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Die Herrschaft der Kulturindustrie über die Kunst in der Dialektik der Aufklärung

Titel: Die Herrschaft der Kulturindustrie über die Kunst in der Dialektik der Aufklärung

Seminararbeit , 2005 , 14 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Ullrich Müller (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In Adornos Vorstellung ist die Kunst eine erlösende Kraft. Denn wenn die Kunst als Gegenbild zur Gesellschaft eine Alternative zum herrschenden System im wahrsten Sinne des Wortes darstellt, dann ist es nur logisch daß auch diese der Macht eben jenes herrschenden Systems zu unterwerfen wäre. Dieses stellt sich in der Dialektik der Aufklärung als Element der Technischen Rationalität dar, die, indem sie Rationalität mit wirklicher Aufgeklärtheit verwechselt, jenen die Herrschaft sichert, die die Macht über die Technisierung besitzen. Dies sind laut den Autoren der Dialektik die ökonomisch Stärksten. Durch die modernen Massenmedien unterwerfen sie auch die Kunst der Rationalität der Technik und wandeln sie so vom Gegenbild zu den herrschenden Verhältnissen zum Instrument der Herrschaft selbst, zum Teil des wie auch immer gearteten Systems.
Richtet sich dieser Prozeß in totalitären Systemen wie dem Faschismus oder dem Stalinismus eher nach den Notwendigkeiten der Herrschaft, so ist er im Kapitalismus ganz auf die Bedürfnisse der Ökonomie ausgelegt.
Bedeutete Mozarts La Nozze di Figaro noch wirkliche Auflehnung, so verkommt der pseudorebellische Popsong zum gutverkäuflichen Klischee. Wo das Verbot der autoritären Herrschaft im Grunde versagt, da obsiegt die kapitalistische Kulturindustrie: Nur ihr gelingt es noch ihren eigenen Gegensatz zur Ware zu degradieren und so dem eigenen System einzugliedern. „Jeder soll sich gleichsam spontan seinem vorweg durch Indizien bestimmten „level“ gemäß verhalten und nach der Kategorie des Massenproduktes greifen, die für seinen Typ fabriziert ist.“ , heißt es hierzu in der Dialektik.
Doch gibt es in solch einem System der Kulturindustrie wirkliche Herrschaftsausübung oder wird nicht auch der Kulturindustrielle selbst ganz dialektisch durch die Kulturindustrie beherrscht? Ist also das Werkzeug der Kulturindustrie gar keines, da es von niemandem zielgerichtet benutzt wird, sondern vielmehr eine Logik die zur Zerstörung dessen führt, was die Kunst im Grunde ausmacht, also letztlich der Kunst selbst?
Dieser Frage soll im folgenden nachgegangen werden. Zugrunde liegt dabei der Abschnitt „Kulturindustrie – Aufklärung als Massenbetrug“ der Dialektik der Aufklärung, welcher kritisch, mit Bezügen auf die Gegenwart, beleuchtet werden soll. Um die Bedeutung der Kulturindustrie herauszustreichen, wird punktuell auf den Kunstbegriff Adornos, zum Abgleich auch auf den Marcuses, eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kulturindustrie in der Dialektik der Aufklärung

3. Die Bedeutung der Kunst – eine Annäherung

3.1. Bei Adorno

3.2. Bei Marcuse

4. Fazit

5. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Herrschaftsverhältnis der Kulturindustrie über die Kunst unter Rückgriff auf die "Dialektik der Aufklärung" von Horkheimer und Adorno. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwiefern die Kulturindustrie als Instrument zur Homogenisierung von Individuen fungiert und ob autonome Kunst in diesem System noch als kritische Alternative Bestand haben kann.

  • Die Kulturindustrie als ordnendes Element und Mittel zur Massenlenkung.
  • Vergleich der Kunstauffassungen von Adorno und Marcuse.
  • Die Rolle der "Rackettheorie" für das Verständnis von Herrschaftsstrukturen.
  • Der Konflikt zwischen autonomer Kunst und marktwirtschaftlichem Verwertungsprozess.
  • Kritik an der Vorstellung der Kulturindustrie als absolutem Herrschaftssystem.

Auszug aus dem Buch

2. Die Kulturindustrie in der Dialektik der Aufklärung

Kulturindustrie wird in der Dialektik der Aufklärung zunächst als ordnendes Element angesehen. Obwohl an sich chaotisch anmutend, stelle die Kulturindustrie in Wahrheit einen Zusammenhang her, der sich in einem System niederschlage, welches durch Ähnlichkeit alles bestimme. Kultur stellt sich hier als planmäßiges Konstrukt dar, welches die Kunst nicht mehr in den Mittelpunkt stellt sondern vielmehr als Dreingabe bietet: Als Belohnung für das Aufnehmen von Produktanpreisungen, für den Kauf eines Radios, oder moderner ausgedrückt eines Fernsehers, gibt es das Sinfoniekonzert quasi als Bonus - in unserer Zeit oft nicht einmal mehr das. Heute ist es der Spielfilm, der als Zuckerbrot dient. Jener Spielfilm, der nicht mehr von Komponisten sondern von Produzenten geplant wird, sich offen zu seinem Charakter als Produkt bekennt, seine Vorzüge nicht in Handlung und Aussage sondern in Aufwand und Ausstattung mißt. Dieses galt für die Autoren der Dialektik bereits vor fast 60 Jahren. Für sie ist das perfekt-sinnwidrige Gesamtkunstwerk des Films und Fernsehens ein „Triumph des investierten Kapitals“. Wirklicher Zweck des künstlichen Produktes sei es, den mittelosen Massen die Omnipotenz eben jenes Kapitals vorzuführen und einzubrennen.

