Die Bewertung von Unternehmen ist seit Jahrzehnten in der Betriebswirtschaftslehre,
der Jurisprudenz und der Bewertungspraxis ein Dauerthema. Die Komplexität und
Vielschichtigkeit der möglichen Fallgestaltungen hat zur Folge, dass rein schematische
Lösungen im Einzelfall nicht zu befriedigenden Ergebnissen führen und bestehende,
komplexe Verfahren immer wieder angepasst werden müssen. Die Betriebswirtschaft
kann daher mathematisch keinen unwiderlegbaren Unternehmenswert ableiten.
Gleichwohl haben sich zwischenzeitlich investitionstheoretisch fundierte Leitlinien
herausgebildet, die allgemein anerkannt sind und deren Befolgung zu akzeptablen
Ergebnissen führt. Grundsätzlich ist es das Ziel jedes Managers und des Controllers den
Unternehmenswert zu steigern. Um eine erfolgreiche wertorientierte
Unternehmensführung praktizieren zu können, ist eine optimale Organisation und die
Verfolgung der richtigen operativen und strategischen Ziele unumgänglich.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Die Bedeutung der Instrumente für eine Unternehmenswertanalyse
3 Anlässe der Unternehmenswertanalyse
4 Funktionen der Unternehmenswertanalyse
5 Wertorientierte Unternehmensführung
5.1 Betriebswirtschaftliches Cash-flow-Statement
5.2 Kapitalflussrechnung
5.3 Shareholder Value
5.3.1 Economic Value Added
5.3.2 Cash Value Added
5.3.3 Customer Value
5.3.4 Buchwert-Marktwert-Verhältnis nach Tobin´s Q
5.3.5 Return On Capital Employed
5.3.6 Fazit
5.4 Wertsteigerung und Arbeitsplatzsicherheit
5.5 Unternehmenswertanalyse mit dem Discounted Cash-flow-Verfahren
5.5.1 Kalkulationszinsfuß Weighted Averaged Cost of Capital
5.5.2 Ermittlung des Eigenkapitalkostensatzes
5.5.3 Ermittlung Marktwert des Eigenkapitals nach dem DCF-Verfahren
5.5.4 Würdigung des DCF-Verfahrens
6 Strategische Controlling-Instrumente zur Erhaltung und Steigerung des Unternehmenswertes
6.1 GAP-Analyse
6.2 Balanced Scorecard
6.3 Gearing, zur Steuerung der Verschuldung
6.4 Fazit
7 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Projektarbeit verfolgt das Ziel, die Bedeutung und Praktikabilität verschiedener Instrumente der Unternehmenswertanalyse darzustellen und ihre Anwendung im Kontext der wertorientierten Unternehmensführung, exemplarisch am Beispiel der Deutschen Bahn AG und deren Tochtergesellschaft Schenker Deutschland AG, zu erläutern. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie moderne Controlling-Instrumente zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes beitragen können.
- Grundlagen der wertorientierten Unternehmensführung und Shareholder Value.
- Analyse und Anwendung finanzwirtschaftlicher Kennzahlen wie EVA, CVA und ROCE.
- Methodik der Unternehmensbewertung mittels Discounted Cash-flow-Verfahren (DCF).
- Einsatz strategischer Controlling-Instrumente wie GAP-Analyse und Balanced Scorecard.
- Steuerung der Kapitalstruktur und Verschuldung mittels der Gearing-Kennzahl.
Auszug aus dem Buch
5.3.4 Buchwert-Marktwert-Verhältnis nach Tobin´s Q
Sie wird ermittelt, indem der Marktwert eines Unternehmens (Aktienkapitalisierung plus Verbindlichkeiten) durch die Wiederanschaffungskosten aller Vermögensgegenstände geteilt wird. Wenn diese Kennzahl größer als 1 ist, bedeutet dies, dass das Unternehmen an der Börse teurer gehandelt wird als die Summe seines Vermögens ausmacht. Dieser Mehrwert kann dadurch erreicht werden, dass ein Unternehmen größere Erträge erwirtschaftet, als auf Grund der Vermögenswerte erwartet werden konnte. Ein weiterer Grund für einen überproportionalen Marktwert liegt in positiven Erwartungen auf künftige Erträge, die den Börsenkurs eines Unternehmens in die Höhe treiben. Ein Q kleiner als 1 würde dagegen bedeuten, dass die Vermögensgegenstände größere Wiederanschaffungskosten haben als das Gesamtunternehmen. Das Unternehmen wird also „unter Wert“ gehandelt, was es zu einem Kandidaten für eine Übernahme macht, da das ganze Unternehmen weniger kostet als seine Teile. Tobins´Q kann daher auch für Investoren als (statische) Kennzahl zur Unternehmenswertanalyse dienen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Unternehmensbewertung ein und stellt die Relevanz einer wertorientierten Unternehmensführung sowie die Problemstellung für den Controller dar.
