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"Une affaire de femmes" als Erinnerungsfilm

Claude Chabrol als Produzent einer 'mémoire des femmes'

Title: "Une affaire de femmes" als Erinnerungsfilm

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stephanie Lange (Author)

French Studies - Culture

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Summary Excerpt Details

Als Claude Chabrols Film Une affaire de femmes 1988 in die Kinos kam, war er nicht nur in Frankreich umstritten, sondern sorgte auch im Ausland für Aufsehen. Das Thema „Schwangerschaftsabbruch unter dem Vichy-Regime“ erweist sich in Frankreich als problematisch: Aus verschiedenen Lagern regte sich Widerstand gegen die Verfilmung dieses Stoffes, sei es nun von Seiten der Katholiken oder der Pétainisten. Frauenschicksale werden nur selten und erst verstärkt in den letzten Jahren im Zusammenhang mit dem Themenkomplex «occupation, collaboration et résistance» thematisiert, wie zum Beispiel in La bicyclette bleue von Thierry Binistit aus dem Jahre 2000. Die Rolle der Frau und die Probleme, mit der Frauen zu dieser Zeit konfrontiert waren, speziell die Frage nach ungewollten Schwangerschaften, wurde bis zur Veröffentlichung von Une affaire de femmes kaum berücksichtigt.
In der vorliegenden Arbeit soll der Versuch unternommen werden zu klären, ob Une affaire de femmes als Erinnerungsfilm bezeichnet werden kann und inwieweit es der Film vermag, eine alternative weibliche Erinnerung zu konstruieren. Das heißt konkret, dass im Folgenden herausgearbeitet werden soll, inwieweit der Film den Kriterien, die Astrid Erll und Stephanie Wodianka in Film und kulturelle Erinnerung. Plurimediale Konstellationen. an den Erinnerungsfilms anlegen, gerecht wird. Erll und Wodianka betonen ausdrücklich, dass es sich beim Erinnerungsfilm um ein „gesellschaftlich und plurimedial ausgehandeltes Phänomen“ handelt, das zwar als Beitrag zur Erinnerungskultur intendiert werden kann, aber erst in der Rezeption zu einem veritablen Erinnerungsfilm wird (Erll & Wodianka 2008: 2). Ob der Film es tatsächlich vermag, sein Wirkpotential zu entfalten, kann demnach nur durch eine filmimmanenten Untersuchung beantwortet werden, deren Ergebnisse von einer filmtranszendierenden Untersuchung gestützt werden müssen. Im Mittelpunkt der filmimmanenten Analyse soll zunächst Maries Verhältnis zu den Frauen, die ihre Hilfe bei einem Schwangerschaftsabbruch suchen, zu ihrer Familie und zur Vichy-Regierung stehen. Anschließend werden die Identifikationsmöglichkeiten, die der Film insbesondere den Zuschauerinnen bietet, ausgelotet. Die filmtranszendierende Untersuchung wird die Rezeption des Films in Frankreich und im Ausland beleuchten und so zeigen, inwieweit Une affaire de femmes als Erinnerungsfilm rezipiert wurde und wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der geschichtliche Hintergrund

3. Maries Verhältnis zu anderen Frauen, ihrer Familie und der Vichy-Regierung

4. Möglichkeiten der Identifikation

5. Die Rezeption des Films in Frankreich und im Ausland

6. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Spielfilm Une affaire de femmes von Claude Chabrol auf seine Eignung als Erinnerungsfilm, indem sie analysiert, inwieweit der Film eine alternative, weiblich geprägte Erinnerung an die Lebensumstände von Frauen unter dem Vichy-Regime konstruiert und wie er in der Gesellschaft rezipiert wird.

  • Filmimmanente Analyse der Frauenbilder und Machtstrukturen
  • Untersuchung der Identifikationspotenziale für unterschiedliche Zuschauergenerationen
  • Analyse der nationalen und internationalen Filmrezeption
  • Diskurs über die Konstruktion von Erinnerung in plurimedialen Kontexten
  • Bewertung des Werks als Beitrag zur Erinnerungskultur

Auszug aus dem Buch

3. Maries Verhältnis zu anderen Frauen, ihrer Familie und der Vichy-Regierung

Durch ihre Nachbarin kommt Marie zum ersten Mal dazu, einer anderen Frau bei einem Schwangerschaftsabbruch zu helfen. Sie weiß sofort, was zu tun ist, aber ob sie schon einen Schwangerschaftsabbruch an sich selbst durchgeführt hat oder einfach durch andere Frauen über theoretisches Wissen verfügt, bleibt offen. Auch scheint es zunächst so, als sei ihre Hilfe nicht mehr als ein Gefallen unter Nachbarinnen, die sich gut verstehen und in ihrer schwierigen Lage zusammenhalten müssen. Dementsprechend wird Marie auch nicht mit Geld entlohnt, sondern mit einem Grammophon. Trotzdem wird ihr in diesem Moment bewusst, wie lukrativ Dienste dieser Art für sie sein könnten. Ehe sich Marie versieht, verdient sie sich ihren Lebensunterhalt als „Engelmacherin“, und durch ihre Bekanntschaft mit der Prostituierten Lulu erweitert sich der Kreis der Frauen, denen sie bei Schwangerschaftsabbrüchen hilft.

