Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft

Rhetorische Aspekte in den Reden Osama Bin Ladens

Titel: Rhetorische Aspekte in den Reden Osama Bin Ladens

Magisterarbeit , 2002 , 96 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: MA Melanie Berg (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Videobotschaft Osama Bin Ladens, die am 7. Oktober 2001 erstmals über den arabischen Satellitenfernsehsender al-Dschasira (Al Jazeera) ausgestrahlt wurde, erreichte einen großen Teil der Weltöffentlichkeit. Es war das erste Mal, dass ein Mitglied einer militanten religiös-politischen Gruppierung derart ‚prominent’ wurde und sich daher einer weltweiten Fernseh-übertra¬gung sicher sein konnte. Dass dies von nicht zu unterschätzender Bedeutung zu sein scheint, zeigen die Versuche der US-amerikanischen Regierung, den Sender al-Dschasira sowie ‚westliche’ Medien davon zu überzeugen, von weiteren Über¬tragungen abzusehen. Es hieß, die Video¬botschaft könnte verschlüsselte Hinweise an so genannte „Schläfer“ enthalten. ‚Westliche’ Fernsehanstalten kooperierten einmütig und ver¬öffentlichten den Inhalt der Botschaft nur noch sinngemäß. Offensichtlich betrachteten die Vereinigten Staaten von Amerika die Video¬botschaften als ernstzu¬nehmende Gefahr. Das Argument der „verschlüsselten Hinweise“ erscheint jedoch eher fadenscheinig, konnte und kann man doch über das Internet zumindest an Aus¬schnitte des Videos gelangen; der Text wurde ohnehin in verschiedenen Tageszeitungen veröffentlicht.
Dies führt zu der Frage, ob es letztlich gar nicht um konkrete „versteckte Hinweise“, sondern um etwas völlig anderes geht. Um etwas, das möglicherweise zu banal erscheint, um es als öffentliches Argument anführen zu können. Es ist, so die Hypothese, die Macht von Rede an sich, die – verbunden mit dem einfluss¬reichen Massenmedium eines weltweit empfangbaren Senders – zu einer ernstzu¬nehmende Gefahr werden kann. Doch um diese Hypothese zu unterlegen, bedarf es einer genaueren Untersuchung der Videoan¬sprache und des Kontextes, in den sie eingebettet ist. Zum Redekontext gehören neben der Biographie Bin Ladens das Terrornetzwerk al Qaida und die Entstehung des radikalen Islamismus. Dabei werden interessante Verbindungen zu einer fast in Vergessenheit geratenen islamistischen Schrift aus dem Jahre 1981 gefunden. Es wird untersucht, welche Rhetorik der Sprecher anwendet, um seiner Intention Ausdruck zu verleihen? Was ist der tatsächliche Inhalt der Videobotschaft und mit welchen Mitteln wird er bekräftigt? Diese Frage führt uns zu dem Ziel der vorliegenden Arbeit: der Analyse der Rhetorik in den Reden Osama Bin Ladens.
Die Arbeit enthält die arabische Abschrift der Videobotschaft vom 7. Oktober 2001.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Motivation, Gegenstand und Ziel

