Während des Seminars Lexikographie wurde eine Themenvielfalt präsentiert, die das Interesse für dieses Fachgebiet weckte. Es eröffneten sich neue Perspektiven auf die Erstellung von Wörterbüchern und deren Aufbau. Das Seminar hat die Aufmerksamkeit auch auf die unterschiedliche Darstellung der Lemmata gerichtet, die
sich als eine Basiskategorie beim Vergleichen von Wörterbüchern herausstellte.
Gemeinsam mit der wachsenden Nachfrage nach Deutsch in Brasilien steigen auch die Erwartungen an zweisprachige Wörterbücher, die nicht nur in Sprachschulen, sondern auch in Regelschulen gebraucht werden. Es kommt nicht selten vor, dass die Skepsis der Lehrkraft gegenüber den angebotenen Wörterbüchern groß ist. Außerdem ist die
Auswahl stark begrenzt. Ich glaube, dass diese Skepsis sich insbesondere auf die Mikrostruktur eines Wörterbuches bezieht, das heißt darauf, wie Wörter beschrieben werden.
Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob der Lernende überhaupt mit einem Wörterbuch entsprechend umgehen kann. Das betrifft das Verstehen der verschiedenen Bedeutungserklärungen bzw. -nuancen in einem Lemma und in der Folge auch ihre korrekte Benutzung im Kontext. Des Öfteren lässt es sich nur unschwer erkennen, dass
der Lernende für die Textproduktion ein Wörterbuch benutzt hat, wenn ein entsprechendes Wort nicht für einen gewissen Kontext geeignet ist.
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem kontrastiven lexikographischen Vergleich des Verbs gostar und seinen Entsprechungen in der deutschen Sprache. Hierzu wird zunächst der Aufbau beider Wörterbücher, Langendscheit: portugiesischdeutsch/deutsch-portugiesisch und Michaelis: portugiesisch-deutsch/deutschportugiesisch
untersucht, um sich im nächsten Schritt dem Verb gostar1 widmen. Diese Untersuchung ist daher sowohl lexikographisch interessant als auch als kontrastiv relevant.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Vorstellung der untersuchten Wörterbücher
1.1 Zielsetzungen
1.2 Stichwortauswahl
1.3 Textverbundstruktur
2 Vergleiche der Darstellung von gostar
2.1 Makrostrukturen
2.2 Mikrostrukturen
2.2.1 Linke Struktur
2.2.2 Rechte Struktur
3 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt auf einen kontrastiven lexikographischen Vergleich des portugiesischen Verbs gostar und dessen Entsprechungen in der deutschen Sprache ab. Dabei wird untersucht, wie die Wörterbücher Langenscheidt und Michaelis das Verb in ihren Strukturen darstellen und welche Herausforderungen sich für Lernende bei der Verwendung dieser Wörterbücher in Bezug auf Bedeutungserklärungen ergeben.
- Kontrastiver lexikographischer Vergleich zweier zweisprachiger Wörterbücher
- Analyse der Makro- und Mikrostruktur von Wörterbucheinträgen
- Untersuchung der semantischen Äquivalenz und Synonymie am Beispiel des Verbs gostar
- Evaluation der Benutzerorientierung bei der Darstellung von Übersetzungshilfen
- Kritische Reflexion über die Eignung der Wörterbücher für Deutsch-als-Fremdsprache-Lernende
Auszug aus dem Buch
2.1 Makrostrukturen
Die makrostrukturellen Anordnungen haben in den Wörterbüchern eine vorwiegend organisatorische Funktion. Dadurch wird die Suche nach dem Begriff und dessen Erklärungen vereinfacht. Während des Vergleichs wurden in beiden Wörterbüchern interessante und verschiedene Merkmale entdeckt, die im Folgenden präsentiert werden sollen. Dies ist als Zeichen dafür zu deuten, dass die Wörterbücher sehr unterschiedlich konzipiert wurden.
