Im Zeitalter der fortschreitenden Globalisierung scheint es unabdingbar eine vermehrte und vor allem effektivere Wortschatzarbeit, die nicht nur schulintern stattfinden soll, zu betreiben.
Die Art der Vermittlung des Wortschatzes hat sich im Lauf der Zeit stets gewandelt und sich den Bedingungen der Sprachen und Kulturen angepasst.
In dieser Hausarbeit soll deshalb die Frage untersucht werden, welche Formen der Wortschatzübungen am sinnvollsten für die Vermittlung von Wortschatz bezüglich der Lernbedingungen sind. Dies geschieht zu aller erst im Hinblick auf die historische Entwicklung der Wortschatzübungen.
Auch soll die These analysiert werden, inwiefern die Wortschatzvermittlung als Stütze des interkulturellen Dialoges dienen kann. Dies hat vor allem Konsequenzen für den „Deutsch als Fremdsprache oder Deutsch als Zweitsprache – Unterricht“, deren Umsetzung immer mehr in der Ausbildung der Lehrkräfte Einzug finden. Die Lehrkräfte haben hier nicht nur die Aufgabe der Wortschatzvermittlung und das Beibringen der deutschen Sprache, sie müssen zudem zwei meist sehr unterschiedliche Kulturen auf einen Nenner bringen. Damit ist gemeint, dass sie auf die unterschiedliche Semantik von Begriffen in den verschiedenen Kulturen eingehen und diese versuchen den Schülern zu vermitteln. Hier sollen auch die didaktischen und methodischen Aspekte und Konsequenzen untersucht und ausgewertet werden.
Inhaltsverzeichnis
0) Einleitung
1) Der Begriff „Wortschatz“
1.1) Historie der Vermittlung des Wortschatzes
2.) Wortschatzübungen
2.1) Wortbedeutung und Bedeutungsvermittlung
2.2) Grenzen und Probleme der Wortschatzarbeit
3.) Konsequenzen für den DaF-Unterricht
4.) Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, welche Methoden der Wortschatzarbeit im Fremdsprachenunterricht unter Berücksichtigung verschiedener Lernbedingungen am effektivsten sind, und analysiert die Rolle der Wortschatzvermittlung als Stütze für den interkulturellen Dialog.
- Historische Entwicklung der Wortschatzvermittlung
- Methoden und Ansätze in der Wortschatzarbeit
- Bedeutungsvermittlung und interkulturelle Aspekte
- Herausforderungen und Grenzen der Vokabelarbeit
- Implikationen für den Deutsch als Fremdsprache (DaF) Unterricht
Auszug aus dem Buch
1.1) Historie der Vermittlung des Wortschatzes
Bis ins 19. Jahrhundert hinein war es üblich, fast ausschließlich die alten Sprachen wie Griechisch oder Latein und diese nur an höheren Schulen zu unterrichten. Die neusprachlichen Fächer wie Englisch und Französisch fanden erst zu dieser Zeit einen verhaltenen Einzug in den Fremdsprachenunterricht. „Als sie im 19. Jahrhundert in den Fächerkanon der Höheren Schulen aufgenommen wurden, mussten sie sich in ihrer Zielsetzung und Unterrichtspraxis an den im gymnasialen Bereich dominierenden Alten Sprachen (Latein/Griechisch) orientieren.“
Das bedeutet, dass sich die Methoden und die didaktischen Grundsätze damals auf einer falschen Grundlage fundierten. Es musste ein großer Zeitraum vergehen, bis erkannt wurde, dass die neuen Fremdsprachen eines erhöhten Praxisbezugs bedürfen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Reformmethode oder auch Direkte Methode genannt. Neuner beschreibt deren Umdenken wie folgt: „Entscheidend für die Herausbildung der neuen Methodenkonzeption ist also der Versuch, sich von der Lehrmethode der Alten Sprachen zu lösen und Unterrichtsverfahren zu entwickeln, die dem Gegenstand - der ‚lebenden’ gesprochenen Fremdsprache – angemessener sind als die der Grammatik-Übersetzungs-Methode.“
Zu betonen ist aber, dass diese Methode keine in sich abgerundete Konzeption entwickeln konnte. Ihr folgten im 20. Jahrhundert viele reformorientierte Methoden, die vor allem den Fremdsprachen- und DaZ-Unterricht, wie wir ihn heute kennen, geprägt haben. Zu diesen gehören die Audiolinguale, die Vermittelnde und die Audiovisuelle Methode. Sie alle drei haben gemeinsam, dass der Fremdsprachunterricht seinen Schwerpunkt nun auf den mündlichen Bereich legen solle.