2 Die Bedeutung der Instrumente für eine Unternehmenswertanalyse: Das Kapitel vergleicht die Unternehmenswertanalyse mit der Navigation eines Piloten und unterstreicht die Notwendigkeit von Instrumenten für die Orientierung und Kontrolle.
3 Anlässe der Unternehmenswertanalyse: Hier werden diverse Gründe für eine Unternehmenswertanalyse, wie Kauf, Verkauf, Gründung, Expansion oder Krisenmanagement, systematisch aufgezeigt.
4 Funktionen der Unternehmenswertanalyse: Das Kapitel differenziert zwischen Beratungs-, Argumentations-, Vermittlungs- und Steuerbemessungsfunktionen der Unternehmensbewertung.
5 Wertorientierte Unternehmensführung: Dieses zentrale Kapitel behandelt die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit durch wertorientierte Führung und analysiert diverse finanzwirtschaftliche Instrumente und Kennzahlen, inklusive des DCF-Verfahrens.
6 Strategische Controlling-Instrumente zur Erhaltung und Steigerung des Unternehmenswertes: Hier werden strategische Werkzeuge wie die GAP-Analyse, Balanced Scorecard und Gearing zur operationalen Umsetzung und Steuerung vorgestellt.
7 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Bedeutung des Controllings zusammen und reflektiert die Nachhaltigkeit der Unternehmensführung über die reine Instrumentenanwendung hinaus.
Schlüsselwörter
Unternehmenswertanalyse, Controlling, wertorientierte Unternehmensführung, Shareholder Value, Discounted Cash-flow, DCF, Economic Value Added, EVA, Cash Value Added, CVA, Return On Capital Employed, ROCE, GAP-Analyse, Balanced Scorecard, Gearing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Instrumente und Methoden der Unternehmenswertanalyse sowie deren Anwendung zur strategischen Steuerung und nachhaltigen Wertsteigerung eines Unternehmens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die wertorientierte Unternehmensführung, finanzwirtschaftliche Kennzahlen (wie EVA und ROCE), Bewertungsmethoden wie das DCF-Verfahren sowie strategische Controlling-Instrumente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Demonstration, wie Instrumente des Controllings Entscheidungsträgern dabei helfen, Unternehmenswerte zu messen, zu sichern und langfristig zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine praxisorientierte Analyse, indem sie theoretische Instrumente vorstellt und deren Anwendung anhand von Daten der Deutschen Bahn AG und Schenker Deutschland AG illustriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen der Wertorientierung, analysiert spezifische Finanzkennzahlen, beschreibt das DCF-Verfahren und erörtert strategische Steuerungsinstrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Unternehmenswertanalyse, Shareholder Value, Controlling-Instrumente, DCF-Verfahren, EVA, ROCE und Balanced Scorecard.
Welche Bedeutung hat das DCF-Verfahren für die DB AG?
Das DCF-Verfahren wird als populäres Instrument zur zukunftsorientierten Bewertung eingesetzt, wobei die Prognose von Free-Cash-flows und die Anwendung des WACC für die Ermittlung des Unternehmenswerts zentral sind.
Wie unterstützt die Balanced Scorecard die Umsetzung von Strategien?
Sie verknüpft Vision und Strategie des Unternehmens über verschiedene Perspektiven (Finanzen, Kunden, Prozesse, Potenzial) miteinander und dient als Managementsystem für strategisch relevante Größen.
Warum wird die Gearing-Kennzahl zur Steuerung genutzt?
Gearing dient als Indikator für die Verschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital und hilft dabei, die Abhängigkeit von Fremdkapitalgebern zu steuern und ein optimales Kapitalstrukturverhältnis anzustreben.
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- Ali Bülbül (Author), 2010, Instrumente der Unternehmenswertanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170900