Die folgende Ausarbeitung gibt, ausgehend aus einer historischen Perspektive, einen
kompakten Überblick über die verschiedenen Aspekte von SiS1 in Deutschland und der
Schweiz. Dabei versucht sie, SiS als Element von Jugendhilfe näher zu bestimmen und
deren Funktion innerhalb der Schule zu thematisieren.
Zunächst wird die Entwicklung von SiS seit den siebziger Jahren thematisiert und deren
Bedeutung begrifflich umrissen.
Im weiteren Verlauf geht es um außerschulische und schulische Herausforderungen, mit
denen Schüler konfrontiert sind und die SiS notwendig machen. Darauf aufbauend fließen
praktische wie auch theoretische Ansätze für die Begründung von SiS mit ein. Anschließend
werden die konkreten Aufgabenfelder, Methoden und Strukturen von SiS
weiter ausgeführt. Schließlich beschäftigt sich die Hausarbeit mit der konfliktreichen
Zusammenarbeit zwischen SozialarbeiterInnen und LehrerInnen, um danach die konkreten
Vorteile und Effekte für SchülerInnen und LehrerInnen zu beleuchten.
Am Ende der Arbeit steht einen Exkurs zur Situation der SiS im Landkreis Kassel.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schulsozialarbeit - eine Definition
3. Historische Entwicklung von Schulsozialarbeit in Deutschland
4. Warum Schulsozialarbeit?
4.1. Strukturelle Ursachen von Schulsozialarbeit
4.2 Alltagspraktische Begründungsmuster
4.3. Theoretische Begründungsmuster
5. Aufgaben und Leistungen von Schulsozialarbeit
5.1. Ziele und Zielgruppen der Schulsozialarbeit
5.2. Aufgaben und Methoden sozialer Arbeit
6. Zum Verhältnis zwischen Schule und sozialer Arbeit
6.1. Schwierigkeiten bei der Kooperation zwischen LehrerInnen und SozialarbeiterInnen
6.2 Ursachen für diese Entwicklungen
7. Die Wirksamkeit von Schulsozialarbeit für SchülerInnen und Schulen
7.1. Die Vorteile für SchülerInnen und LehrerInnen
7.2. Empirische Studien zur Wirksamkeit von Schulso
8. Sozialarbeit in Schule im Landkreis Kassel
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ziele und die Wirksamkeit von Schulsozialarbeit unter besonderer Berücksichtigung der komplexen Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Sozialpädagogen. Ziel ist es, die Funktionen, methodischen Ansätze und die daraus resultierenden Effekte für das Schulumfeld aufzuzeigen sowie die aktuelle Situation im Landkreis Kassel exemplarisch zu beleuchten.
- Historische Entwicklung und Definition von Schulsozialarbeit
- Strukturelle, alltagspraktische und theoretische Begründungsmuster
- Kooperationsdynamik zwischen Schule und Jugendhilfe
- Wirksamkeit von Schulsozialarbeit für Schüler und Lehrer
- Praxisbeispiel: Schulsozialarbeit im Landkreis Kassel
Auszug aus dem Buch
6. Zum Verhältnis zwischen Schule und sozialer Arbeit
“In der Schulsozialarbeit kann die Kooperation zwischen SchulsozialarbeiterInnen und LehrerInnen als entscheidende Schnittstelle für die Qualität der Leistungserbringungen betrachtet werden, da die SozialarbeiterInnen als Bindeglied zwischen Jugendhilfe und Schule auf eine enge Kooperation mit den LehrerInnen angewiesen sind.”
Schule und SiS sind erst einmal zwei unterschiedliche berufliche Systeme, die in einem Spannungsverhältnis zu einander stehen. Durch die jahrzehntelange Trennung von Schulpädagogik und Jugend- bzw. Kinderhilfe haben sich unterschiedliche Systeme, Institutionen und auch Methoden herausgebildet. Während die Schulpädagogik staatlich legitimiert und organisiert wird, zeichnet sich Jugendhilfe durch ein breit gefächertes Netz von Trägern und Anbietern mit einer Vielzahl von Leistungen aus.
Da SiS oft nur als “Gast” von der Schule angesehen wird und nicht als gleichberechtigte Instanz, fehlt hier vielfach die interne Akzeptanz. Diese Tendenzen erschweren eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen beiden Professionen.