Zusammenfassung der Kapitel
0) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Notwendigkeit effektiver Wortschatzarbeit im Kontext der Globalisierung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Sinnhaftigkeit verschiedener Übungsformen sowie zur interkulturellen Bedeutung.
1) Der Begriff „Wortschatz“: Dieses Kapitel definiert den Wortschatz als Gesamtheit der Vokabeln einer Sprache oder einer Person und unterscheidet dabei zwischen aktivem und passivem Wortschatz sowie den Herausforderungen beim Fremdsprachenlernen.
1.1) Historie der Vermittlung des Wortschatzes: Dieser Abschnitt beleuchtet die geschichtliche Entwicklung vom traditionellen, an alten Sprachen orientierten Unterricht hin zu modernen, reformorientierten Methoden, die den Fokus auf die mündliche Kommunikation legen.
2.) Wortschatzübungen: Hier wird betont, dass Wortschatzarbeit intrinsische Motivation erfordert und dass die Methodenwahl vom Alter der Lernenden sowie der Zielsprache abhängig gemacht werden muss.
2.1) Wortbedeutung und Bedeutungsvermittlung: Dieses Kapitel erläutert die denotative Wortbedeutung und diskutiert die Problematik kulturell geprägter Semantik bei der Vermittlung von Begriffen im Unterricht.
2.2) Grenzen und Probleme der Wortschatzarbeit: Der Text thematisiert hier die Schwierigkeiten, die sich aus der Uneinigkeit von Wörterbüchern und der notwendigen Begrenzung des Lernwortschatzes für den Unterricht ergeben.
3.) Konsequenzen für den DaF-Unterricht: Dieses Kapitel leitet ab, dass Lehrende individuelle Lernstände stärker berücksichtigen müssen und interkulturelle Kompetenz neben der reinen Lexikvermittlung essenziell für den Erfolg ist.
4.) Ausblick: Der abschließende Teil beschreibt Wortschatzlernen als lebenslangen Prozess und hebt die Bedeutung des Fremdsprachenerwerbs als Weg zum Verständnis fremder Kulturen und Werte hervor.
Schlüsselwörter
Wortschatzarbeit, Fremdsprachenunterricht, DaF, Didaktik, Bedeutungsvermittlung, interkultureller Dialog, Lernstrategien, Wortschatzübungen, Sprachkompetenz, interkulturelle Didaktik, Fremdsprachenerwerb, Wortbedeutung, Kommunikation, Lernwortschatz, lebenslanges Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Effektivität von Wortschatzarbeit im Fremdsprachenunterricht und untersucht, wie moderne didaktische Ansätze dazu beitragen können, Sprache effektiver zu vermitteln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Vermittlungsmethoden, der Bedeutung kultureller Unterschiede für die Wortschatzarbeit und den praktischen Anforderungen an den DaF-Unterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu erörtern, welche Formen von Wortschatzübungen für unterschiedliche Lernbedingungen am sinnvollsten sind und inwiefern diese zur Stützung des interkulturellen Dialogs beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Quellen und Fachdidaktiken, um historische Entwicklungen und methodische Ansätze theoretisch zu fundieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Begriff „Wortschatz“, die historische Entwicklung, die verschiedenen Möglichkeiten und Probleme der Wortschatzübungen sowie die Bedeutung der kulturellen Semantik analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Wortschatzarbeit, Fremdsprachenunterricht, interkulturelle Didaktik, Bedeutungsvermittlung und kommunikative Kompetenz.
Warum ist der kulturelle Aspekt für die Wortschatzarbeit so wichtig?
Da Begriffe in unterschiedlichen Kulturen eine variierende Semantik aufweisen, hilft die interkulturelle Didaktik, Fehlinterpretationen zu vermeiden und ein tieferes Verständnis für die Zielsprache zu entwickeln.
Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Auswahl des Lernwortschatzes?
Angesichts der riesigen Anzahl an Wörtern in einer Sprache müssen Lehrende eine Auswahl treffen, die für die Lernenden relevant ist, wobei „Lernwortschatzlisten“ als Orientierungshilfe dienen.
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- C. Köhne (Author), 2009, Wortschatzvermittlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172094