Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um die aktualisierte Fassung eines Skripts, das im SS 2007 zur Vorbereitung auf das erziehungswissenschaftliche Staatsexamen im Fach Psychologie erstellt wurde. Es orientiert sich inhaltlich zum einen an den Vorgaben der bayerischen Lehramtsprüfungsordnung (LPO I), zum anderen an alten Prüfungsfragen.
Abgedeckt werden durch das Skript die Inhaltsbereiche A (Pädagogische Psychologie) und B (Differentielle Psychologie). Die Inhaltsbereiche C (Sozialpsychologie) und D (Entwicklungspsychologie) werden durch das Skript „Examenshilfe – EWS II“ abgedeckt. Ziel der beiden Skripten ist es, die enorme Stoffmenge, die für die schriftliche Examensprüfung zu lernen ist, knapp und allgemein verständlich zusammenzufassen, um auf diese Weise die Prüfungsvorbereitung zu erleichtern.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsbereich A: Pädagogische Psychologie des Lehrens und Lernens
I. GRUNDPROZESSE DES LERNENS
1. Was ist „Lernen“?
1.1. Begriffsklärung
1.2. Behavioristische und kognitive Lerntheorien
1.3. Lernformen
2. Klassische Konditionierung: „Reiz-Reaktions-Lernen“
2.1. Der Grundgedanke
2.2. Die wichtigsten Prinzipien
2.3. Klassische Konditionierung im Humanbereich
3. Operante Konditionierung: „Instrumentelles Lernen“
3.1. Der Grundgedanke
3.2. Die wichtigsten Prinzipien
3.3. Verfahren der (pädagogischen) Verhaltensmodifikation
3.4. Anwendung im schulischen Alltag: Eine Zusammenfassung
3.5. Einschub: Erlernte Hilflosigkeit
4. Sozial-kognitive Lerntheorie: „Modelllernen“
4.1. Die sozial-kognitive Lerntheorie nach Bandura
4.2. Interventionsmethoden nach dem Lernen am Modell
5. Begriffsbildung und Wissenserwerb
5.1. Wissen und Wissenserwerb
5.2. Begriffsbildung
5.3. Assimilation
6. Problemlösen
6.1. Einleitung
6.2. Formen der Problemlösung
6.3. Erfolgreiche und erfolglose Problemlöseprozesse
6.4. Wie Problemlösefähigkeiten im Unterricht gefördert werden können
7. Gedächtnis
7.1. Das Mehrspeichermodell nach Atkinson und Shiffrin
7.2. Genaueres zum Kurzzeitgedächtnis
7.3. Das Einspeichermodell nach Craig & Lockhart
8. Wissensrepräsentation
8.1. Einleitung
8.2. Bedeutungsbasierte Wissensrepräsentation
8.3. Wahrnehmungsbasierte Wissensrepräsentation
9. Lern- und Gedächtnisstrategien
9.1. Systematisierung
9.2. Wiederholungsstrategien
9.3. Organisationsstrategien
9.4. Elaborationsstrategien
10. Aufmerksamkeit
10.1. Einleitung
10.2. Verschiedene Aufmerksamkeitsmodelle
10.3. Anwendung im Unterricht
Inhaltsbereich B: Differentielle und Persönlichkeitspsychologie
I. KOGNITIVE BEDINGUNGEN DES LERNENS
1. Intelligenz
1.1. Begriffsdefinition
1.2. Klassische Intelligenzmodelle
1.3. Moderne Intelligenzkonzeptionen
1.4. Intelligenztests
1.5. Intelligenz und Schulleistung
2. Begabung
2.1. Begriffsklärung (Begabung und Hochbegabung)
2.2. Multidimensionale Konzeptionen von Begabung
2.3. Kreativität
II. MOTIVATIONALE BEDINGUNGEN DES LERNENS
3. Motivation
3.1. Begriffsklärung
3.2. Lernmotivation
4. Ausgewählte Komponenten der Lernmotivation
4.1. Leistungsmotivation
4.2. Intrinsische Motivation
4.3. Interesse
5. Empirische Befunde zu den motivationalen Faktoren des Lernens
5.1. Lernmotivation
5.2. Selbstwirksamkeit
5.3. Lernfreude, Interesse und Leistung
5.4. Stage-Environment-Fit-Theorie
6. Förderung der Lernmotivation
6.1. Förderung der Leistungsmotivation
6.2. Interessenförderung
7. Handlungsregulation
7.1. Das Rubikonmodell von Heckhausen & Gollwitzer
III. EMOTIONALE BEDINGUNGEN DES LERNENS
8. Angst
8.1. Begriffsklärung
8.2. Indikatoren für Schul- und Leistungsangst
8.3. Angst und Leistung
8.4. Die Entstehung von Schulangst
8.5. Einflussfaktoren
8.6. Prävention und Intervention
9. Aggression und Gewalt in der Schule
9.1. Begriffsbestimmung
9.2. Empirische Befunde
9.3. Aggressionstheorien
9.4. Bedingungsfaktoren
9.5. Prävention und Intervention
Zielsetzung & Themen
Ziel dieses Werkes ist es, die umfangreiche Stoffmenge der Pädagogischen und Differentiellen Psychologie, die für das erziehungswissenschaftliche Staatsexamen (EWS I) erforderlich ist, kompakt und verständlich aufzubereiten. Die Arbeit dient als strukturierte Orientierungshilfe für Lehramtsstudierende.
