Die Wortbildung ist einer der wichtigsten Bereiche, die man unter den sprachwissenschaftlichen Themen kontinuierlich in Betracht zieht, weil sie eine eminente Rolle in der Bereicherung des Wortschatzes spielt. Auf der einen Seite ermöglicht sie die Schaffung von Neologismen im Sprachaufbau durch neue Wortkombinationen. Auf der anderen Seite trägt sie zur Eingliederung von bestimmten komplexen sprachlichen Konstruktionen im Wortschatz bei.
Ausgehend von der Wichtigkeit dieses sprachwissenschaftlichen Teilgebietes werden zunächst in folgender Untersuchung Determinativkomposita (endozentrische / exozentrische Zusammensetzungen), Kopulativkomposita, Possessivkomposita und Zusammenrückung im Französischen und Deutschen definiert und verglichen. Danach werden die Ergebnisse der kontrastiven Analyse und deren Bedeutungswert für die Sprachwissenschaft diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Begriffes " Komposita"
2.1. Zum französischen Begriff „mot composé“
2.2. Zum deutschen Begriff „Kompositum“
3. Die Klassifikation der Komposita
4. Subordination oder Determinativzusammensetzung
5. Exozentrische (exoz.) / Endozentrische (endoz.)Determinativkomposita
6. Koordination bzw. Kopulativkomposita
7. Possessivkomposita " Bahuvrihi "
8. Zusammenrückung
9. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Kompositionsstrukturen im Französischen und Deutschen kontrastiv zu untersuchen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wortbildung zu identifizieren und deren Bedeutung für die Sprachwissenschaft zu erörtern.
- Vergleichende Analyse der Wortbildungsarten in beiden Sprachen.
- Untersuchung von Determinativ- und Kopulativkomposita.
- Analyse von Possessivkomposita ("Bahuvrihi") und deren exozentrischen Merkmalen.
- Untersuchung des Sonderfalls der Zusammenrückung und deren syntaktischer Kombinationen.
- Diskussion der unterschiedlichen orthographischen und strukturellen Bildungsregeln.
Auszug aus dem Buch
4. Subordination oder Determinativzusammensetzung
Im Französischen spricht man von einem Determinativkompositum, wenn es ein Bestimmungsverhältnis zwischen den beiden Konstituenten gibt. Die Determinationsbeziehung erkennt man durch das Paraphrasieren des Kompositums und sie gliedert sich in zwei Fälle.
a) Die erste Konstituente wird durch die zweite determiniert. Die erste Konstituente bezeichnet man als Grundwort und die zweite als Bestimmungswort.
z.B. wâgon-lit = Schlafwagen wâgon ist das Grundwort und lit das Bestimmungswort. Es handelt sich hier um einen Eisenbahnwagen mit Betten für die Reisenden; andere Beispiele: lance-pierres = Steinschleuder, machine à laver = Wasch machine, carte-postale = Postkarte ...).
b) Die zweite Konstituente wird durch die erste näher bestimmt, und hier wird der erste Teil des Kompositums als Bestimmungswort bezeichnet, während das zweite Grundwort genannt wird,
z.B. auto-école = Fahrschule auto ist Bestimmungswort und école ist Grundwort. Das Wort auto-école wird paraphrasiert durch das Unternehmen, in dem man das Fahren eines Kfz. erlernen kann; andere Beispiele: moyen Age = Mittelalter, belle-mére = Schwiegermutter, ...).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Wortbildung als Instrument der Neologismenbildung ein und skizziert das Ziel einer kontrastiven Untersuchung zwischen Französisch und Deutsch.
2. Definition des Begriffes " Komposita": Das Kapitel definiert den Kompositionsbegriff für beide Sprachen und betont die unterschiedliche Produktivität sowie die strukturellen Besonderheiten der Wortbildung.
3. Die Klassifikation der Komposita: Hier werden die beiden Hauptgruppen der Koordination und Subordination vorgestellt und ihre Unterschiede in der Bestimmungsbeziehung sowie Orthographie aufgezeigt.
4. Subordination oder Determinativzusammensetzung: Dieses Kapitel vertieft die zwei Arten von Determinativkomposita, in denen entweder das Grundwort oder das Bestimmungswort durch das jeweils andere Element determiniert wird.
5. Exozentrische (exoz.) / Endozentrische (endoz.)Determinativkomposita: Der Fokus liegt hier auf der Unterscheidung zwischen endozentrischen Komposita, deren Bedeutung innerhalb des Wortes liegt, und exozentrischen Komposita, die außerhalb ihres Grundwortes eine neue Bedeutung konstituieren.
6. Koordination bzw. Kopulativkomposita: Es wird die additive Beziehung bei Kopulativkomposita beschrieben, bei der beide Glieder gleichberechtigt sind, wobei die sprachspezifische Genuszuweisung variiert.
7. Possessivkomposita " Bahuvrihi ": Dieses Kapitel behandelt den Typus des "Bahuvrihi", bei dem das Subjekt außerhalb des Kompositums steht und eine possessive Beziehung zwischen den Bestandteilen und dem Denotat besteht.
8. Zusammenrückung: Hier wird der Sonderfall der Zusammenrückung untersucht, der eine syntaktische Kombination ohne klassisches Determinationsverhältnis darstellt und in vier Untergruppen eingeteilt wird.
9. Zusammenfassung: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Notwendigkeit weiterer Forschung, insbesondere im Bereich der Werbesprache, betont.
Schlüsselwörter
Komposita, Wortbildung, kontrastive Linguistik, Determinativkomposita, Kopulativkomposita, Französisch, Deutsch, Subordination, Koordination, Exozentrik, Endozentrik, Possessivkomposita, Zusammenrückung, Neologismen, Sprachvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer kontrastiven Untersuchung der Kompositionsstrukturen in der französischen und deutschen Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Definition von Komposita, deren Klassifikation in Koordination und Subordination sowie die Analyse von Spezialformen wie Possessivkomposita und Zusammenrückungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Bildungsregeln komplexer Wörter in beiden Sprachen wissenschaftlich zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kontrastive Analyse angewandt, die durch Paraphrasierung und strukturelle Gegenüberstellung der Wortbildungstypen Erkenntnisse über beide Sprachsysteme gewinnt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Kategorien Determinativ-, Kopulativ- und Possessivkomposita sowie Zusammenrückungen jeweils für beide Sprachen definiert und anhand von Beispielen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Komposita, Wortbildung, Kontrastive Linguistik, Determinativkomposita, Koordination, Subordination, Exozentrik und Endozentrik.
Wie unterscheidet sich die Schreibung von Komposita im Französischen und Deutschen?
Im Deutschen werden Komposita in der Regel zusammengeschrieben, während sie im Französischen meist durch Bindestriche oder Präpositionen verbunden oder gar getrennt geschrieben werden.
Was versteht der Autor unter einer "Zusammenrückung"?
Eine Zusammenrückung ist eine syntaktische Kombination aus mehreren Elementen (oft Verbalstämmen), bei der kein klassisches Determinationsverhältnis vorliegt, sondern eine feste Wortgruppe als neue lexikalische Einheit fungiert.
- Arbeit zitieren
- P. A Hamid Baalla (Autor:in), 2010, Zu einer kontrastiven Studie der Komposita im Französischen und Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170848