Zentrales Anliegen der vorliegenden Arbeit ist es, den Einfluss von Smart Metering und Smart Grid auf die deutsche Energiewirtschaft im Jahre 2025 mit Hilfe der Szenarioanalyse zu untersuchen.
Zu diesem Zweck wurden insgesamt 18 Experten von neun verschiedenen Marktparteien in knapp 19 Stunden befragt sowie 18 Fragebogen verschickt von denen 17 in der Arbeit Verwendung fanden. Die Interviews wurden in 93 Seiten transkribiert und einer qualitativen Inhaltsanalyse unterzogen. Zusätzlich wurden 204 Onlineartikel sowie 49 Studien und Artikel auf die gleiche Weise analysiert.
So konnten im Verlauf der Szenarioanalyse drei Einflussbereiche mit fünf Untergruppen, 116 Einflussfaktoren, 21 Trends, 12 Schlüsselfaktoren sowie 34 Trendbruchereignissen identifiziert werden, die maßgeblich den Untersuchungsgegenstand beeinflussen.
Darauf aufbauend wurden die vier konsistenten Szenarien „The Green Age“, „Zweibahnstraße“, „Agenda 2025“ sowie „Berlicon Valley“ formuliert, Chancen und Risiken für jedes Szenario erarbeitet, sowie Handlungsempfehlungen für Energieversorger entwickelt.
Das Szenario „The Green Age“ ist von einem positiven Ausblick geprägt, bei dem Staat, Unternehmen und Bürger von der gesamtgesellschaftlichen „grünen“ Nachhaltigkeit profitieren. Das negative Szenario „Zweibahnstraße“ stellt die gehemmte Entwicklung auf Unternehmensseite und eine schwache gesetzliche Regulierung auf der anderen Seite dar, die die Marktdurchdringung der smarten Technologien erheblich beeinträchtigen. In dem Pfadszenario „Agenda 2025“ werden Maßnahmen und Initiativen eines starken Staates vorgestellt, der durch klare Gesetze Investitionsunsicherheiten für Unternehmen mildert und die Bürger nachhaltig sensibilisiert. „Berlicon Valley“ beschreibt, wie länder- und branchenübergreifende Dialoge, Kooperationen und Investitionen Jung und Alt zugute kommen.
Die drei Haupttreiber bzw. -hemmnisse sind die Effizienzvorgaben aus dem 202020-Ziel, die in Deutschland zu einem erhöhten Anteil an regenerativen Erzeugern führen, die unklare nationale Gesetzeslage, die große Investitionsunsicherheit zur Folge hat, sowie die unzureichende Aufklärung des Endkunden über die Vorteile und Möglichkeiten von Smart Meter/Metering/Grid.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Umfeldanalyse der Energiewirtschaft
2.1 Regulatorisches Umfeld
2.2 Akteure der Wertschöpfungskette
2.3 Intelligente Technologien
2.3.1 Zeitgeist „Smart“
2.3.2 Smart Metering
2.3.3 Smart Grid
3 Szenarioanalyse als Untersuchungsmethode
3.1 Grundlagen
3.2 Informationsquellen
3.2.1 Literaturanalyse
3.2.2 Expertenbefragung
3.2.3 Szenario-Team
3.3 Prozess
4 Ergebnisse der Szenarioanalyse
4.1 Einflussanalyse
4.1.1 Identifikation von Einflussbereichen
4.1.2 Einfluss-Matrix und System-Grid
4.2 Deskriptoren
4.2.1 Schlüsselfaktoren
4.2.2 Trends
4.2.3 Trendbruchereignis
4.3 Konsistenz-Bewertung
5 Szenarien und Konsequenzanalyse
5.1 The Green Age
5.1.1 Szenario
5.1.2 Chancen & Risiken
5.2 Zweibahnstraße
5.2.1 Szenario
5.2.2 Chancen & Risiken
5.3 Agenda 2025
5.3.1 Szenario
5.3.2 Chancen & Risiken
5.4 Berlicon Valley
5.4.1 Szenario
5.4.2 Chancen & Risiken
5.5 Handlungsempfehlungen für Energieversorger
6 Diskussion
6.1 Zusammenfassung
6.2 Kritische Würdigung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Smart Metering und Smart Grid auf die deutsche Energiewirtschaft im Jahr 2025. Ziel ist es, mittels einer Szenarioanalyse Treiber und Hemmnisse zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für Energieversorger abzuleiten.
