieser den Kopf und seufzt wieder. Die Heilerziehungspflegerin fragt ihn nun, ob ihm langweilig sei, worauf M nickt. Sie fragt weiter, ob sie ihm seine Lieblings-CD einschalten solle. Nun nickt M. Wiederholt und lächelt ein wenig...
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung von Kommunikation für Menschen mit Behinderung als zentrales Mittel zur Bedürfnisäußerung.
1. Bedürfnisse: Dieses Kapitel erläutert die menschlichen Grundbedürfnisse anhand der Bedürfnispyramide von Abraham Maslow.
2. Beobachtung: Es wird definiert, wie systematische Beobachtung als diagnostische Methode in der Heilerziehungspflege genutzt wird.
3. Kommunikation: Dieses Kapitel führt in theoretische Modelle der Kommunikation und unterstützende Hilfsmittel ein.
Praxisteil: Der Praxisteil illustriert konkrete Interaktionssituationen in Wohneinrichtungen und diskutiert typische Stolpersteine.
Schluss/ Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der bedürfnisorientierten Kommunikation für Lebensfreude und Inklusion zusammen.
Schlüsselwörter
Bedürfnisorientierte Kommunikation, Heilerziehungspflege, Menschen mit Behinderung, Bedürfnispyramide, Beobachtung, Basale Kommunikation, Unterstützte Kommunikation, Empathie, Interaktion, Betreuung, Intelligenzminderung, Teilhabe, Gewaltfreie Kommunikation, Pflegewissenschaft, Kommunikationsformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Kommunikation von Menschen mit mittlerer bis schwerer Intelligenzminderung und wie Betreuungskräfte deren Bedürfnisse durch gezielte Methoden besser verstehen und adressieren können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Bedürfnislehre nach Maslow, die systematische Beobachtung, verschiedene Formen der Kommunikation sowie spezifische Ansätze wie die basale und bedürfnisorientierte Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Bedürfnisse auch bei nicht-verbaler Kommunikationsfähigkeit identifiziert werden können, um eine respektvolle und bedürfnisorientierte Begleitung in der Heilerziehungspflege zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Anwendung von Beobachtungsmethoden und fachspezifischen Kommunikationsmodellen (wie z.B. der gewaltfreien Kommunikation).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Bedürfnisse, Beobachtung, Kommunikationstheorien) und einen Praxisteil, der den Alltag im Wohnheim und mögliche Missverständnisse beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind bedürfnisorientierte Kommunikation, Heilerziehungspflege, Inklusion, Beobachtungsmethodik und das Verständnis für Menschen mit komplexen Behinderungen.
Wie unterscheidet sich die "basale Kommunikation" von allgemeiner Kommunikation?
Die basale Kommunikation nach Winfried Mall konzentriert sich auf die voraussetzungslose Begegnung mit schwerstbehinderten Menschen durch körpernahes, achtsames Reagieren auf kleinste Signale.
Warum ist die eigene Haltung des Betreuers so wichtig?
Die Arbeit betont, dass eine wertfreie und empathische Haltung des Betreuers notwendig ist, um eigene Projektionsfehler zu vermeiden und die Bedürfnisse des Gegenübers authentisch wahrzunehmen.
- Quote paper
- Heike Kess (Author), 2014, Bedürfnisorientierte Kommunikation in der Heilerziehungspflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1722790