Unter Berücksichtigung der Epoche der Gegenwart geht diese Untersuchung anhand des von W. G. Sebald geschriebenen Werkes "Die Ausgewanderten" der Frage nach, in welchem Zusammenhang die Literatur und Fotografie unter dem Aspekt der Erinnerung an den Holocaust stehen. Gemäß des schmalen Rahmens dieser Analyse werden die Funktionen exemplarischer Fotografien aus der Geschichte Paul Bereyters untersucht.
Fotografien sind dabei auf verschiedene Weise mit Erinnerungen verbunden. In der Regel werden sie mit dem Gedanken gemacht, dass sie besondere Momente bewahren, die im Rahmen einer erneuten Beobachtung als Anlass für gemeinsame Erinnerungen fungieren. Dem momentanen Diskurs der Forschung entnehmend, dienen sie als (Gedächtnis-)Ikonen, welche eine Form der Vergangenheit „einfangen“ und neue Zugänge zu Vergangenem schaffen. Sie übernehmen also sinngebende Funktionen und dokumentieren, dass ein Gegenstand oder eine Person überhaupt da gewesen und erinnerungswürdig sind.
Angesichts einer daraus folgenden Omnipräsenz von Fotografien und ihren verschiedenen Funktionen im Rahmen der Ermöglichung, Produktion, Konservierung, Deutung und Weitergabe von Erinnerungen wundert es kaum, dass Fotografien auch eine zentrale Rolle in Texten der deutschen Literatur der Gegenwart spielen, die in erster Linie von Erinnerungen an den Holocaust und das Schicksal der Juden handeln.
- Arbeit zitieren
- Jan Heydenreich (Autor:in), 2023, Literatur und Fotografie unter dem Aspekt der Erinnerung an den Holocaust. W. G. Sebalds Werk "Die Ausgewanderten", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1714424