Zugleich, folgt man den Autoren, dient die Massenkultur der Beruhigung und Lenkung der Konsumenten: Durch die immergleich stets variierten Abläufe, durch Filmcharaktere, die nicht mehr sind als Klischees, durch Geschichten deren Ende man am Beginn ablesen kann, durch Tonerzeugnisse bei denen die erwartete Auflösung der Kadenz zur Befriedigung des Hörers führt, werde eine Nahtstelle mit der Realität der Konsumenten geschaffen, die ihm Identität zwischen der künstlichen und seiner eigenen Welt vorgaukele. Zugleich werde er dadurch dazu gebracht, eben jene Verhaltensweisen zu reproduzieren, sich somit in den kulturindustriellen Zusammenhang einzufügen. Das Individuelle Element werde zurückgedrängt, der Geist des Einzelnen mit dem der Anderen homogenisiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Kulturindustrie, die Kunst standardisiert und als Instrument der Herrschaft zur Stabilisierung des gesellschaftlichen Systems einsetzt.

2. Die Kulturindustrie in der Dialektik der Aufklärung: Analyse der Kulturindustrie als planmäßiges Konstrukt, das Individuen homogenisiert und mittels "Amusement" zur systemkonformen Masse formt.

3. Die Bedeutung der Kunst – eine Annäherung: Untersuchung des Kunstbegriffs bei Adorno und Marcuse hinsichtlich ihres Potentials als emanzipatorische Gegenkraft zum System.

4. Fazit: Kritische Reflexion über die Herrschaftsmechanismen und das zweifelhafte Potential autonomer Kunst als Ausweg aus der kulturindustriellen Vereinnahmung.

5. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur zur Kritischen Theorie und den Ansätzen von Adorno und Marcuse.

Schlüsselwörter

Kulturindustrie, Dialektik der Aufklärung, Adorno, Marcuse, Kunst, Herrschaft, Rackettheorie, Massenkultur, Standardisierung, Homogenisierung, Spätkapitalismus, Autonomie, Triebbefreiung, Konsumgesellschaft, Kritische Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die kritische Analyse der Kulturindustrie durch Horkheimer und Adorno und deren Auswirkungen auf die Kunst und die menschliche Subjektivität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Unterwerfung der Kunst unter ökonomische Verwertungsinteressen, die Funktion von Massenmedien zur sozialen Kontrolle und die Bedeutung der Triebstruktur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Zerstörungskraft der Kulturindustrie gegenüber der autonomen Kunst zu beleuchten und zu hinterfragen, ob dieses Herrschaftssystem als absolut betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Textanalyse, die auf den philosophischen Schriften der Frankfurter Schule basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Definition der Kulturindustrie, die "Rackettheorie" sowie einen detaillierten Vergleich der Kunstbegriffe bei Adorno und Marcuse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Kulturindustrie, Homogenisierung, Autonomie, Herrschaftsmechanismen und kritische Theorie.

Wie unterscheidet sich Adornos Hoffnung auf Kunst von der Marcuses?

Während Adorno auf eine fast religiöse Erlösung durch autonome Kunst setzt, fokussiert Marcuse stärker auf die Verbindung von Kunst mit der Triebbefreiung (Eros) und der Revolutionierung der menschlichen Sinne.

Was bedeutet der Begriff "Rackettheorie" in diesem Kontext?

Die Rackettheorie beschreibt die Herrschaft monopolitisierter Interessengruppen, die keine ideologische Rechtfertigung mehr benötigen, da der Produktionsprozess selbst zur Legitimationsgrundlage geworden ist.

Kann die Kulturindustrie als absolutes System verstanden werden?

Der Autor hinterfragt, ob eine Trennung zwischen Herrschern und Beherrschten in der "kopflosen Maschinerie" der Kulturindustrie überhaupt noch möglich ist, oder ob auch die Mächtigen dem von ihnen geschaffenen Prozess unterworfen sind.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Herrschaft der Kulturindustrie über die Kunst in der Dialektik der Aufklärung
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Note
2,7
Autor
Ullrich Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V170648
ISBN (eBook)
9783640895540
ISBN (Buch)
9783640896080
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frankfurter Schule Adorno Dialektik Aufklärung Kulturindustrie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ullrich Müller (Autor:in), 2005, Die Herrschaft der Kulturindustrie über die Kunst in der Dialektik der Aufklärung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170648
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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