Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Kontext der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Angesichts globaler ökologischer Krisen und der bisherigen Unterrepräsentanz von BNE in der Sozialen Arbeit schließt diese Studie an eine qualitative Voruntersuchung aus dem Jahr 2024 an.
Ziel der Forschung ist es, die Perspektive von Erwachsenen als Bildungsakteur/innen zu beleuchten. Mittels eines quantitativen Forschungsdesigns wird der Frage nachgegangen, wie diese Zielgruppe das Nachhaltigkeitsbewusstsein Jugendlicher sowie die eigene Rolle im Vermittlungsprozess bewertet. Die Auswertung konzentriert sich auf drei ausgewählte Items der Befragung, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen für eine lebensweltorientierte BNE abzuleiten. Die Arbeit liefert damit einen Beitrag zur Schließung der Forschungslücke bezüglich der Rolle von Multiplikator/innen in der ökologischen Jugendbildung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
3. Methodik
4. Präsentation ausgewählter Forschungsergebnisse
4.1 Kenntnis relevanter Maßnahmen zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen
4.2 Persönliches Interesse Erwachsener an der Vermittlung von Nachhaltigkeitsthemen
4.3 Einschätzung der Wirksamkeit praxisorientierter Bildungsformate
5. Auswertung der Forschungsergebnisse
5.1 Diskussion der Forschungsergebnisse
5.2 Reflexion und Limitationen der Forschung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht quantitativ, wie Erwachsene, die regelmäßig mit Jugendlichen interagieren, deren Nachhaltigkeitsbewusstsein einschätzen und welche eigene Rolle sie in diesem Bildungszusammenhang wahrnehmen. Ziel ist es, auf Basis dieser Einschätzungen Empfehlungen für praxisorientierte Angebote der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) abzuleiten.
- Wahrnehmung des Nachhaltigkeitsbewusstseins Jugendlicher durch Erwachsene
- Persönliche Motivation von Erwachsenen zur Vermittlung von Nachhaltigkeitsthemen
- Notwendigkeit und Wirksamkeit von Bildungsangeboten
- Bedeutung handlungsorientierter und praxisnaher Bildungsformate
- Langfristigkeit von Bildungsmaßnahmen im institutionellen Kontext
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
In unserer heutigen, auf Konsum und wirtschaftliches Wachstum ausgerichteten Gesellschaft nehmen Themen der nachhaltigen Entwicklung einen zentralen Stellenwert ein. Der Klimawandel und Umweltkatastrophen sind nur ein Teil der Phänomene, die unsere globalisierte Welt vor Herausforderungen stellen (vgl. Schafhauser / Görtler 2020, 116). Die umweltbezogenen Herausforderungen seien nur handhabbar, wenn Menschen ihre Produktions- und Konsummuster ändern (vgl. Hoffmann / Klinger 2018, 36). Um dies zu erreichen, sei es notwendig, der „junge[n] Generation Zugang zu [...] hochwertiger, wirkungsvoller Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (ebd.) zu ermöglichen. Schafhauser und Görtler ermitteln, dass die Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kontexten der Sozialen Arbeit derzeit unterrepräsentiert ist (vgl. Schafhauser / Görtler 2020, 117). Vor diesem Hintergrund hat die Autorin dieser Arbeit im Jahr 2024 eine qualitative Studie durchgeführt, in der mithilfe eines Expert*innen-Interviews untersucht wurde, inwieweit Bildungsmaßnahmen für Nachhaltigkeit in betreuten Jugendwohneinrichtungen umgesetzt werden können. Es wurde ermittelt, dass die Sensibilisierung der in der Einrichtung lebenden Jugendlichen für umweltbezogene Fragestellungen und das Wissen darüber ambivalent sind – abhängig von Herkunftskontext, biographischer Erfahrung und sozialer Stellung – und Bildungsmaßnahmen idealerweise einen direkten Bezug zu der Lebenswelt von Jugendlichen haben sollten, um wirksam und interessant für sie zu sein (vgl. Wittig 2024, 5 f.).