Ängstlich und vorsichtig stehen diese Frauen auf Maries Schwelle und sind ihr sehr dankbar für ihre Hilfe, wenngleich die Prozedur selbst mit großen Schmerzen einhergeht und hygienisch nicht einwandfrei ist bzw. sein kann. Indem der Film die Vorgehensweise nicht verharmlost, spricht er historische Tatsachen an, die in Zeitzeugenberichten betroffener Frauen oft anklingen: [La faiseuse d'anges] a mis une toile cirée sur la table de la salle à manger et elle a commencé à me torturer. Ça a duré trois heures et demie, une bonne partie de la nuit. Pendant ce temps, mon vagin était distendu par un spéculum (je n'ai pas vu si elle le nettoyait) et elle enfonçait la sonde millimètre par millimètre. Quand elle voyait que je souffrais trop et que j'allais m'évanouir, elle criait: - Espèce d'imbecile, vous n'allez pas crever ici, hein! Vous vous rendez compte des ennuis que j'aurais... (Gauthier 2002: 13 f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die historische Problematik des Schwangerschaftsabbruchs unter dem Vichy-Regime ein und definiert das Forschungsziel, den Film Une affaire de femmes als Erinnerungsfilm zu untersuchen.

2. Der geschichtliche Hintergrund: Hier wird der historische Kontext der realen Figur Marie-Louise Giraud und die repressiven Gesetze des Vichy-Regimes dargestellt, die Frauen zur Illegalität zwangen.

3. Maries Verhältnis zu anderen Frauen, ihrer Familie und der Vichy-Regierung: Das Kapitel analysiert Maries Rolle als „Engelmacherin“, ihr komplexes Beziehungsgeflecht und ihr unpolitisches Streben nach Selbstbestimmung inmitten patriarchaler Strukturen.

4. Möglichkeiten der Identifikation: Es wird untersucht, inwiefern Zuschauer sich mit der ambivalenten Hauptfigur identifizieren können und wie sich der Generationsunterschied auf die Wahrnehmung des Films auswirkt.

5. Die Rezeption des Films in Frankreich und im Ausland: Dieses Kapitel betrachtet die gesellschaftliche Wirkung des Films, kritische Resonanzen und die Einbettung des Werks in plurimediale Aushandlungsprozesse.

6. Schlussfolgerung: Die Arbeit resümiert, dass der Film trotz der kontroversen Darstellung der Hauptfigur erfolgreich ein historisches, weibliches Schicksal in den Erinnerungsdiskurs integriert.

Schlüsselwörter

Une affaire de femmes, Claude Chabrol, Vichy-Regime, Erinnerungsfilm, Isabelle Huppert, Schwangerschaftsabbruch, Engelmacherin, kollektive Erinnerung, Geschlechterrollen, französische Filmgeschichte, weibliche Perspektive, Filmrezeption, Identifikation, gesellschaftlicher Diskurs, Historiografie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Claude Chabrols Film Une affaire de femmes hinsichtlich seiner Funktion als Erinnerungsfilm und untersucht, wie er weibliche Lebensrealitäten im besetzten Frankreich des Zweiten Weltkriegs darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Rolle der Frau unter dem Vichy-Regime, die Praxis illegaler Schwangerschaftsabbrüche, das Konzept der Erinnerungskultur im Medium Film sowie die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit kontroversen historischen Themen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob Une affaire de femmes als Erinnerungsfilm fungieren kann und inwieweit er eine alternative weibliche Erinnerung konstruiert, die sich von männlich dominierten Geschichtsbildern abhebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine filmimmanente Produktanalyse in Kombination mit einer filmtranszendierenden Untersuchung, die Distribution, Kritiken und Zuschauerbewertungen einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt Maries Interaktionen mit ihrem Umfeld, die filmische Inszenierung ihrer Rolle, Identifikationsmöglichkeiten für verschiedene Zuschauergenerationen und die Rezeption des Films im In- und Ausland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Erinnerungsfilm, Vichy-Regime, Schwangerschaftsabbruch, weibliche Perspektive, Claude Chabrol und gesellschaftliche Rezeption.

Warum spielt die Distanz der Hauptfigur im Film eine so große Rolle?

Die Distanz und Kühle der von Isabelle Huppert gespielten Marie verhindern eine einfache Heldenverehrung und fordern das Publikum heraus, sich kritisch und ohne einfache moralische Bewertung mit den komplexen Schuldfragen der Figur auseinanderzusetzen.

Inwiefern beeinflusst der Generationsunterschied die Wirkung des Films?

Jüngere Zuschauerinnen, denen der geschichtliche Leidensdruck durch das Verbot vor 1975 fremd ist, haben oft größere Schwierigkeiten, die Handlungen der Protagonistin nachzuvollziehen als die ältere Generation, die diese Umstände noch kennt.

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Details

Title
"Une affaire de femmes" als Erinnerungsfilm
Subtitle
Claude Chabrol als Produzent einer 'mémoire des femmes'
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Romanistik)
Grade
1,0
Author
Stephanie Lange (Author)
Publication Year
2010
Pages
24
Catalog Number
V171423
ISBN (Book)
9783640907670
ISBN (eBook)
9783640907977
Language
German
Tags
Erinnerung Chabrol memoire Vichy Une affaire de femmes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Lange (Author), 2010, "Une affaire de femmes" als Erinnerungsfilm, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171423
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