Der Handel ist eine sehr personalintensive Branche. Zur Kostensenkung und Umsatzsteigerung bietet der effiziente Personaleinsatz sehr viele ungenutzte Hebel. In diesem Zusammenhang kommt dem strategischen Workforce Management eine zentrale Rolle zu. Denn bisher wurde die Personalstruktur meist nur mit Tabellenkalkulationen geplant. In dieser Arbeit werden konkrete Personaleinsatzpläne für ein komplettes Kalenderjahr erstellt, aus denen die Auswirkungen einer geänderten Personalstruktur sichtbar werden. Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen werden Szenarien simuliert, woraus sich Empfehlungen für die optimale Personalstruktur ableiten lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Strategisches Workforce Management
3. Automatische Arbeitszeitmodellerstellung
4. Problemstellung
5. Experimente und Ergebnisse
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten des strategischen Workforce Managements (WFM) im Einzelhandel, um durch eine bedarfsorientierte Personalstruktur Kosten zu senken und den Servicelevel zu verbessern. Ziel ist es, mithilfe von automatisch erstellten Arbeitszeitmodellen und Evolutionsstrategien Szenarien zu simulieren, die eine optimale Personalplanung über ein gesamtes Kalenderjahr ermöglichen.
- Methodik des strategischen Workforce Managements (WFM)
- Automatische Erstellung bedarfsorientierter Arbeitszeitmodelle
- Optimierung der Personalstruktur durch Evolutionsstrategien
- Simulation und Sensitivitätsanalyse verschiedener Szenarien
- Einfluss der Personalstruktur auf Überstunden, Unterdeckung und Servicequalität
Auszug aus dem Buch
Automatische Arbeitszeitmodellerstellung
Ein oft ungenutzter Hebel zur Steigerung der WFM-Agilität liegt in den meist sehr starren Schichtmodellen. In Abbildung 1 wird dieser Zusammenhang an konkreten Daten eines 3-Schicht-Betriebs veranschaulicht. Der Personalbedarf schwankt während der Woche sehr stark. Es gelingt mit den drei zur Verfügung stehenden Schichten jedoch nicht, Über- und Unterdeckungen im Personaleinsatz zu vermeiden. Überdeckungen führen zu Leerzeiten. Also Zeit, in der Mitarbeiter anwesend sind, aber keinen wertschöpfenden Beitrag leisten. Auf der anderen Seite müssen Unterdeckungen durch Überstunden oder durch den Einsatz von Leiharbeitskräften teuer ausgeglichen werden. U.U. drohen sogar Umsatzeinbußen.
Diesem Problem kann mit der Einführung weiterer Arbeitszeitmodelle begegnet werden. In Abbildung 2 sieht man deutlich, wie der Personaleinsatz bedarfsorientiert gestaltet wird. Eine vollständige Angleichung des Personaleinsatzes an den Personalbedarf ist jedoch aufgrund diverser Rahmenbedingungen, wie Ruhezeiten, minimale/maximale Arbeitszeiten pro Tag und Grenzen der Zeitsalden, nicht möglich. Doch selbst mit diesen Restriktionen können durch die bessere Ausnutzung der Normalarbeitszeit der Mitarbeiter Über- und Unterdeckungen bei gleicher Arbeitsleistung drastisch reduziert werden (die Flächen unter den Kurven für den Personaleinsatz sind in beiden Abbildungen gleich groß). Welche Effekte sich daraus ergeben, liegt auf der Hand.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen im personalintensiven Handel und führt in die Notwendigkeit des strategischen Workforce Managements ein.
2. Strategisches Workforce Management: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung strategischer Personalplanung und stellt die Vorteile gegenüber traditionellen Methoden wie Excel-Kalkulationen dar.
3. Automatische Arbeitszeitmodellerstellung: Hier wird der Prozess der flexiblen und bedarfsorientierten Erstellung von Arbeitszeitmodellen beschrieben, um Personalkosten zu senken und die Effizienz zu steigern.
4. Problemstellung: Das Kapitel definiert das spezifische Ausgangsszenario in einer Damenbekleidungsabteilung und formalisiert die mathematischen Nebenbedingungen und Fehlerpunkte für die Optimierung.
5. Experimente und Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse der verschiedenen Szenariensimulationen präsentiert und die Auswirkungen der Personalstruktur auf die Performance-Metriken analysiert.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der erzielten Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe im Bereich der Algorithmenoptimierung.
Schlüsselwörter
Handel, Strategisches Workforce Management, Personalstruktur, Evolutionsstrategien, Personaleinsatzplanung, Schichtmodell, Bedarfsorientierung, Servicelevel, Arbeitszeitmodell, Sensitivitätsanalyse, Optimierung, Personalkosten, Dienstleistungsmanagement, Kapazitätsplanung, Schichtplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Optimierung der Personalstruktur im Einzelhandel durch strategisches Workforce Management (WFM).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die bedarfsorientierte Einsatzplanung, die automatische Generierung von Arbeitszeitmodellen und die Simulation komplexer Personalszenarien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Ermittlung einer optimalen Personalstruktur, um Kosten zu senken, den Servicelevel zu halten und flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden mathematische Modellierungen kombiniert mit Evolutionsstrategien (ES) als Metaheuristik eingesetzt, um Einsatzpläne für ein ganzes Jahr zu optimieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert ein konkretes Praxisbeispiel, definiert die mathematischen Nebenbedingungen der Personalplanung und evaluiert verschiedene Szenarien mittels Sensitivitätsanalysen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Strategisches Workforce Management, Evolutionsstrategien, Personalstruktur und bedarfsorientierte Planung definieren.
Warum sind starre Schichtmodelle im Handel problematisch?
Sie führen oft zu unnötigen Überdeckungen (Leerzeiten) oder Unterdeckungen (Serviceeinbußen), da der Personalbedarf im Handel während der Woche stark schwankt.
Welche Rolle spielt die Gesamtzahl der Sollarbeitsstunden für die Stabilität?
Die Experimente zeigen, dass ein zu starkes Absenken der verfügbaren Sollstunden zu einem überproportionalen Anstieg an Fehlerpunkten führt, was die Planung instabil macht.
- Arbeit zitieren
- Dr. Maik Günther (Autor:in), 2011, Strategisches Workforce Management, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171546