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Klassische Erklärungsansätze sozialer Protestbewegungen

Titel: Klassische Erklärungsansätze sozialer Protestbewegungen

Hausarbeit , 2011 , 14 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Olga Gillich (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Wort des Jahres 2010 in Deutschland ist der „Wutbürger“. Wutbürger sind Personen einer Nation, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit und nur schon bei einem Ansatz an Ungerechtigkeiten oder Unstimmigkeiten zwischen Politik und Meinung der Bevölkerung entstehen, auf die Straße gehen zu müssen und zu protestieren. Sie sind wütend auf das politische System in Deutschland (vgl. Gesellschaft für deutsche Sprache 2010). Aber nicht nur in Deutschland kam es 2010 und Anfang 2011 zu zahlreichen Protesten. Auch im restlichen Europa und in den arabischen Ländern Nordafrikas kam es zu vielen Protesten. Die sogenannte Jasmin-Revolution schwappte von einem arabischen Land zum nächsten über, sogar bis hin nach China. In Deutschland sind es Anti-Castor Demonstrationen und Anti-Bahnhof-Umbau Proteste (Stuttgart 21) und in den arabischen Ländern demonstriert die breite Bevölkerung gegen die despotischen Umstände in ihren Ländern.
Was haben diese Proteste gemeinsam? Sind die einen Proteste reiner Luxus? Denn Demonstrationen gegen den Atommüll oder gegen einen Bahnhofsumbau kann man in Anbetracht der Umstände in den arabischen Ländern nicht miteinander vergleichen. Oder sind Proteste jeglicher Art immer gleichen Ursprungs und stets gleich organisiert, aufgebaut und durchgeführt? Wie entstehen Proteste, wie sind diese strukturiert und wie werden sie medial präsentiert?
In der folgenden Arbeit versuche ich anhand der klassischen Erklärungsansätze von sozialen Protestbewegungen die theoretische Entstehung und Entwicklung von Protesten aufzuzeigen. Zu Beginn erörtere ich kurz die Entstehungsgeschichte der Bewegungsforschung um daraufhin den amerikanischen und den europäischen Strang der Protestforschung mit ihren einzelnen Ansätzen zu diskutieren. Ich behandle die Ansätze rein theoretisch und wende keine praktischen Vergleiche an, da es sonst den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Lediglich zum Schluss der Arbeit versuche ich die klassischen Erklärungsansätze kurz mit den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen der Welt zu erfassen, was jedoch aufgrund der Aktualität nur hypothetisch und nicht wissenschaftlich fundiert dargestellt werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehungsgeschichte der Bewegungsforschung

3. Klassische Erklärungsansätze sozialer Protestbewegungen

3.1. Der amerikanische Strang der Bewegungsforschung

3.2. Der europäische Strang der Bewegungsforschung

3.2.1. Structural Strains

3.2.2. Collective Identity

3.2.3. Framing

3.2.4. Der Resource Mobilization Ansatz

3.2.5. Political Opportunity Structures

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die theoretische Entstehung und Entwicklung von Protesten durch die Analyse klassischer Erklärungsansätze sozialer Protestbewegungen aufzuzeigen. Dabei wird die historische Entwicklung der Bewegungsforschung beleuchtet und der amerikanische sowie der europäische Strang der Protestforschung differenziert betrachtet, um die zugrunde liegenden Mechanismen kollektiven Handelns besser zu verstehen.

  • Historische Entstehungsgeschichte der Bewegungsforschung
  • Differenzierung zwischen amerikanischem und europäischem Forschungsstrang
  • Analyse zentraler Ansätze: Collective Behavior, Relative Deprivation, Structural Strains und Collective Identity
  • Bedeutung von Framing und Resource Mobilization für den Protest
  • Einordnung politischer Gelegenheitsstrukturen (Political Opportunity Structures)

Auszug aus dem Buch

3.2.3. Framing

Der Framing- Ansatz analysiert die kognitiven und diskursiven Strategien und Elemente sozialer Bewegungen. Das ursprüngliche Konzept stammt aus Goffmanns Rahmenanalyse (1974). Frames sind Interpretationsschemata, die es dem Einzelnen als Organisationsprinzip für Alltagserfahrungen ermöglichen, soziale Vorkommnisse und Ereignisse zu kategorisieren und zu interpretieren. Der Framing-Ansatz betont die konstruktivistischen Züge sozialer Bewegungen. Es geht um die Konstruktion eines Deutungsrahmens, der es Bewegungen gestattet, für sich selbst eine Legitimation ihres Handelns zu schaffen. Zudem wird gerechtfertigt, weshalb es zu bestimmten Protesten kommt. Dabei spielt der symbolische Protest die wichtigste Rolle. Framing im Protest bedeutet eine Inszenierung des Protestthemas, welches unterschiedlich interpretiert werden kann. Soziale Bewegungen generieren, verändern und nutzen Deutungsschemata, um ihr Anliegen zu kommunizieren, Anhänger zu mobilisieren und um Handlungsperspektiven zu entwickeln. Framing wird als ein dynamischer Prozess verstanden, in dessen Verlauf Charakter und Reichweite der Frames sich ständig verändert (vgl. Crossley 2002: 135ff.).

