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Land ohne Staatlichkeit

Über mangelhafte Staatlichkeit und Staatszerfall in Sudan. Eine theoriegeleitete Fallstudie.

Title: Land ohne Staatlichkeit

Term Paper , 2011 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Florian Philipp Ott (Author)

Politics - Region: Africa

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Der Wille der Südsudanesen ist klar: Mit fast 99 Prozent der Stimmen forderten sie im Januar 2011 ihre Unabhängigkeit vom sudanesischen Zentralstaat. Bereits im Juli, so die aktuellen Pläne, möchten sie ihren neuen Staat im nordöstlichen Afrika gründen. Trotz anders lautender Befürchtungen signalisierte zuletzt sogar die Zentralregierung in Khartum, dass sie das Votum der Menschen akzeptieren wolle.1 Die Unabhängigkeit Südsudans könnte damit ein entscheidender Schritt sein, um die Region nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs dauerhaft zu stabilisieren und zu befrieden.

Gleichwohl gilt es, diese Entwicklung nicht zu überschätzen. Schließlich kann kaum ein Staat der Welt auf eine derart lange und komplexe Konfliktgeschichte zurückblicken wie der heutige Sudan. Seit seiner Unabhängigkeit von der britischen Krone, im Jahre 1956, war das Land Schauplatz dreier großer Regionalkonflikte mit Millionen von Toten. Stabilität und Frieden sind hier bis heute weitgehend unbekannt. Nicht umsonst gilt der größte Staat Afrikas in der wissenschaftlichen Diskussion deshalb als Paradebeispiel, wenn es um Theorie und Empirie gescheiterter Staaten geht. So belegt Sudan bereits seit 2007 dauerhaft einen der drei Spitzenplätze im bekannten Failed States Index, einer weltweiten Rangliste gescheiterter Staaten, die von der amerikanischen Fachzeitschrift Foreign Policy veröffentlicht wird.

Um sich dem Problem des Staatszerfalls empirisch anzunähern, wie es Ziel dieser Arbeit sein soll, gibt es daher kaum ein besseres Fallbeispiel als Sudan. Zuvor müssen jedoch die völkerrechtlichen und politikwissenschaftlichen Grundlagen der Staatstheorie geklärt und davon abgeleitete Idealtypen des Staatszerfalls vorgestellt werden. Außerdem sind analytische Kriterien zu definieren, mit deren Hilfe Sudan untersucht und theoretisch eingeordnet werden kann. Erst daran anschließend macht es Sinn, sich Sudan in Form einer Fallstudie zu nähern. Dabei gilt es, die landesspezifischen Strukturen, Probleme und Konflikte anhand der theoretischen Grundlage vergleichend zu betrachten. Enden soll die Analyse dann mit einer abschließenden Bewertung der Ergebnisse und einer Einschätzung der aktuellen Gesamtsituation.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorien der Staatslehre und des Staatszerfalls

2.1 Der völkerrechtliche Staatsbegriff

2.1.1 Das Staatsgebiet

2.1.2 Das Staatsvolk

2.1.3 Die Staatsgewalt

2.2 Der politikwissenschaftliche Staatsbegriff

2.2.1 Die Sicherheitsfunktion

2.2.2 Die Wohlfahrtsfunktion

2.2.3 Die Legitimitäts- und Rechtsstaatsfunktion

2.3 Formen und Folgen des Staatszerfalls

2.3.1 Schwache Staaten

2.3.2 Versagende Staaten

2.3.3 Gescheiterte Staaten

3. Sudan als Fallbeispiel gescheiterter Staatlichkeit

3.1 Geographie, Bodenschätze und Bevölkerung

3.2 Historische Entwicklung

3.3 Politisches System und Rechtsstaatlichkeit

3.4 Wohlstand und Wohlfahrt

3.5 Sicherheit und bewaffnete Regionalkonflikte

3.5.1 Der Konflikt in Südsudan

3.5.2 Der Darfur-Konflikt

3.5.3 Der Konflikt in Ostsudan

4. Fazit: Sudan ist und bleibt ein gescheiterter Staat

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Zustand der Staatlichkeit im Sudan auf Basis der völkerrechtlichen und politikwissenschaftlichen Staatstheorie. Das primäre Ziel ist es, den Sudan mittels einer theoriegeleiteten Fallstudie als "gescheiterten Staat" einzuordnen, die spezifischen Konfliktursachen zu analysieren und die aktuelle Gesamtsituation unter Berücksichtigung der regionalen Krisen zu bewerten.

  • Theoretische Grundlagen zur Definition von Staatlichkeit und Staatszerfall.
  • Analyse der historischen und geografischen Rahmenbedingungen im Sudan.
  • Untersuchung des politischen Systems und der Defizite in der Rechtsstaatlichkeit.
  • Evaluation der sozioökonomischen Situation und Wohlfahrtsleistung.
  • Detaillierte Fallbetrachtung der Regionalkonflikte in Südsudan, Darfur und Ostsudan.