Als nächstes wird die bereits angesprochene Makrostruktur beider Wörterbücher vorgestellt und deren Inhalte werden ausführlich beschrieben.
Langenscheidt im Folgenden auch durch das Zeichnen (L) erkennbar.
Um die Lemmata dem Benutzer deutlicher zu präsentieren, wurden diese im Langenscheidt schwarz fett gedruckt und kommen als nischenalphabetisch vor. Schlaefer veranschaulicht diese „nischenförmige“ Anordnung (...) als „das Lemma, dem ein etymologisch zusammenhängender Wortfamilienausschnitt folgt, als leitlemma abgesetzt, während die Wortfamilienlemmata in normal-alphabitischer Folge unabgesetzt folgen (2002: 90).“ Außerdem werden sie als inizialalphabetisch organisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Lexikographie und die Zielsetzung der Arbeit, das Verb gostar kontrastiv zwischen den Wörterbüchern Langenscheidt und Michaelis zu vergleichen.
1 Vorstellung der untersuchten Wörterbücher: Dieses Kapitel stellt die ausgewählten Wörterbücher vor, erläutert deren Zielsetzungen sowie Kriterien der Stichwortauswahl und die allgemeine Textverbundstruktur.
2 Vergleiche der Darstellung von gostar: Im Hauptteil findet eine detaillierte Analyse der Makro- und Mikrostrukturen beider Werke statt, wobei insbesondere die verschiedenen Übersetzungsmöglichkeiten und semantischen Nuancen des Verbs gostar gegenübergestellt werden.
3 Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, identifiziert Defizite in der Darstellung für DaF-Lernende und gibt Empfehlungen für zukünftige kontrastive Studien.
Schlüsselwörter
Lexikographie, Gostar, Kontrastive Analyse, Wörterbuch, Makrostruktur, Mikrostruktur, Fremdsprachenlernen, Übersetzung, Synonymie, Semantik, Lemma, Sprachvergleich, Deutsch, Portugiesisch, Wörterbuchbenutzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die lexikographische Darstellung des portugiesischen Verbs gostar in zwei spezifischen zweisprachigen Wörterbüchern und hinterfragt, wie präzise die angebotenen Übersetzungsmöglichkeiten sind.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die lexikographische Konzeption von Wörterbüchern, die Bedeutungserklärung von Verben sowie die kontrastive Analyse zwischen dem portugiesischen Sprachgebrauch und dessen Entsprechungen im Deutschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit die untersuchten Wörterbücher Lernenden dabei helfen können, das Verb gostar kontextgerecht zu verstehen und korrekt in die Zielsprache Deutsch zu übertragen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine kontrastive lexikographische Untersuchung, bei der die Makro- und Mikrostrukturen der Wörterbücher analysiert und ihre Einträge für gostar miteinander verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der organisatorischen Struktur der Wörterbücher sowie einer kritischen Analyse der verschiedenen Synonyme und Anwendungsbeispiele, die für gostar aufgeführt werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Neben der Lexikographie stehen die Begriffe Kontrastive Analyse, Synonymie, Mikrostruktur und die spezielle Problematik der Übersetzungsäquivalenz im Vordergrund.
Inwiefern beeinflusst die "nischenförmige" Anordnung die Benutzerfreundlichkeit?
Die nischenförmige Anordnung im Langenscheidt soll laut der Analyse helfen, Wortfamilien optisch zusammenzufassen, was die Suche für den Anwender erleichtern, aber bei komplexen Lemmata auch zu Unklarheiten führen kann.
Welche Schwachstellen werden bei den Synonym-Angaben identifiziert?
Die Autorin kritisiert, dass Wörterbücher oft Begriffe als Synonyme deklarieren, die in der praktischen Anwendung unterschiedliche Nuancen besitzen oder in falsche Kontexte gesetzt werden, was Lernende bei der Textproduktion irreführen kann.
- Quote paper
- Adriana Schlenker (Author), 2009, Die Problematik der Übersetzung des Verbs gostar, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170966