In der vorliegenden Hausarbeit habe ich versucht, das Thema Anwendung von Rizzi (1997) auf das Spanische vorzustellen. Dafür habe ich zu Beginn der Arbeit die ausführliche Beschreibung vom Rizzis Modell präsentiert und die Gründe für die Erweiterung des C-Bereichs genannt.
Wie es deutlich geworden ist, obwohl das Spanische viele Ähnlichkeiten mit dem Italienischen aufweist, gibt es auch gravierende Unterschiede in den beiden Sprachen, die dazu führen, dass man das Modell von Rizzi an den C-Bereich des spanischen Satzes nicht immer anwenden kann. Aus diesem Grund haben die Linguisten, wie Gabriel, Zubizarreta u.a., die die Besonderheiten des Spanischen in Betracht gezogen hatten, andere Vorschläge gemacht, um die Lösung für das Spanische zu finden. Somit hat man das ursprüngliche Modell von Rizzi verändert und an den spanischen Satz angepasst, wobei einige funktionale Kategorien verworfen wurden.
Wie es aber aus dem letzten Abschnitt vorliegender Arbeit klar wird, gibt es unter der Sprachwissenschaftlern immer noch keine eindeutliche Lösung dazu, wie der C-Bereich des spanischen Satzes strukturiert werden soll und welche Kategorien dazu gehören.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Das Split-C Modell von Rizzi (1997)
3. Linksperiphere Konstruktionen im Spanischen
4. Verzicht auf die Kategorien Force und FinP
5. Adjazenz foco-antepuesto Konstruktionen zum finiten Verb
6. Kritik am Split-C-Modell von Rizzi
7. Zusammenfassung
8. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit von Rizzis (1997) Split-C-Modell auf die syntaktischen Strukturen des Spanischen, insbesondere im Hinblick auf die linke Satzperipherie und deren funktionale Kategorien.
- Strukturelle Analyse der linken Satzperipherie nach Rizzi (1997)
- Anwendung des Modells auf spanische Daten
- Untersuchung der obligatorischen Adjazenz von Fokus-Phrasen zum finiten Verb im Spanischen
- Kritische Auseinandersetzung mit der Notwendigkeit funktionaler Kategorien (ForceP, FinP)
- Diskussion alternativer syntaktischer Ansätze unter Einbeziehung linguistischer Fachliteratur
Auszug aus dem Buch
3. Linksperiphere Konstruktionen im Spanischen
Für die spanische Sprache sind foco-antepuesto Konstruktionen charakteristisch. Infolge des syntaktischen Verfahrens wird die kontrastiv fokussierte Phrase an den linken Satzrand verschoben. Dabei kommt es zur obligatorischen Inversion der fokussierten Phrase und finiten Verbform. Außerdem wird die linksdislozierte Konstituente durch ein klitisches Pronomen wiederaufgenommen.
Was die Sprechmelodie angeht, so werden im Spanischen die foco-antepuesto Konstruktionen vom Kernsatz prosodisch nicht abgetrennt, es erfolgt also keine Sprechpause.
Der grundlegende Unterschied zwischen dem Italienischen und Spanischen besteht darin, dass das Spanische die unmittelbare Adjazenz der fokussierten Phrase zum finiten Verb voraussetzt, wobei im Italienischen eine weitere XP zwischen einer FocP und einem Verb auftreten kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung steckt den Themenbereich ab und begründet die Anwendung des Split-C-Modells auf das Spanische sowie die methodische Vorgehensweise.
2. Das Split-C Modell von Rizzi (1997): Dieses Kapitel stellt die theoretischen Grundlagen des Split-C-Modells dar, das entwickelt wurde, um die Komplexität der linken Satzperipherie durch funktionale Köpfe zu erklären.
3. Linksperiphere Konstruktionen im Spanischen: Hier werden spezifische spanische Strukturen wie foco-antepuesto Konstruktionen analysiert und von den italienischen Pendants abgegrenzt.
4. Verzicht auf die Kategorien Force und FinP: Das Kapitel diskutiert die Hypothese, dass für das Spanische bestimmte funktionale Kategorien aus Rizzis Modell überflüssig sein könnten.
5. Adjazenz foco-antepuesto Konstruktionen zum finiten Verb: Hier wird die syntaktische Eigenschaft der obligatorischen Nachbarschaft zwischen Fokus und Verb im Spanischen detailliert untersucht.
6. Kritik am Split-C-Modell von Rizzi: Dieser Abschnitt fasst die kritische Auseinandersetzung verschiedener Linguisten mit den vorgeschlagenen Modellen zusammen.
7. Zusammenfassung: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und stellt fest, dass keine allgemeingültige Konsenslösung für die Struktur der linken Satzperipherie im Spanischen existiert.
8. Literatur: Auflistung der in der Hausarbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Spanisch, Syntax, Rizzi (1997), Split-C-Modell, Linksperipherie, Fokus, Topik, Adjazenz, Funktionale Kategorien, ForceP, FinP, Generative Grammatik, Satzstruktur, Kontrastive Linguistik, Sprachwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie das von Luigi Rizzi entwickelte Split-C-Modell zur Erklärung der linken Satzperipherie auf die spanische Sprache übertragen werden kann und wo die Grenzen dieser Übertragung liegen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die generative Syntax, die Struktur der linken Satzperipherie, die Informationsstruktur (Fokus und Topik) sowie die syntaktische Analyse von VSO-Strukturen und Adjazenzbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Prüfung, ob das italienisch geprägte Modell von Rizzi eins zu eins auf das Spanische anwendbar ist oder ob aufgrund sprachspezifischer Besonderheiten eine Reduktion der funktionalen Kategorien notwendig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse innerhalb des generativen Rahmens, indem sie Strukturbaumanalysen auf spanische Beispielsätze anwendet und bestehende Forschungsergebnisse anderer Linguisten vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Darstellung des ursprünglichen Modells, der Beschreibung spanischer linksperipherer Konstruktionen, der Diskussion über den Verzicht auf bestimmte Kategorien (Force und FinP) sowie der kritischen Auseinandersetzung mit alternativen Ansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Linksperipherie, das Split-C-Modell, Fokus- und Topik-Phrasen sowie die syntaktische Adjazenz.
Warum lässt sich das Split-C-Modell nicht vollständig auf das Spanische übertragen?
Aufgrund der im Spanischen obligatorischen Adjazenz der Fokus-Phrase zum finiten Verb sowie dem Fehlen äquivalenter phonetischer Realisierungen für bestimmte Komplementierer des Italienischen.
Welche Rolle spielt die Adjazenz im Spanischen?
Die Adjazenz ist eine wesentliche syntaktische Eigenschaft, die festlegt, dass zwischen einer fokussierten Phrase und dem finiten Verb keine anderen Elemente stehen dürfen, was die Struktur von möglichen Projektionen einschränkt.
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- Yuliya Knaub (Author), 2009, Die Anwendung von Rizzi (1997) im Spanischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171326