1.2. Methode

1.3. Auswahl der Quellen und Literatur

1.4. Zitierweise arabischer Wörter und Sätze

2. Der Entstehungskontext der Videobotschaft

2.1. Vorüberlegungen

2.2. Usāma Bin Lādin – seine Prägung und sein Bild in der Öffentlichkeit

2.2.1. Der Vorzug einer vorzüglichen Herkunft – Geburt und Jugend

2.2.2. Einblick in eine militante Interpretation des Islams – der geistige Einfluss

2.2.3. Prägende Ereignisse – das Jahr 1979 und was darauf folgte

2.2.4. Bescheidenheit und Kampfeswille - wie Wirkung erzeugt werden soll

2.3. Usāma Bin Lādin und al-Qā'ida im Zentrum weltpolitischer Ereignisse

2.3.1. Der direkte politische Entstehungskontext

2.3.2. Die Reaktion von al-Qā'ida

3. Rede und Sprache

3.1. Vorüberlegungen

3.2. Arabisch – eine Weltsprache

3.3. Sprache – mehr als ein reiner Informationsträger

3.4. Interdependenz von sakraler und politischer Sprache – eine Besonderheit des Arabischen?

4. Analyse der Videobotschaft

4.1. Wortwahl, Stil und Ausdruck

4.1.1. Grundlagen der Rede und Legitimation des Redners

4.1.2. Die Begriffe umma, kufr und nifāq

4.2. Argumentation – Themen und Strukturen

4.2.1. Legitimation der Redeintention durch die Opfer-/Täterrollenrhetorik

4.2.2. ‚Gerechtigkeit‘ und ‚Ungerechtigkeit‘

4.2.3. Das Schicksal der Welt

5. Die Inszenierung der Videobotschaft

5.1. Möglichkeiten und Grenzen des Mediums Fernsehen

5.2. Die Bildersprache des Videos

6. Fazit und Ausblick

7. Abschrift der Videobotschaft

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Rhetorik in den Videobotschaften von Usāma Bin Lādin durch eine ganzheitliche Kontext- und Inhaltsanalyse zu entschlüsseln. Dabei wird untersucht, wie der Redner durch spezifische sprachliche Mittel, religiöse Referenzen und die Inszenierung seiner Person politische Botschaften legitimiert und versucht, eine globale muslimische Identität gegen eine als feindlich wahrgenommene Gegenseite zu mobilisieren.

  • Analyse des rhetorischen Kontexts und der Wirkungsbedingungen politischer Rede.
  • Untersuchung der Bedeutung der arabischen Sprache als sakraler und politischer Symbolträger.
  • Dekonstruktion zentraler Begriffe wie umma, kufr und nifāq in der Argumentationsstruktur.
  • Untersuchung der Opfer-Täter-Rhetorik und der apokalyptischen Anspielungen als Mobilisierungsstrategien.
  • Einordnung der audiovisuellen Inszenierung der Videobotschaften als Mittel zur Verstärkung des verbalen Inhalts.

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Grundlagen der Rede und Legitimation des Redners

Usāma Bin Lādin beginnt seine Ansprache mit den Worten: إن الحمد لله نحمده ونستعين به ونستغفره ونعوذ بالله من شرور أنفسنا وسيئات أعمالنا ومن يهده الله فلا مضل له، ومن يضلل فلا هادي له، وأشهد أن لا إله إلا الله وحده لا شريك له وأشهد أن محمدا عبده ورسوله.

Dabei handelt es sich um einen ḥadīṯ, der in jeweils leicht abgewandelter Form in mehreren Sammlungen verzeichnet ist. Die Worte, die Bin Lādin verwendet, sollen gemäß der Tradition aus dem Munde des Propheten Muḥammad stammen. Es handelt sich dabei um eine Art Gebet, eine Bitte um die Erfüllung eines Wunsches, eine ḫuṭbat al-ḥāǧa. Usāma Bin Lādin verwendet in seiner Rede mehrmals bestimmte liturgische Ausdrücke und Formeln oder beruft sich auf einen ḥadīṯ. Die Einbettung seiner kurzen Rede in religiöse Formeln entspricht dem Bild, das von ihm in einem großen Teil der muslimischen Öffentlichkeit existiert und sein Auftreten ist in der Regel, wie wir festgestellt haben, von Bescheidenheit geprägt. Es spricht ein weiterer Grund dafür, dass es kein Zufall ist, dass Usāma Bin Lādin seine Rede mit der ḫuṭbat al-ḥāǧa beginnt. Exakt mit den gleichen Worten beginnt das Vorwort in al-Farīḍa al-Ġā’iba von Farāǧ.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Motivation, den Gegenstand und das Ziel der Analyse sowie die methodische Herangehensweise und die Auswahl der untersuchten Quellen.

