Im Lichte der aktuellen Atomkatastrophe in Fukushima (Japan) und des desolaten Krisenmanagements der Unternehmensleitung von Tepco, befasst sich dieser Text, auf den folgenden Seiten, mit einer prägnanten Beschreibung des Managements von Krisensituation.
Diese Arbeit beschreibt in vier Schritte die nötigen Maßnahmen, welche zu einem Erfolgreichen Krisenmanagement gehören und gibt Handlungsanweisungen.
Krisensituationen können vielfältige Erscheinungsformen haben. So erscheinen Unternehmen beispielsweise mit negativen Schlagzeilen in den Medien, etwa mit Bestechung, Steuerhinterziehung oder Umweltskandalen. Eine gelungene Kommunikation ist dann unter anderem wichtig, um entstandenen Schaden zu begrenzen, in einigen Fällen überlebenswichtig, da die Existenz des gesamten Unternehmens gefährdet ist. Für die professionelle Krisen- PR gilt, dass sie nicht erst in der konkreten Krisensituation beginnt, sondern weit im Vorfeld des Akutstadiums.
Der Krisen- PR kommt dabei die Aufgabe zu, für das Unternehmen relevante Themen an die Bezugsgruppen zu kommunizieren.
Das Krisenmanagement dient dem Ziel, den Fortbestand des Unternehmens zu sichern und formuliert aus diesem Grund den systematischen Umgang mit Krisen. Dieser Umgang wird in vier Schritte eingeteilt. Zum einen in die Identifikation und Analyse von Krisensituationen und der Entwicklung von Lösungsstrategien und zum anderen in der Überwindung und Nachbereitung. Alle Schritte des Krisemanagements werden von den kommunikativen Maßnahmen der Krisen- PR begleitet und stehen in einem logischen Zusammenhang. Im Anschluss an obige Erläuterungen stellt Kapitel 2.5. die Probleme der Evaluation und der Erfolgsmessung von Maßnahmen des Krisenmanagements in den Mittelpunkt. In diesem Kontext gibt die Evaluation Aufschluss über den Anpassungsbedarf der Kommunikationsmaßnahmen und überprüft so die Messbarkeit der Zielsetzung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Krisenmanagement
2.1. Krisenvorbeugung
2.1.1. Analyse des Krisenprofils
2.1.2. Issues Management
2.1.3. Szenario Technik
2.1.4. Konflikte und Konfliktbewältigung
2.2. Krisenvorbereitung
2.2.1. Krisenstab
2.2.2. Krisenraum und Telekommunikation
2.2.3. Krisenhandbuch
2.3. Krisentraining und praktische Übungen
2.3.1. Krisenübungen
2.3.2. Mediatraining
2.3.3. Inhalt und Bedeutung von Botschaften
2.4. Krisenbewältigung
2.4.1. Publics Relations und andere Kommunikationsinstrumente
2.4.2. Planung der Krise- PR
2.4.3. Instrumente der Krisen- PR
2.5. Erfolgsmessung und Evaluation
3. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der systematischen Strukturierung des Krisenmanagements. Das primäre Ziel ist es, in vier Phasen die notwendigen Maßnahmen für ein erfolgreiches Krisenmanagement aufzuzeigen, um den Fortbestand eines Unternehmens in kritischen Situationen zu sichern und Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.
- Identifikation und Analyse von Krisensituationen (Krisenvorbeugung)
- Strukturelle und prozessuale Vorbereitung durch Krisenstäbe und Handbücher
- Bedeutung der Krisen-PR und kommunikative Bewältigungsstrategien
- Methoden der Erfolgsmessung und Evaluation von Krisenmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Analyse des Krisenprofils
Eine Methode ist die Analyse der unternehmerischen Basis. Zu dieser Analyse gehört unter anderem, die momentane und zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Überprüfung der Marktstrategie. Weiter müssen die umsatzstärksten Produkte, die Kernkompetenzen, die Wettbewerbssituationen, sowie das Selbstbild und Fremdbild des Unternehmens analysiert werden (vgl. Ditges, Florian/ Höbel, Peter/ Hofmann, Thorsten (2008), S. 67f). Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Einschätzung möglicher Krisen von den Mitarbeitern, und die Rolle der Medien bei einem möglichen Krisenszenario (vgl. Garth, Arnd Joachim (2008), S. 27).
Die qualitative Analyse dieser Fragestellungen wird mit der SWOT- Analyse (strength, weakness, opportunity, threads) durchgeführt. Diese Untersuchung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken zeichnen ein aktuelles Bild von dem Unternehmen auf. Ebenfalls ermöglicht diese Analyse Krisenszenarien zu antizipieren und Risikoherde auszumachen (vgl. Ditges, Florian/ Höbel, Peter/ Hofmann, Thorsten (2008), S. 68).
Im Folgenden soll die Krisenanfälligkeit, an den Beispielen Unternehmenskultur und Kernprodukte eines Unternehmens untersucht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Krisenmanagements ein und definiert das übergeordnete Ziel, den Fortbestand von Unternehmen durch strukturierte Maßnahmen zu sichern.
2. Krisenmanagement: Dieses Kapitel erläutert das Krisenmanagement als permanente Führungsaufgabe, die den systematischen Umgang mit Krisen durch Identifikation, Analyse und Lösungsstrategien definiert.
2.1. Krisenvorbeugung: Hier werden Methoden vorgestellt, die das Ziel verfolgen, Krisen bereits im Vorfeld durch proaktive Analysen und Themenbeobachtung zu vermeiden.
2.1.1. Analyse des Krisenprofils: Das Kapitel behandelt die qualitative Untersuchung der unternehmerischen Basis mittels SWOT-Analyse, um Risikoherde und strategische Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren.
2.1.2. Issues Management: Es wird die systematische Beobachtung relevanter Umweltbereiche beschrieben, um frühzeitig kritische Themen zu erkennen und den Handlungsspielraum des Unternehmens zu wahren.
2.1.3. Szenario Technik: Dieses Kapitel führt die Szenario Technik als Instrument zur Entwicklung glaubhafter Zukunftsbilder auf Basis qualitativer und quantitativer Daten ein.
2.1.4. Konflikte und Konfliktbewältigung: Hier werden systematische Methoden wie Verhandlungen, Mediation und Schiedsverfahren vorgestellt, um drohende Konflikte konstruktiv zu lösen.
2.2. Krisenvorbereitung: Dieses Kapitel legt den Fokus auf die notwendigen organisatorischen Strukturen, die für ein planvolles Vorgehen im Ernstfall unerlässlich sind.
2.2.1. Krisenstab: Es wird die Rolle des Krisenstabs als zentrale Entscheidungs- und Kommunikationsinstanz innerhalb der Unternehmensorganisation definiert.
2.2.2. Krisenraum und Telekommunikation: Dieses Kapitel beschreibt die erforderliche Infrastruktur, vom geschützten Krisenraum bis hin zum Einsatz von Callcentern zur gezielten Bürgerkommunikation.
2.2.3. Krisenhandbuch: Hier werden die inhaltlichen Anforderungen an ein Krisenhandbuch als zentrales Arbeitsinstrument für Not- und Krisenfälle skizziert.
2.3. Krisentraining und praktische Übungen: Dieses Kapitel verdeutlicht die Notwendigkeit, durch Simulationen und regelmäßige Übungen Routinen für den Ernstfall zu entwickeln.
2.3.1. Krisenübungen: Es werden verschiedene Übungsformate beschrieben, die dazu dienen, die Beteiligten auf realistische Szenarien vorzubereiten und Lerneffekte zu erzielen.
2.3.2. Mediatraining: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Krisenmanager durch professionelles Medientraining ihre Glaubwürdigkeit im Umgang mit der Öffentlichkeit stärken können.