Mit der vorliegenden Arbeit soll an die Ausarbeitung aus 2024 angeknüpft werden. Es werden weitere Einschätzungen und Empfehlungen von Erwachsenen, die regelmäßig mit Jugendlichen interagieren, in einem quantitativen Rahmen aufgezeigt und ausgewertet. Die eigene Rolle von Erwachsenen in der Jugendbildungsarbeit über ökologische Themen wurde in Studien bisher noch wenig beleuchtet. Daher wird der Forschungsfrage nachgegangen, wie Erwachsene das Nachhaltigkeitsbewusstsein Jugendlicher und ihre eigene Rolle im diesbezüglichen Bildungskontext bewerten und welche Empfehlungen sich daraus für die Bildung für nachhaltige Entwicklung ableiten lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Thema Nachhaltigkeit in der Gesellschaft, betont die Relevanz der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und definiert die Forschungsfrage sowie den Bezug zu einer qualitativen Vorstudie.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier wird der theoretische Rahmen abgesteckt, indem die Bedeutung der BNE unterstrichen und die Hypothese aufgestellt wird, dass Erwachsene langfristige und praxisorientierte Maßnahmen als notwendig erachten.
3. Methodik: Dieses Kapitel erläutert das quantitative Forschungsdesign, den Aufbau des Fragebogens, die Stichprobengewinnung sowie die Gütekriterien und die Vorgehensweise bei der Datenauswertung.
4. Präsentation ausgewählter Forschungsergebnisse: Hier werden die erhobenen Daten zu den drei Themenbereichen Kenntnisstand, persönliches Interesse und Einschätzung von Bildungsformaten mittels Diagrammen und Text analysiert.
5. Auswertung der Forschungsergebnisse: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse interpretiert, in Bezug zur Hypothese gesetzt und die Limitationen der Untersuchung kritisch reflektiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, bejaht die aufgestellte Hypothese und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, Jugendbildung, Erwachsenenbildung, Nachhaltigkeitsbewusstsein, quantitative Studie, praxisorientierte Bildungsformate, Handlungsorientierung, Umweltbewusstsein, Ressourcenschutz, Jugendhilfe, Forschungsmethodik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Nachhaltigkeitsbewusstsein Jugendlicher aus der Perspektive von Erwachsenen, die beruflich oder regelmäßig mit ihnen interagieren, um daraus Empfehlungen für Bildungsmaßnahmen abzuleiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Untersuchung konzentriert sich auf den Kenntnisstand der Jugendlichen zu Nachhaltigkeit, das persönliche Interesse der Erwachsenen an Bildungsarbeit und die Wirksamkeit verschiedener Bildungsformate.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu ermitteln, wie Erwachsene das Nachhaltigkeitsbewusstsein von Jugendlichen bewerten, welche Rolle sie in der Vermittlung einnehmen und wie Bildungsangebote optimiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einem quantitativen Forschungsdesign, bei dem ein eigens erstellter Fragebogen zur Datenerhebung genutzt wurde, um Meinungen und Einschätzungen systematisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst der theoretische Hintergrund und die Methodik dargelegt, gefolgt von der Präsentation und anschließenden Diskussion der quantitativen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Jugendbildung, Nachhaltigkeitsbewusstsein und handlungsorientierte Bildungsformate.
Welches Ergebnis liefern die erhobenen Daten zum Kenntnisstand Jugendlicher?
Ein Großteil der befragten Erwachsenen schätzt den Kenntnisstand der Jugendlichen hinsichtlich nachhaltiger Maßnahmen als unzureichend ein, was den Bedarf an gezielten Bildungsangeboten verdeutlicht.
Wie stehen die Befragten zu praxisorientierten Lernformen?
Es zeigt sich eine sehr deutliche Zustimmung der Befragten, dass handlungsorientierte und praxisnahe Formate am besten geeignet sind, um Jugendliche zu erreichen.
Welche Rolle sehen die Erwachsenen für sich selbst?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die befragten Erwachsenen sich selbst überwiegend in der Rolle als Multiplikatoren für die Vermittlung von Umweltschutzwissen sehen.
- Quote paper
- Nadja Wittig (Author), 2026, Nachhaltigkeitsbewusstsein bei Jugendlichen aus der Sicht von Erwachsenen. Wahrnehmungen, Eigenmotivation und Empfehlungen für Bildung für nachhaltige Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1718197