Auszug aus dem Buch

3.5.2 Der Darfur-Konflikt

Im Gegensatz zu den Auseinandersetzungen in Südsudan ist der Darfur-Konflikt vergleichsweise jung. Erst seit Februar 2003 bekämpfen sich in den drei westsudanesischen Darfur-Provinzen unzählige Konfliktparteien in einer unübersichtlichen Gemengelage, die von regelmäßigen Seitenwechseln der Akteure geprägt ist. Beginn der Kampfhandlungen war die Erstürmung des Flughafens und zahlreicher Polizeistationen in al-Faschir, der Hauptstadt Norddarfurs. „Die Guerillas gaben vor, gegen die permanente Benachteilung der Region durch die Zentralregierung kämpfen zu wollen. Es war der Auftakt zu einem unbeschreiblichen Gemetzel.“

Um den Kampf der Aufständischen schnell niederzuschlagen, versuchte die sudanesische Zentralregierung daraufhin die nomadisch geprägte Stammeskultur Darfurs für ihre Zwecke auszunutzen. Gezielt bewaffnete sie lokale Banden, allen voran die sogenannten Dschandschawid, um bereits schwelende Konflikte um Wasser und Ackerland weiter anzufachen. Es kam in der Folge zu rassistischen Übergriffen, Massenexekutionen, Massenvergewaltigungen, Vertreibungen und zum Abbrennen ganzer Dörfer. Dadurch kamen bereits bis 2008 nach Schätzungen 200 000 bis 400 000 Menschen ums Leben. Über 2,5 Millionen flüchteten in friedlichere Gebiete innerhalb Sudans, in den Tschad oder in die Zentralafrikanische Republik. Gleichzeitig weiteten sich die Auseinandersetzungen auch auf die beiden Nachbarstaaten aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle politische Situation des Sudans ein und erläutert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit als theoretische Fallstudie.

2. Theorien der Staatslehre und des Staatszerfalls: Das Kapitel definiert Staatlichkeit anhand völkerrechtlicher Kriterien und politikwissenschaftlicher Kernfunktionen und stellt eine Typologie zur Klassifizierung von Staatszerfall vor.

3. Sudan als Fallbeispiel gescheiterter Staatlichkeit: Dies ist der Hauptteil, der geografische, historische und politische Rahmenbedingungen untersucht sowie eine detaillierte Analyse der Regionalkonflikte und der sozioökonomischen Lage im Sudan liefert.

4. Fazit: Sudan ist und bleibt ein gescheiterter Staat: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Sudan die Kriterien eines funktionierenden Staates sowohl nach völkerrechtlicher als auch nach politikwissenschaftlicher Definition nicht erfüllt.

Schlüsselwörter

Sudan, Staatszerfall, Gescheiterte Staaten, Staatslehre, Rechtsstaatlichkeit, Militärdiktatur, Regionalkonflikte, Darfur, Südsudan, Sicherheitsfunktion, Wohlfahrtsfunktion, Politische Partizipation, Failed States Index, Scharia, Human Development Index

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zustand des sudanesischen Staates und prüft, inwieweit das Land als "gescheiterter Staat" im Sinne politikwissenschaftlicher und völkerrechtlicher Theorien eingestuft werden kann.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Staatstheorie, der Prozess des Staatszerfalls, die politische Geschichte des Sudans, sozioökonomische Faktoren sowie die Analyse der bewaffneten Regionalkonflikte.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach der Anwendbarkeit von Staatstheorien auf den Sudan und ob das Land unter Berücksichtigung von Sicherheits-, Wohlfahrts- und Rechtsstaatsfunktionen als gescheiterter Staat zu betrachten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete Fallstudie, bei der analytische Kriterien und Typologien auf den konkreten Fall Sudan angewendet werden, ergänzt durch eine qualitative Auswertung internationaler Indizes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, die Rolle des politischen Systems (Militärdiktatur), die sozioökonomische Situation sowie spezifische Krisenherde wie Darfur, Südsudan und Ostsudan.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Staatszerfall, gescheiterte Staatlichkeit, Sicherheitsfunktion, Wohlfahrtsfunktion, Menschenrechte und Regionalkonflikte.

Welche Bedeutung hat die Scharia für das politische System im Sudan?

Die Scharia spielt eine zentrale Rolle in der Ideologie des sudanesischen Regimes, insbesondere unter dem Einfluss von Hassan al-Turabi, und dient als Instrument der Herrschaft, das jedoch im Konflikt mit einer pluralistischen Gesellschaft steht.

Welchen Einfluss hat der Darfur-Konflikt auf die Staatlichkeit des Sudans?

Der Darfur-Konflikt verdeutlicht den massiven Zusammenbruch der staatlichen Sicherheitsfunktion, da die Regierung statt Frieden zu stiften, lokale Milizen zur Unterdrückung einsetzt, was zur Destabilisierung weiter Teile des Staatsgebiets führt.

Kann der Unabhängigkeitsprozess im Süden als Lösung des Staatszerfalls gesehen werden?

Die Unabhängigkeit des Südsudans wird als potenzieller Hoffnungsschimmer betrachtet, da sie die Möglichkeit für einen neuen demokratischen Neuanfang bietet, wenngleich der Erfolg stark von der Kooperationsbereitschaft der Zentralregierung in Khartum abhängt.

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Details

Title
Land ohne Staatlichkeit
Subtitle
Über mangelhafte Staatlichkeit und Staatszerfall in Sudan. Eine theoriegeleitete Fallstudie.
College
University of Duisburg-Essen  (Institut für Politikwissenschaften)
Course
Entwicklungsprobleme und Integrationspolitik
Grade
1,0
Author
Florian Philipp Ott (Author)
Publication Year
2011
Pages
23
Catalog Number
V171026
ISBN (eBook)
9783640900510
ISBN (Book)
9783640900565
Language
German
Tags
Sudan Staatstheorie Jellinek Failed States Gescheiterte Staaten Staatszerfall Afrika Drei-Elemente-Lehre Wohlfahrtsfunktion Sicherheitsfunktion Rechtsstaatsfunktion Darfur Konflikt Südsudan Ostsudan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Philipp Ott (Author), 2011, Land ohne Staatlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171026
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