Viele Autoren kritisieren die traditionellen Konzepte und behaupten zudem, dass die neueren Konzepte nur eine Modifikation der traditionellen Konzepte darstellen. Diese Kritik ist zwar nicht unberechtigt, aber man sollte auch bedenken, dass diese Konzepte die theoretische Grundlage für die heutigen, in der Praxis eingesetzten Systeme bilden. Auch die ganz modernen PPS-Systeme basieren auf ein PPS-Konzept oder aus einer Verknüpfung mehrerer Konzepte.
Das in der Hausarbeit dargestellte Konzept der belastungsorientierten Auftragsfreigabe, welches zu den neueren Konzept gehört, hat ebenfalls viele Nachteile und ist schon fast 30 Jahre alt. Trotzdessen wird die BOA noch in manchen Unternehmen eingesetzt, vor allem in der Werkstattfertigung.
Mittlerweile ist die Produktionsplanung und -steuerung aufgrund des steigenden Wettbewerbsdruckes und der Veränderung der Märkte von großer Bedeutung. Nur die Unternehmen die innovative und auf den Kunden zugeschnittene Produkte herstellen, können sich von der Konkurrenz absetzen und am Markt bestehen.
Viele Unternehmen haben daher bereits ein EDV-unterstütztes PPS-System oder planen sich eins anzuschaffen, um auf diese Veränderungen flexibel reagieren zu können. Unternehmer erhoffen sich durch den Einsatz von PPS-Systemen ihren langfristigen Gewinn zu verbessern und die Teilziele der Durchlaufzeitenverkürzung, der Lagerbestandsreduktion, sowie der höheren Termintreue und Kapazitätsauslastung zu erreichen. Diese Ziele stellen jedoch eine gewaltige Herausforderung dar. Dabei ist es besonders schwierig die internen Einflussfaktoren (z.B. Maschinenausfälle, Krankenstand) und die externen Einflussfaktoren (z.B. Wirtschaftskrisen) vorher zu sehen und in ein PPS-System mit einzubeziehen.
Demnach kann man sagen ein allgemein richtiges PPS-System, also ein PPS-System, das für jedes Unternehmen geeignet ist, gibt es nicht. Jedes Unternehmen ist individuell und es hängt von den Anforderungen der Unternehmung ab für welches PPS-System man sich dann letztendlich entscheidet. Man sollte sich jedoch vor der Einführung eines PPS-Systems verinnerlichen, dass eine Kette nur so stark ist, wie ihr schwächstes Glied und möglichst versuchen alle Betriebsabläufe berücksichtigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen von PPS-Systemen
2.1 Definition von PPS-Systemen
2.2 Aufgaben und Ziele eines PPS-Systems
3 Konzepte der PPS-Systems
3.1 Aufgaben und Aufbau Traditioneller Konzepte
3.2 Schwachstellen traditioneller Systeme
3.3 Neuere Konzepte
3.3.1 Engpassorientierte Konzepte
3.3.2 Bestandsorientierte Konzepte
4 Die belastungsorientierte Auftragsfreigabe (BOA)
4.1 Definition BOA
4.2 Das Trichtermodell
4.3 Zielerreichungsgrad von der BOA
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht, ob die belastungsorientierte Auftragsfreigabe (BOA) als PPS-Konzept dazu beitragen kann, betriebswirtschaftliche und logistische Kernziele wie Gewinnmaximierung, Durchlaufzeitenverkürzung und Kapazitätsauslastung in Produktionsunternehmen erfolgreich umzusetzen.
