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Von der „Zwangserziehung“ zur „Jugendwohlfahrt“

Die Entwicklung der Jugendgerichtsbarkeit und Jugendfürsorge zwischen 1870 und 1930

Titel: Von der „Zwangserziehung“ zur „Jugendwohlfahrt“

Hausarbeit , 2011 , 20 Seiten

Autor:in: Janka Vogel (Autor:in)

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Ohne Vorwarnung wird anderen Kindern mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Damit nicht genug: Man zieht anschließend seinen Gürtel aus dem Hosenbund und schlägt damit wahllos auf das Opfer ein. Es folgen bald weitere Bedrohungen und Raubtaten. Der erzieherische Handlungsbedar ist offensichtlich" (Heisig (2010): Das Ende der Geduld, S. 73).
In ihrem kürzlich erschienenen Buch schildert die ehemalige Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig Szenen jugendlicher Gewalttätigkeiten. Sie nimmt dies zum Anlass, erzieherische Maßnahmen zu fordern, um gegen jugendliche Straftäter anzukommen. Das
Thema Jugendkriminalität ist imzuge dieser Buchveröffentlichung kontrovers diskutiert worden in der Öffentichkeit.
Diese Diskussion sei hier insofern aufgegriffen, als dass die aufkommenden Fragen auch die Problematik dieser Arbeit umreißen: Woher kommt (Jugend-)Kriminalität? Was tun mit jugendlichen Straftätern? Gibt es „aussichtslose Fälle“? Wenn es so etwas gibt, wie geht man mit diesen um?
Dass das Phänomen Kriminalität wahrscheinlich genauso alt ist wie die Menschheit, behaupten die einen und lassen wenig Hoffnung, dass sich daran in Zukunft etwas ändert (Entziehen sie damit der Sozialpädagogik zum Teil ihre – wie sich zeigen wird - historische
Legitimationsgrundlage?). Dass es unter ganz bestimmten lebensweltlichen Bedingungen entstehen kann, behaupten die anderen. Eben auf diese Denkweise gründet sich zum Teil auch die moderne
Sozialpädagogik. Ihre Anfänge sollen im Rahmen dieser Arbeit mit dem besonderen Fokus auf den Umgang mit Jugendkriminalität nachgezeichnet werden.
Kirsten Heisig plädiert für einen konsequenteren Umgang mit jugendlichen Straftätern. Obwohl sie eine Problematik aufgreift, die in der hier untersuchten Epoche 1870 – 1930 in Deutschland noch gar keine Rolle spielt (das Problem jugendlicher Krimineller mit
Migrationshintergrund), können einige ihrer Gedankenstränge bereits in den damaligen fürsorgerischen Debatten wiedergefunden werden. So spricht sie sich als Jugendrichterin in erster Linie für einen erst unterstützenden und später regulierenden Eingriff in das Leben
von Kindern/ Jugendlichen aus (Vgl. Heisig (2010): Das Ende der Geduld, S. 127) und lässt Parallelen zur sozialpädagogischen Debatte des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts erkennen, wie sich im Folgenden zeigen soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von den Anfängen der institutionalisierten Jugendhilfe

2.1 Vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts

2.2 Entwicklungen im frühen 19. Jahrhundert

2.3 Die organisierte private Kinder- und Jugendfürsorge

3. Sozialpädagogische Reformbemühungen im Kaiserreich

3.1 Vorläufer staatlicher Interventionsmechanismen bis 1871

3.2 Auswirkungen der Bismarck'schen Sozialgesetzgebung

3.3 Fürsorgeerziehung und Jugendkriminalität

3.4 Das Problem Unerziehbarer

4. Die Jugendgerichtsbewegung

4.1 Vorbedingungen

4.2 Die Internationale Criminalistische Vereinigung als Wegbereiterin

4.3 Entstehung von Jugendgerichten zu Beginn des 20. Jhs.

5. Jugendfürsorge und -wohlfahrt bis 1930

5.1 Jugend als Lebensphase in der Weimarer Republik

5.2 Jugendfürsorge und -pflege: Entstehung des Jugendamtes

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die historische Entwicklung der Jugendgerichtsbarkeit und Jugendfürsorge in Deutschland zwischen 1870 und 1930 nachzuzeichnen und die zugrunde liegenden pädagogischen sowie ordnungspolitischen Denkweisen kritisch zu reflektieren. Dabei wird untersucht, wie sich der Umgang mit jugendlichen Straftätern von einer reinen Zwangserziehung hin zu einer institutionalisierten Jugendwohlfahrt wandelte und welche Parallelen zu heutigen Debatten über Jugendkriminalität bestehen.

  • Historische Evolution der Jugendfürsorge von den Anfängen bis 1930.
  • Einfluss sozialpädagogischer Reformbemühungen und staatlicher Gesetzgebung.
  • Die Entstehung der Jugendgerichtsbewegung und des Jugendamtes als zentrale Instanz.
  • Der Umgang mit als "unerziehbar" eingestuften Jugendlichen und das Nützlichkeitsdenken.
  • Reflexion des Grundsatzes "Erziehung statt Strafe" und dessen Aktualität.

Auszug aus dem Buch

3.4 Das Problem Unerziehbarer

Bereits bei der Betrachtung der Rettungshauspädagogik zeigten sich neben all den Seelen, die sich retten ließen, auch immer jene, bei denen jede pädagogische Zuwendung zu scheitern schien. Um wenigstens die „Erziehbaren“ zu ehrbaren Menschen zu machen, entledigte man sich der „Unerziehbaren“ damals, indem man sie aus den Anstalten entließ.