- Grundprozesse des Lernens und Lerntheorien (Behaviorismus & Kognitivismus)
- Gedächtnisstrukturen und kognitive Strategien
- Intelligenzmodelle und deren Bedeutung für die Schule
- Motivationale und emotionale Bedingungen erfolgreichen Lernens
- Umgang mit Aggression, Gewalt und Schulangst
Auszug aus dem Buch
3.1. Der Grundgedanke
Als Begründer des operanten Konditionierens gilt B.F. SKINNER. Wie bei der klassischen Konditionierung handelt es ich dabei um eine Form des assoziativen Lernens.
Allerdings wird beim operanten Lernen kein vorhergehender Reiz mit einer Reaktion-, sondern eine Verhaltensweise mit der nachfolgenden Konsequenz assoziiert. B.F. SKINNER unterscheidet dementsprechend zwischen respondentem- und operantem Verhalten. Ersteres wird durch vorhergehende Reize, letzteres durch die nachfolgenden Konsequenzen bestimmt.
Das Grundprinzip operanten Verhaltens formuliert THORNDIKE in seinem Gesetz der Auswirkung („Law of effect“): Das Gesetz besagt, dass Verhaltensweisen, die angenehme Konsequenzen haben, mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederholt werden, während Verhaltensweisen mit negativen Folgen eher nicht wiederholt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
I. GRUNDPROZESSE DES LERNENS: Dieses Kapitel erläutert die behavioristischen und kognitiven Lerntheorien sowie die zentralen Formen des Lernens und des Problemlösens.
1. Intelligenz: Das Kapitel bietet eine Einführung in Intelligenzkonzepte, klassische Modelle (Spearman, Thurstone) sowie moderne Ansätze und deren Relevanz für schulische Leistungen.
2. Begabung: Hier wird der Begriff der Begabung sowie die Hochbegabung aus theoretischer und diagnostischer Perspektive beleuchtet.
3. Motivation: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen der Motivation und Lernmotivation sowie deren Bedeutung für schulische Lernprozesse.
4. Ausgewählte Komponenten der Lernmotivation: Vertiefende Betrachtung der Leistungsmotivation, intrinsischer Motivation und des schulischen Interesses.
5. Empirische Befunde zu den motivationalen Faktoren des Lernens: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse zur Lernmotivation, Selbstwirksamkeit und deren Korrelation mit Schulleistungen.
6. Förderung der Lernmotivation: Praxisorientierte Ansätze, wie Lehrkräfte durch Bezugsnormorientierung und Interessenförderung die Motivation ihrer Schüler steigern können.
7. Handlungsregulation: Vorstellung des Rubikon-Modells von Heckhausen und Gollwitzer zur Steuerung von Zielerreichungsprozessen.
8. Angst: Erläuterung von Entstehung, Indikatoren und leistungsmindernden Effekten von Schul- und Leistungsangst sowie präventive Maßnahmen.
9. Aggression und Gewalt in der Schule: Analyse von Aggressionstheorien, Bedingungen von Gewalt und Strategien zur Prävention von Mobbing.
Schlüsselwörter
Pädagogische Psychologie, Differentielle Psychologie, Lerntheorien, Operante Konditionierung, Gedächtnis, Intelligenz, Hochbegabung, Lernmotivation, Leistungsmotivation, Schulangst, Aggression, Gewalt, Modelllernen, Attributionstheorie, Handlungsregulation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Skript?
Das Skript ist eine Prüfungsvorbereitung für den Bereich Pädagogische und Differentielle Psychologie im erziehungswissenschaftlichen Staatsexamen.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt Lernprozesse, Gedächtnis, Intelligenz, Motivation, Angst sowie das Thema Aggression und Gewalt im schulischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Die enorme Stoffmenge für das Staatsexamen kompakt, verständlich und prüfungsrelevant zusammenzufassen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden erwähnt?
Die Arbeit stützt sich auf eine Vielzahl psychologischer Theorien und empirische Studien, darunter behavioristische Ansätze, das Modell von Atkinson und aktuelle Schulforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist in Inhaltsbereiche unterteilt, die von Lerntheorien über kognitive Bedingungen des Lernens bis hin zu motivationalen und emotionalen Faktoren reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Lernstrategien, Motivation, Intelligenztestung, Attribution und Verhaltensmodifikation.
Wie unterscheidet sich die fluide von der kristallinen Intelligenz?
Fluide Intelligenz beschreibt die angeborene Leistungsfähigkeit der Informationsverarbeitung, während kristalline Intelligenz erworbenes Wissen und sprachliche Fähigkeiten umfasst.
Was besagt das Rubikon-Modell?
Es teilt Handlungen in vier Phasen ein: Vorentscheidung, Vorhandlung, Handlung und Nachhandlung, wobei der „Rubikon“ den Übergang von der Wunsch- zur Vorsatzbildung markiert.
Warum ist das „Dichotische Hören“ relevant?
Es dient als experimenteller Beleg für die selektive Aufmerksamkeit, da Reize auf einem unbeschäftigten Ohr semantisch nicht vollständig verarbeitet werden.
Wie lässt sich Schulangst präventiv mindern?
Durch die Etablierung eines kooperativen Klassenklimas, transparente Anforderungen und die Förderung der Selbstwirksamkeit der Schüler.
- Arbeit zitieren
- Josua Handerer (Autor:in), 2008, Examenshilfe - Erziehungswissenschaft (EWS I), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171113