- Grundlagen und Definition von PPS-Systemen
- Vergleich zwischen traditionellen und neueren PPS-Konzepten
- Detaillierte Analyse der belastungsorientierten Auftragsfreigabe (BOA)
- Einsatz des Trichtermodells zur Steuerung des Produktionsprozesses
- Bewertung der Leistungsfähigkeit und Grenzen der BOA-Methode
Auszug aus dem Buch
4.2 Das Trichtermodell
„Das Trichtermodell stellt eine vollständige, standardisierbare und wenig komplexe Beschreibung des Produktionsprozesses dar. Mit ihm lässt sich einerseits unter Berücksichtigung der Betriebsstruktur das Durchlaufverhalten der Aufträge abbilden und anderseits bestehende Zusammenhänge zwischen den Zielgrößen der Produktion beschreiben. Dadurch wird es möglich ein unternehmensneutrales Prozessmodell mit standardisierten Bausteinen aufzubauen.“
In der nachfolgenden Abbildung werden nach Kettner alle Arbeitsstationen einer Produktion als integriertes Trichtermodell dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz von PPS-Systemen im modernen Wettbewerb und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Eignung der BOA-Methode zur Zielerreichung.
2 Grundlagen von PPS-Systemen: Dieses Kapitel definiert PPS-Systeme und erörtert deren Aufgaben sowie Teilziele, wie Durchlaufzeitenverkürzung und Bestandsreduktion.
3 Konzepte der PPS-Systems: Hier werden traditionelle Planungskonzepte sowie modernere engpass- und bestandsorientierte Ansätze gegenübergestellt und deren jeweilige Schwachstellen analysiert.
4 Die belastungsorientierte Auftragsfreigabe (BOA): Der Hauptteil beschreibt das BOA-Verfahren, das Trichtermodell als Steuerungsbasis sowie die Vor- und Nachteile der Methode im operativen Einsatz.
5 Fazit: Das Fazit schließt die Arbeit mit einer kritischen Würdigung der BOA ab und unterstreicht die Notwendigkeit individueller PPS-Systemlösungen unter Berücksichtigung interner und externer Einflussfaktoren.
Schlüsselwörter
PPS-Systeme, Produktionsplanung, Produktionssteuerung, BOA, Belastungsorientierte Auftragsfreigabe, Trichtermodell, Durchlaufzeit, Fertigungssteuerung, Kapazitätsauslastung, Lagerbestand, Engpassmanagement, Termintreue, Optimierung, Werkstattfertigung, PPS-Konzepte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Eignung der belastungsorientierten Auftragsfreigabe (BOA) als PPS-Konzept zur Unterstützung betriebswirtschaftlicher und logistischer Zielsetzungen in Produktionsbetrieben.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Das Spektrum reicht von den theoretischen Grundlagen allgemeiner PPS-Systeme über traditionelle Konzepte bis hin zu modernen, bestandsorientierten Steuerungsverfahren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob durch den Einsatz der BOA-Methode die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens durch verbesserte Produktionssteuerung nachhaltig gestärkt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Vergleich etablierter Planungskonzepte und der detaillierten methodischen Herleitung der BOA mittels des Trichtermodells.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Fokus liegt auf der technischen Funktionsweise der BOA, insbesondere der Bestandsregelung durch das Trichtermodell sowie einer kritischen Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen des Verfahrens.
Welche Keywords charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Produktionsplanung und -steuerung (PPS), BOA, Trichtermodell, Durchlaufzeit, Kapazitätsplanung und Bestandsoptimierung.
Wie unterscheidet sich die BOA von traditionellen PPS-Konzepten?
Im Gegensatz zur sukzessiven, oft starr wirkenden Planung traditioneller Systeme setzt die BOA auf eine kontinuierliche Rückkopplung und die Steuerung über das Bestandsniveau der Aufträge.
Was besagt das Trichtermodell im Kontext der BOA?
Das Trichtermodell visualisiert den Produktionsprozess an einer Arbeitsstation, wobei der „Flüssigkeitstand“ den Auftragsbestand repräsentiert und durch Zu- und Abflüsse reguliert wird, um konstante Abläufe zu sichern.
Welche Limitationen weist die BOA laut Autor auf?
Das Verfahren ist primär auf Einzel- und Kleinserienfertigung nach dem Werkstattprinzip beschränkt und reagiert nur unzureichend flexibel auf unvorhergesehene Störungen wie Maschinenausfälle.
- Arbeit zitieren
- Christian Weigelt (Autor:in), 2010, Die Belastungsorientierte Auftragsfreigabe (BOA) - Ein bestandsorientiertes PPS-System, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172100