2. Der Entstehungskontext der Videobotschaft: Hier werden die biografische Prägung von Usāma Bin Lādin, sein Bild in der Öffentlichkeit sowie die politisch-historischen Ereignisse seit 1979 als notwendiger Hintergrund für die Botschaften analysiert.

3. Rede und Sprache: Dieses Kapitel untersucht die arabische Sprache nicht nur als Informationsträger, sondern als Medium mit spezifischer Symbolkraft und beleuchtet die Interdependenz zwischen sakralen und politischen Sprachelementen.

4. Analyse der Videobotschaft: Der Hauptteil analysiert die Wortwahl, den Stil und die Argumentationsstrukturen Bin Lādins, insbesondere die Verwendung von Begriffen wie umma, kufr und nifāq sowie die rhetorische Konstruktion von Feindbildern.

5. Die Inszenierung der Videobotschaft: Hier wird die Rolle des Mediums Fernsehen und die gezielte Bildersprache des Videos untersucht, um zu zeigen, wie visuelle Elemente die verbale Rhetorik unterstützen.

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert die Wirkungsabsicht der untersuchten Reden.

Schlüsselwörter

Usāma Bin Lādin, Videobotschaft, Rhetorik, Islam, al-Qā'ida, umma, kufr, ǧihād, politische Sprache, Inszenierung, Argumentationsanalyse, Opferrollenrhetorik, Symbolik, Medien, Kontextanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit untersucht die rhetorischen Aspekte und die Argumentationsstrategien in den Videobotschaften von Usāma Bin Lādin, die nach dem 11. September 2001 ausgestrahlt wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Inszenierung des Redners als bescheidener, aber entschlossener Führer, die ideologische Fundierung durch das ǧihād-Konzept sowie die gezielte Verwendung von Begriffen wie umma (Gemeinschaft) und kufr (Unglaube), um Konflikte zu legitimieren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die rhetorischen Mittel und den Kontext zu entschlüsseln, mit denen Bin Lādin versucht, sein Publikum zu beeinflussen und seine politischen Forderungen moralisch und religiös zu rechtfertigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine ganzheitliche Rhetorikanalyse an, die Kontext-, Inhalts- und Argumentationsanalysen kombiniert, unter Einbeziehung sprachtheoretischer Ansätze (u.a. von Kenneth Burke).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Wortwahl, die spezifische Opfer-Täter-Rhetorik, die apokalyptischen Anspielungen in Bin Lādins Reden sowie die visuelle Inszenierung seiner Botschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rhetorik, umma, kufr, ǧihād, politische Inszenierung, al-Qā'ida und Kontextanalyse.

Wie wichtig ist der Begriff "umma" für die Argumentation von Bin Lādin?

Der Begriff ist zentral, da Bin Lādin damit eine globale muslimische Gemeinschaft konstruiert, die er als leidendes "Opfer" definiert, um darauf aufbauend die Notwendigkeit eines bewaffneten Kampfes zu fordern.

Warum spielt die Bildersprache eine so wichtige Rolle in der Analyse?

Die Bildersprache unterstützt die verbale Rhetorik, indem sie durch visuelle Bezüge zur frühislamischen Geschichte und die Inszenierung in einer Höhle die Legitimität und spirituelle Tiefe des Redners visuell unterstreicht.

Ende der Leseprobe aus 96 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rhetorische Aspekte in den Reden Osama Bin Ladens
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Orientalisches Seminar)
Note
2,0
Autor
MA Melanie Berg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
96
Katalognummer
V171567
ISBN (Buch)
9783640909742
ISBN (eBook)
9783640911332
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rhetorische aspekte reden islamismus islamischer fundamentalismus usama bin laden osama bin laden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
MA Melanie Berg (Autor:in), 2002, Rhetorische Aspekte in den Reden Osama Bin Ladens, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171567
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  96  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum