Die Pflege von Menschen mit chronischen Wunden stellt in der Kranken- und Altenpflege weiterhin einen wichtigen Tätigkeitsbereich dar, auch wenn durch prophylaktische Maßnahmen der Anteil an chronischen Wunden reduziert werden konnte. Zur optimalen Versorgung der betroffenen Patienten sind einheitliche und anerkannte Standards notwendig. Ein solcher Standard ist der durch das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) entwickelte Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“.
Im neuen § 113a SGB XI verlangt der Gesetzgeber die Umsetzung und Anwendung der Expertenstandards durch die stationären Pflegeeinrichtungen. Dies bezieht sich zwar explizit nur auf die zukünftig zu entwickelnden Expertenstandards. Jedoch wird auch heute schon bei der Qualitätsprüfung einer Pflegeeinrichtung nach §§ 114 ff. SGB XI durch den MDK geprüft, ob die bereits durch das DNQP entwickelten Expertenstandards angewendet werden.
Aus diesen Gründen ist es das Ziel dieses Projekts, den Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ in einem Altenwohn- und Pflegeheim einzuführen. Der Expertenstandard soll hierzu zunächst bearbeitet werden, um ihn dann in das bestehende Pflegestandard-System der Einrichtung einzugliedern. Begleitend dazu soll durch betriebsinterne Fortbildung der Standard den Pflegefachkräften bekanntgemacht und letztlich für alle verbindlich eingeführt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Grundlagen des Projekts
1.1 Aufgaben und Ziele
1.2 Theoretischer Hintergrund
2 Bearbeitung und Einführung des Expertenstandards „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“
2.1 Der Expertenstandard
2.2 Die Projektgruppe
2.3 Die Erarbeitung
2.3.1 Analyse des Expertenstandards
2.3.2 Vorliegende interne Pflegestandards
2.3.3 Bearbeitung des Expertenstandards
2.3.4 Evaluation der Bearbeitung
2.4 Die Einführung
2.4.1 Erste interne Fortbildung
2.4.2 Zweite interne Fortbildung
2.4.3 Einführung und Projektende
3 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die praxisnahe Anpassung und Implementierung des Expertenstandards „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ in einem Altenwohn- und Pflegeheim, um gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen und die Versorgungsqualität vor Ort zu erhöhen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Frage, wie ein solch komplexer Standard durch eine kleine Projektgruppe erfolgreich in den Arbeitsalltag integriert werden kann, ohne dabei die begrenzten personellen und zeitlichen Ressourcen der Einrichtung zu überlasten.
- Projektmanagement in der stationären Altenpflege
- Methodische Einführung nationaler Expertenstandards
- Qualitätsmanagement und pflegerische Standards
- Teamarbeit und freiwilliges Engagement im Pflegekontext
- Evaluation und Anpassung von Versorgungsleitlinien
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Vorliegende interne Pflegestandards
Vor der Bearbeitung des Expertenstandards war jedoch ein Blick auf die bestehenden hausinternen Standards notwendig, um zu entscheiden, ob diese mit dem neuen Standard kombiniert oder durch diesen ersetzt werden sollten. Dies war unter anderem der Inhalt des dritten Treffens der Projektgruppe am 26. Mai 2010. Im Qualitätsmanagement-System der Einrichtung existierten zum Thema chronische Wunden zwei Pflegestandards, der Pflegestandard A7 Dekubitusversorgung und der Pflegestandard A8 Dekubitusprophylaxe. Der Pflegestandard A7 bezog sich lediglich speziell auf das Druckgeschwür als chronische Wunde und ließ die anderen Arten der chronischen Wunde außen vor. Auch fehlten hier aufeinander aufbauende Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien, wie sie im Expertenstandard vorhanden sind.
Daher wurde beschlossen, den Pflegestandard A7 durch den im Projekt zu bearbeitenden Expertenstandard zu ersetzen. Ebenfalls erforderlich wird eine Anpassung des Pflegestandards A8 an den bestehenden Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ sein, was aber nicht Bestandteil dieses Projekts sein soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Grundlagen des Projekts: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Wundversorgung in der Altenpflege und begründet die Notwendigkeit, den DNQP-Expertenstandard in die Einrichtung zu implementieren.
2 Bearbeitung und Einführung des Expertenstandards „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“: Hier wird der detaillierte Projektverlauf beschrieben, von der Analyse der Standards über die Zusammensetzung der Projektgruppe bis hin zur schrittweisen Einführung und Schulung des Personals.
3 Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert den Projekterfolg, reflektiert die Rolle des Autors als Projektleiter und diskutiert die Anwendbarkeit des gewählten methodischen Vorgehens für zukünftige Projekte.
Schlüsselwörter
Pflegemanagement, Expertenstandard, Chronische Wunden, Projektarbeit, Altenpflege, Qualitätsmanagement, Wundversorgung, Implementierung, Pflegestandards, Fortbildung, DNQP, Dekubitus, Projektgruppe, SGB XI, Praxisanpassung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit behandelt die erfolgreiche Einführung des Expertenstandards „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ in einem stationären Altenwohn- und Pflegeheim unter Nutzung klassischer Projektmanagement-Methoden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit verknüpft pflegewissenschaftliche Anforderungen (Expertenstandards) mit betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Aspekten des Pflegemanagements in der Praxis.
Was ist das primäre Ziel des Projekts?
Das Ziel war die Anpassung des nationalen Expertenstandards an die spezifischen Bedürfnisse der Einrichtung, um so eine einheitliche und gesetzlich konforme Versorgungsgrundlage zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor strukturierte das Vorhaben in vier Phasen (Definition, Planung, Realisierung, Abschluss) gemäß gängiger Projektmanagement-Literatur, ergänzt durch eine interne Vorstudie und eine Ist-Analyse der bestehenden Pflegestandards.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil dokumentiert die detaillierte Projektphasenplanung, die Zusammensetzung der Projektgruppe, die Analyse der Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien sowie die Durchführung interner Fortbildungen zur Implementierung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Kernbegriffe sind Pflegemanagement, Expertenstandard, Chronische Wunden, Qualitätsmanagement, Implementierung und Altenpflege.
Warum wurde auf das vom DNQP empfohlene Muster-Implementierungsmodell verzichtet?
Aufgrund der geringen Anzahl von Fällen chronischer Wunden in der Einrichtung und der damit einhergehenden begrenzten Ressourcen hätte das umfangreiche Datenerhebungsmodell des DNQP den Rahmen des Projekts gesprengt.
Wie wurde die Akzeptanz des Standards bei den Pflegekräften sichergestellt?
Durch die Einbindung von Pflegefachkräften in die Projektgruppe, regelmäßige Feedback-Runden (z.B. mittels Flipchart) und die Durchführung praxisnaher Fortbildungen wurde eine hohe Identifikation und Mitgestaltung erreicht.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Projektarbeit auf freiwilliger Basis?
Obwohl das Projekt als Erfolg gewertet wird, betont der Autor, dass eine solche Arbeit auf freiwilliger Basis außerhalb der regulären Arbeitszeit auf Dauer keine nachhaltige Lösung für die Einrichtung darstellt.
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- Benjamin Böhme (Author), 2010, Der Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ in einem Altenwohn- und Pflegeheim, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171366