Die dabei wirksamen diskursiven und strategischen Prozesse (Frame Alignment) sind: Frame Bridging (die Verbindung verschiedener Deutungsrahmen, wodurch Koalitionen ermöglicht werden), Frame Amplification (Verstärkung der Deutungsmuster) und Frame Extension (Ausweitung der entwickelten Deutungsrahmen über den ursprünglichen Bereich hinaus). Frames müssen kommuniziert werden, „ (...) they must work through the media” (ebd.: 137). Dies geschieht meist durch die Massenmedien (Öffentlichkeit). Sie wirken in kognitiver Weise als Wahrnehmungsfilter und stiften über die gemeinsamen Deutungsmuster eine Gemeinschaft (ebd.). „Movement organizations need to maximize their supports (...) and to do this they must engage strategically with the symbols and more broadly the culture which mediates agents’ perceptions and understandings of the world” (ebd.: 136).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Aktualität sozialer Proteste ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Entstehung von Protestbewegungen theoretisch zu untersuchen.

2. Die Entstehungsgeschichte der Bewegungsforschung: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Bewegungsforschung beginnend im Zeitalter der Aufklärung bis hin zu soziologischen Klassikern wie Marx und Durkheim.

3. Klassische Erklärungsansätze sozialer Protestbewegungen: Hier werden die zwei zentralen Idealtypen der Bewegungsforschung, der amerikanische und der europäische Strang, systematisch vorgestellt und in ihre jeweiligen Theoriekomponenten unterteilt.

4. Fazit: Das Fazit schlussfolgert, dass kein einzelner Ansatz ausreicht, um Protestbewegungen vollumfänglich zu erklären, und plädiert für eine Verknüpfung der vorgestellten Theorien.

Schlüsselwörter

Soziale Bewegungen, Bewegungsforschung, Protest, Collective Behavior, Relative Deprivation, Structural Strains, Collective Identity, Framing, Resource Mobilization, Political Opportunity Structures, Politische Partizipation, Massenmedien, Gesellschaftlicher Wandel, Mobilisierung, Deutungsrahmen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen theoretischen Überblick über klassische Erklärungsansätze für soziale Protestbewegungen und untersucht, wie und warum Proteste entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Differenzierung zwischen amerikanischen und europäischen Forschungssträngen, die Bedeutung von Identität, Ressourcen, Deutungsrahmen sowie politischen Gelegenheitsstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die theoretische Entstehung und Entwicklung von Protesten anhand bestehender soziologischer Modelle verständlich aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen rein theoretischen Ansatz und verzichtet auf praktische Vergleiche, um den Rahmen der Arbeit zu wahren, wobei sie am Ende einen hypothetischen Bezug zu aktuellen Ereignissen herstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des amerikanischen Strangs (Collective Behavior, Relative Deprivation) und des europäischen Strangs (Structural Strains, Collective Identity, Framing, Resource Mobilization, Political Opportunity Structures).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie soziale Bewegungen, Mobilisierung, kollektive Identität, Framing und politische Gelegenheitsstrukturen definieren.

Wie unterscheidet sich der europäische vom amerikanischen Strang?

Der amerikanische Strang fokussiert oft auf irrationales Handeln und strukturelle Spannungen, während der europäische Strang stärker die sozialstrukturellen Voraussetzungen, die politische Organisation und die kulturelle Konstruktion von Sinn (Frames) betont.

Warum reicht laut Fazit kein einzelner Ansatz zur Erklärung aus?

Die Autorin argumentiert, dass Proteste ein komplexes Phänomen sind, das sowohl kulturelle, ökonomische als auch politische Faktoren vereint, weshalb eine Kombination der Theorien für ein umfassendes Verständnis notwendig ist.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Klassische Erklärungsansätze sozialer Protestbewegungen
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1.3
Autor
Olga Gillich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V170762
ISBN (eBook)
9783640897506
ISBN (Buch)
9783640897643
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Protest
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Olga Gillich (Autor:in), 2011, Klassische Erklärungsansätze sozialer Protestbewegungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170762
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Leseprobe aus  14  Seiten
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