Wie bereits vor diesem Hintergrund so konnten auch die neu entstandenen Initiativen mit dem Motto „Erziehung statt Strafe“ im letzten Drittel des 19. Jh. den „schweren Fällen“ nicht gerecht werden.

Franz von Liszt, den Peukert als die „Leitfigur der deutschen Rechtsreformbewegung“ bezeichnet, maß der Bestrafung jugendlicher Deliquenten dreierlei Bedeutung zu: Besserung, Abschreckung und Unschädlichmachung. Im Gefolge dieser Einteilung lassen sich drei Grundkategorien von Staftätern erkennen: die Besserungsfähigen und -bedürftigen, die nicht Besserungsbedürftigen und die nicht Besserungsfähigen.

Die als unerziehbar oder nicht besserungsfähig eingeschätzten Kinder und Jugendlichen passten nicht so recht in das Bild eines jungen, um Sicherheit und Ordnung bemühten Staates. Seine Kontrolle hatte sich systematisch intensiviert, besonders auch im fürsorgerischen Mileau. Was war nun die Konsequenz? „Die Kehrseite der pädagogischen Zuwendung zu den Besserungsfähigen [...] war die Verhärtung gegenüber den sogenannten Gewohnheitsverbrechern.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die aktuelle Kontroverse um Jugendkriminalität und setzt diese in Bezug zur historischen Untersuchung des Zeitraums 1870–1930.

2. Von den Anfängen der institutionalisierten Jugendhilfe: Dieses Kapitel zeichnet die Anfänge des fürsorglichen Handlungsbedarfs vom Mittelalter bis zum frühen 19. Jahrhundert nach und beleuchtet die Entstehung privater Rettungshäuser.

3. Sozialpädagogische Reformbemühungen im Kaiserreich: Hier werden staatliche Interventionen, die Auswirkungen der Sozialgesetzgebung und der Umgang mit als "unerziehbar" geltenden Jugendlichen analysiert.

4. Die Jugendgerichtsbewegung: Dieses Kapitel befasst sich mit den Vorbedingungen und der Entstehung von Jugendgerichten sowie der Rolle der Internationalen Criminalistischen Vereinigung.

5. Jugendfürsorge und -wohlfahrt bis 1930: Es wird die Etablierung der Jugend als eigene Lebensphase in der Weimarer Republik und die Gründung der Jugendämter als organisatorische Klammer beschrieben.

6. Fazit: Das Fazit resümiert die Komplexität der historischen Entwicklung und betont die fortdauernde Relevanz des Prinzips "Erziehung statt Strafe".

Schlüsselwörter

Jugendfürsorge, Jugendkriminalität, Zwangserziehung, Jugendgerichtsbarkeit, Jugendwohlfahrt, Sozialpädagogik, Reformbemühungen, Rettungshäuser, Verwahrlosung, Jugendamt, Kaiserreich, Weimarer Republik, Erziehung statt Strafe, staatliche Intervention, Lebensphase Jugend.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Jugendfürsorge und Jugendgerichtsbarkeit in Deutschland zwischen 1870 und 1930.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die Geschichte der Heimerziehung, die Entstehung staatlicher Kontrollmechanismen, die Jugendgerichtsbewegung und die Konstituierung der Jugend als eigene Lebensphase.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Wandel vom Fokus auf "Zwangserziehung" hin zur "Jugendwohlfahrt" zu analysieren und die historische Legitimationsgrundlage sozialpädagogischer Ansätze kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur, zeitgenössischer Dokumente und staatlicher Gesetzesvorgaben basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Anfänge der Jugendhilfe, sozialpädagogischer Reformen im Kaiserreich, der Jugendgerichtsbewegung sowie der institutionellen Entwicklungen bis zum Ende der Weimarer Republik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Jugendhilfe, Reformpädagogik, Kriminalprävention und die Professionalisierung sozialer Dienste beschreiben.

Inwiefern nimmt die Autorin Bezug auf aktuelle Debatten?

Die Autorin stellt explizite Parallelen zwischen den historischen Debatten um Jugendkriminalität und den Ansätzen der ehemaligen Jugendrichterin Kirsten Heisig her.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung zu den "Unerziehbaren"?

Die Analyse zeigt, dass das Nützlichkeitsdenken gegenüber als "unerziehbar" eingestuften Jugendlichen über Jahrzehnte hinweg wuchs und eine dunkle Seite der staatlichen Fürsorge darstellt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Von der „Zwangserziehung“ zur „Jugendwohlfahrt“
Untertitel
Die Entwicklung der Jugendgerichtsbarkeit und Jugendfürsorge zwischen 1870 und 1930
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Jugendkriminalität - Erziehung statt Strafe
Autor
Janka Vogel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V170705
ISBN (Buch)
9783640896899
ISBN (eBook)
9783640897100
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zwangserziehung Jugendwohlfahrt Entwicklung Jugendgerichtsbarkeit Jugendfürsorge Mittelalter 18. Jahrhundert 19. Jahrhundert Kaiserreich Bismarck Bismarck'sche Sozialgesetzgebung Jugendkriminalität Jugenddeliquenz Jugendgericht Jugendgerichtsbewegung Weimarer Republik Jugendamt Sozialpädagogik Geschichte Kirsten Heisig Kriminalität Deliquenz 20. Jahrhundert Deutschland Rettungshauspädagogik Verwahrlosung Unerziehbare
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janka Vogel (Autor:in), 2011, Von der „Zwangserziehung“ zur „Jugendwohlfahrt“, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170705
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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