Auf der Grundlage unterschiedlicher empirischer Untersuchungen zeigen sich zwei eindeutige Trends in der Kooperation zwischen SozialarbeiterInnen und LehrerInnen. Zum einen gibt es ein erhebliches Informationsdefizit bezüglich der Strukturen, Aufgaben und rechtlichen Voraussetzungen der jeweils anderen Profession.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Überblick über Aspekte der Schulsozialarbeit in Deutschland und der Schweiz sowie den thematischen Aufbau der Arbeit.
2. Schulsozialarbeit - eine Definition: Hier wird die historische Herkunft des Begriffs aus den USA erläutert und die Entwicklung verschiedener Definitionsansätze seit den 1970er Jahren dargestellt.
3. Historische Entwicklung von Schulsozialarbeit in Deutschland: Das Kapitel beschreibt die Entstehung der Schulsozialarbeit als Reaktion auf die institutionelle Trennung von Schule und Jugendhilfe im Zuge von Bildungsreformen.
4. Warum Schulsozialarbeit?: Hier werden strukturelle, alltagspraktische und theoretische Gründe für die Notwendigkeit von Schulsozialarbeit in einem komplexer werdenden Schulumfeld analysiert.
5. Aufgaben und Leistungen von Schulsozialarbeit: Es wird ein breites Spektrum an präventiven und intervenierenden Aufgaben sowie Methoden der Schulsozialarbeit dargelegt.
6. Zum Verhältnis zwischen Schule und sozialer Arbeit: Dieses Kapitel thematisiert die Spannungsfelder, Akzeptanzprobleme und Kooperationsschwierigkeiten zwischen Lehrkräften und Sozialpädagogen.
7. Die Wirksamkeit von Schulsozialarbeit für SchülerInnen und Schulen: Die Wirksamkeit wird anhand von Vorteilen für die Beteiligten und empirischen Studien zur Akzeptanz und zum Nutzen belegt.
8. Sozialarbeit in Schule im Landkreis Kassel: Ein Exkurs zur praktischen Umsetzung und Vernetzung der Schulsozialarbeit im Landkreis Kassel an verschiedenen Schultypen.
9. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Dynamik der Profession und einem Ausblick auf die Notwendigkeit einer stärkeren Integration der Schulsozialarbeit in den Schulalltag.
Schlüsselwörter
Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Schulentwicklung, Kooperation, LehrerInnen, Sozialpädagogik, Bildungsgerechtigkeit, Bildungsungleichheit, Prävention, Lebensbewältigung, SchulsozialarbeiterInnen, Landkreis Kassel, Interventionsmethoden, Schulkultur, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Ziele, die methodische Ausgestaltung und die Wirksamkeit der Schulsozialarbeit im Kontext der Zusammenarbeit mit Lehrkräften.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entwicklung der Schulsozialarbeit, die Kooperation der Professionen sowie die konkrete Arbeitssituation im Landkreis Kassel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schulsozialarbeit als Unterstützungssystem für Schüler und Schulen fungiert und welche Faktoren die Kooperation zwischen den beteiligten Fachkräften beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender pädagogischer Diskurse, die Auswertung empirischer Studien sowie Informationen zur Praxis der Schulsozialarbeit im Landkreis Kassel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Begründungsansätzen für Schulsozialarbeit, den Aufgabenprofilen sowie den Spannungen im Kooperationsverhältnis zwischen Schule und Jugendhilfe.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Schulsozialarbeit, Kooperation, Bildungsgerechtigkeit, Sozialpädagogik und Schulentwicklung.
Welche Rolle spielt der Exkurs zum Landkreis Kassel?
Der Exkurs verdeutlicht an der Praxis von 26 Schulen, wie Schulsozialarbeit als eigenständiger Fachdienst vor Ort agiert und die Vernetzung mit anderen Institutionen gelingen kann.
Warum gibt es laut Autor oft Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit?
Die Schwierigkeiten resultieren primär aus einem Informationsdefizit über die jeweils andere Profession, unterschiedlichen beruflichen Selbstverständnissen und strukturellen Machtverhältnissen.
- Arbeit zitieren
- Ivo Stagge (Autor:in), 2011, Die Ziele und Wirksamkeit von Schulsozialarbeit im Kontext der Zusammenarbeit von LehrerInnen und SozialarbeiterInnen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171099