2.3.3. Inhalt und Bedeutung von Botschaften: Es wird die Wichtigkeit kongruenter Botschaften hervorgehoben, bei denen Sprache, Inhalt, Gestik und Mimik eine überzeugende Einheit bilden.
2.4. Krisenbewältigung: Dieses Kapitel fokussiert auf die akute Phase der Krise und die Anwendung strategischer Kommunikations- und PR-Maßnahmen.
2.4.1. Publics Relations und andere Kommunikationsinstrumente: Hier werden PR, Werbung und Verkaufsförderung als Instrumente im Krisenkontext gegenübergestellt und bewertet.
2.4.2. Planung der Krise- PR: Es wird ein vierstufiger systematischer Prozess zur Planung von Krisen-PR vorgestellt, der von der Problemanalyse bis zur Wirkungskontrolle reicht.
2.4.3. Instrumente der Krisen- PR: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über interne und externe Kommunikationskanäle wie Infotelefone, Pressekonferenzen und digitale Medien.
2.5. Erfolgsmessung und Evaluation: Es werden Methoden und Probleme der Erfolgskontrolle diskutiert, um die Effizienz kommunikativer Maßnahmen messbar zu machen.
3. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel resümiert die erarbeiteten Maßnahmen und unterstreicht die Notwendigkeit einer langfristigen und systematischen Vorbereitung auf Unternehmenskrisen.
Schlüsselwörter
Krisenmanagement, Krisen-PR, Krisenvorbeugung, Krisenvorbereitung, Krisenstab, Issues Management, Szenario Technik, Konfliktbewältigung, Krisenkommunikation, Erfolgsmessung, Evaluation, Unternehmensführung, Dialogkultur, Stakeholder, Krisenhandbuch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Strukturierung von Maßnahmen zur Vorbeugung, Vorbereitung und Bewältigung von Unternehmenskrisen unter besonderer Berücksichtigung der Krisen-PR.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Analyse von Krisenprofilen, die organisatorische Vorbereitung durch Krisenstäbe, die methodische Konfliktlösung, das Training für den Ernstfall und die Evaluation der Kommunikationsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Bereitstellung eines systematischen Leitfadens für Unternehmen, um durch präventive und akute Maßnahmen den Fortbestand des Unternehmens im Krisenfall zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Systematisierung theoretischer Konzepte zum Krisenmanagement, ergänzt durch die Darstellung praxisorientierter Instrumente.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vier Phasen: Prävention, Vorbereitung, Training und Bewältigung, inklusive der Erfolgskontrolle durch Evaluation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Krisenmanagement, Krisen-PR, Issues Management, Krisenstab und Evaluationsmethodik charakterisiert.
Warum ist das Issues Management für Unternehmen so wichtig?
Es dient als Frühwarnsystem, um konflikthaltige Sachverhalte frühzeitig zu erkennen und den strategischen Handlungsspielraum des Unternehmens zu vergrößern.
Welche Rolle spielt die Glaubwürdigkeit bei der Krisen-PR?
Glaubwürdigkeit entscheidet über den Erfolg der Krisenarbeit; sie entsteht durch Empathie, Offenheit, Fachkompetenz und eine kongruente Kommunikation in Sprache und Auftreten.
Was macht ein effektives Krisenhandbuch aus?
Ein effektives Handbuch ist handhabbar und nicht zu umfänglich, enthält aber alle notwendigen Alarmpläne, Kontaktverzeichnisse, Checklisten und Textbausteine für verschiedene Szenarien.
Warum ist die Erfolgsmessung in der Krise schwierig?
Es gibt keine festen Regeln für die Evaluation; Schwierigkeiten ergeben sich durch kausale Unsicherheiten und die Herausforderung, komplexe psychologische Effekte wie Vertrauensverlust exakt zu isolieren.
- Arbeit zitieren
- Diplom Kaufmann (FH) Carsten Koch (Autor:in), 2011, Krisenmanagement im Unternehmen, eine Anleitung in 4 Schritten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171395