- Regulatorisches Umfeld und Gesetzgebung in Deutschland
- Wertschöpfungskette der Energiewirtschaft
- Technologische Grundlagen von Smart Meter und Smart Grid
- Methodik der Szenarioanalyse zur Zukunftsplanung
- Entwicklung alternativer Zukunftsszenarien für 2025
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Zeitgeist „Smart“
Der Begriff „smart“ wird heute in einer Vielzahl von Zusammenhängen und in schier unerschöpflich vielen Kombinationen verwendet. Wird sich der weltweit größten Suchmaschinen bedient, erhält man 265 Mio. bzw. 1, 29 Mrd. Ergebnisse. Ein Sammelsurium an Smart Boards und Smart Cards, das Fahrzeug Smart, Smart Drugs und etliche weitere kommerzielle und nicht kommerzielle Anbieter treten zum Vorschein. Zum Vergleich: Das Wort „financial crisis“ ergibt lediglich 45 Mio. bzw. 302 Mio. Treffer in der Welt der Interneteinträge. Was also ist „smart“?
Das Oxford Advanced Learned Dictionary übersetzt „smart“ als „clever, schlau, intelligent“, fügt aber noch einen technischen Aspekt hinzu: „computer-controlled of a device, especially (...) to act in an intelligent way“. In einem computerbezogenen Kontext nutzte erstmals in den späten Sechzigern der Harvard-Professor Gerard Salton die Abkürzung SMART für „Salton’s Magical Automatic Retriever of Text“. Dieser Algorithmus nahm erstmals auf Grundlage von Suchanfragen Auswertungen vor, um so die Ergebnisse zu verbessern. Seine Forschung gilt immer noch als die erste digitale Suchmaschine. In der IT-Industrie machte sich 1999 eine Kooperation aus IBM, Western Digital, Compaq und SeaGate den Begriff zunutze. Um die Betriebssicherheit der neuesten Festplattengeneration weiter zu erhöhen etablierten sie einen gleichnamigen Standard dessen Akronym der Bezeichnung S.M.A.R.T für „Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology“ steht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Motivation und Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung globaler Klimaziele und der technologischen Entwicklungen.
2 Umfeldanalyse der Energiewirtschaft: Analyse der Gesetzgebung und der Akteure in der Wertschöpfungskette sowie Definition intelligenter Technologien.
3 Szenarioanalyse als Untersuchungsmethode: Darstellung der methodischen Vorgehensweise, Informationsquellen und des Prozesses der Szenarioanalyse.
4 Ergebnisse der Szenarioanalyse: Identifikation und Bewertung von Einflussbereichen, Schlüsselfaktoren und Trends zur Vorbereitung der Szenarien.
5 Szenarien und Konsequenzanalyse: Detaillierte Ausarbeitung der vier Szenarien mit Chancen, Risiken und Handlungsempfehlungen.
6 Diskussion: Zusammenfassung der Ergebnisse, kritische Reflexion des Vorgehens und Ausblick für die Forschung.
Schlüsselwörter
Smart Metering, Smart Grid, Energiewirtschaft, Szenarioanalyse, Deutschland 2025, Erneuerbare Energien, Digitalisierung, Energiewende, Smart Home, Lastmanagement, Netzinfrastruktur, Datenmanagement, Prosumer, Standardisierung, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen intelligenter Technologien wie Smart Meter und Smart Grid auf die deutsche Energiewirtschaft bis zum Jahr 2025.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Regulatorik, der Wertschöpfungskette, der technologischen Vernetzung sowie der gesellschaftlichen Akzeptanz und wirtschaftlichen Machbarkeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel besteht darin, durch die Entwicklung vier verschiedener Zukunftsszenarien Unsicherheiten zu reduzieren und Handlungsempfehlungen für Akteure in der Energiebranche zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird die Methode der Szenarioanalyse nach dem Battelle-Institut verwendet, ergänzt durch Expertenbefragungen und eine qualitative Inhaltsanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Umfeldanalyse, die Erläuterung der Untersuchungsmethode, die Ergebnispräsentation der Szenarioanalyse sowie die abschließende Konsequenzanalyse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Smart Metering, Smart Grid, Szenarioanalyse und die deutsche Energiewirtschaft.
Welche vier Szenarien werden entwickelt?
Die Szenarien heißen "The Green Age", "Zweibahnstraße", "Agenda 2025" und "Berlicon Valley", wobei jedes unterschiedliche politische und wirtschaftliche Entwicklungsverläufe beschreibt.
Warum wird die Batterietechnologie als kritisch für E-Mobilität eingestuft?
Die Arbeit identifiziert die mangelnde Leistungsfähigkeit und Reife der Batterietechnologie als eines der Haupthemmnisse, um Elektroautos umfassend in den Stromhandel zu integrieren.
- Quote paper
- Diplom Wirtschaftsingenieur Daniel Thomas Roy (Author), 2010, Smart Metering und Smart Grid im Jahre 2025, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171111