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Die baltischen Konfliktherde

Titel: Die baltischen Konfliktherde

Hausarbeit (Hauptseminar) , 1999 , 26 Seiten , Note: 1,7 (Gut Plus)

Autor:in: Niels Ridder (Autor:in)

Politik - Region: Osteuropa

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahre 1990 haben auch die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen ihre staatliche Unabhängigkeit wiedergewonnen. Bis 1918 waren sie russische Provinzen, auf welche das durch die Oktoberrevolution geschwächte Rußland im Frieden von Brest- Litowsk verzichten mußte. Alle drei Staaten erklärten sich anschließend für unabhängig und verteidigten ihre Unabhängigkeit mit Waffengewalt gegen die aus dem russischen Reich hervorgegangene Sowjetunion, bis sie ihnen schließlich 1920 in Friedensverträgen garantiert wurde. 1939 wurden die baltischen Staaten im Zuge des Hitler-Stalin Pakts zur sowjetischen Interessensphäre erklärt und 1940 von russischen Truppen besetzt. Unter sowjetischem Druck beantragten sie schließlich ihre Aufnahme in die Sowjetunion. Von 1941 bis 1944 von der deutschen Wehrmacht besetzt, verblieben sie als Sowjetrepubliken in der Sowjetunion, bis zu deren Zerfall 1990.

Mit der Wiedererlangung der nationalen Unabhängigkeit sind in den baltischen Staaten Konfliktherde aufgebrochen, die hauptsächlich aus ihrer Zugehörigkeit zur Sowjetunion und deren Zusammenbruch resultieren und das Verhältnis zu Rußland belasten. Dazu kommt, daß Rußland eine Sicherheitspolitik verfolgt, die das Baltikum nach wie vor als russisches Interessengebiet betrachtet und die Verschiebung der westlichen Einflußsphäre bis an seine Westgrenze durch eine NATO-Mitgliedschaft der baltischen Staaten zu verhindern sucht.i Die baltischen Staaten fürchten eine erneute Vereinnahmung durch den mächtigen Nachbarn und streben eine Mitgliedschaft in der NATO und der EU an, da sie hoffen durch Aufnahme in beide Organisationen ihre neugewonnene Souveränität zu sichern.ii

Die vorliegende Arbeit wird sich hauptsächlich mit dem Minderheitenproblem auseinandersetzen. Die Lösung dieses Problems bildet die Grundlage für eine Normalisierung der Beziehungen zu Rußland und ist wichtig eine friedliche Entwicklung der Region, auch im Hinblick auf die europäische Integration. Zunächst wird der Ursprung der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung und die Gründe für die Entstehung des Konflikts beleuchtet. Anschließend wird die Entwicklung unter Beachtung internationalen Engagements betrachtet. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. KAPITEL: EINLEITUNG

2. KAPITEL: HAUPTTEIL

2.1 DIE INTEGRATION DER RUSSISCHEN MINDERHEITEN

2.1.1 Ursprung und des Konfliktes

2.1.2 Entwicklung des Konfliktes

2.1.2.1 Litauen

2.1.1.2 Lettland

2.1.1.3 Estland

2.1.3 Lösungsmöglichkeiten

2.2 DIE GRENZSTREITIGKEITEN ZWISCHEN LETTLAND/ESTLAND UND RUfLAND

2.2.1 Ursprung der Streitigkeiten

2.2.2 Entwicklung der Streitigkeiten

2.2.3 Lösungsmöglichkeiten

2.3 DIE KONZENTRATION VON RUSSISCHEN TRUPPEN IN KALININGRAD

2.3.1 Ursprung des Konfliktes

2.3.2 Entwicklung des Konfliktes

2.3.3 Lösungsmöglichkeiten

2.4 DER ABZUG DER RUSSISCHEN TRUPPEN

2.4.1 Ursprung des Konfliktes

2.4.2 Weitere Entwicklung

3. KAPITEL: PERSPEKTIVEN EINER NORMALISIERUNG DER RUSSICH-BALTISCHEN BEZIEHUNGEN

4. KAPITEL: LITERATUR

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die nach dem Zerfall der Sowjetunion aufgebrochenen Konfliktherde in den baltischen Staaten, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Integration der russischsprachigen Minderheiten. Ziel ist es, die Ursachen dieser Spannungen zu analysieren, den Einfluss internationalen Engagements – insbesondere durch die OSZE – zu bewerten und Perspektiven für eine Normalisierung der Beziehungen zu Russland aufzuzeigen.

  • Historische Genese der ethnischen Zusammensetzung und Minderheitenproblematik
  • Analyse der Staatsbürgerschafts- und Integrationsgesetze in Estland, Lettland und Litauen
  • Rolle internationaler Organisationen bei der Konfliktprävention und Truppenabwicklung
  • Grenzstreitigkeiten und sicherheitspolitische Herausforderungen durch die russische Militärpräsenz
  • Wirtschaftliche und politische Bedingungen für eine zukünftige Stabilität in der Region

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Ursprung und des Konfliktes

Der Konflikt hat seinen Ursprung im 18. Jahrhundert. Estland und Lettland, die baltischen Staaten mit den höchsten Minderheitenanteilen waren seit dem russisch-schwedischen Krieg Teile Rußlands, so daß sich dort neben der ursprünglichen Bevölkerung Menschen anderer ethnischer Zugehörigkeit, hauptsächlich Russen, ansiedelten, vor allem, da in den baltischen Staaten ein im Vergleich zu Rußland höherer Lebensstandard herrschte.

Hauptursachen für die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur sind aber die Annexion durch die Sowjetunion 1940 und die sowjetische Industrialisierungs und Russifizierungspolitik der Nachkriegszeit. Nach der Besetzung durch die Rote Armee im Jahre 1940 wurden sowjettreue Regierungen eingesetzt, welche um Eingliederung in die Sowjetunion baten. In dieser Zeit begann eine erste Welle der Sowjetisierung, welche zu Massendeportationen von Esten, Letten und Litauern in andere Teile des Sowjetimperiums führte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. KAPITEL: EINLEITUNG: Darstellung der historischen Hintergründe der baltischen Staaten sowie Einleitung in die sicherheitspolitische Problematik der Minderheiten und des russischen Einflusses.

2. KAPITEL: HAUPTTEIL: Detaillierte Analyse der Konfliktfelder wie Minderheitenintegration, Grenzstreitigkeiten, Truppenpräsenz in Kaliningrad und der Prozess des Truppenabzugs.

3. KAPITEL: PERSPEKTIVEN EINER NORMALISIERUNG DER RUSSICH-BALTISCHEN BEZIEHUNGEN: Zusammenfassende Betrachtung der notwendigen Schritte zur Stabilisierung der Region im Hinblick auf eine europäische Integration.

4. KAPITEL: LITERATUR: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die vorliegende wissenschaftliche Untersuchung.

Schlüsselwörter

Baltikum, Sowjetunion, Minderheitenpolitik, Integration, Staatsbürgerschaft, OSZE, Russland, Sicherheitspolitik, Grenzkonflikte, Kaliningrad, Truppenabzug, Nationale Identität, EU-Beitritt, Europäische Integration, Minderheitenschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Konfliktpotenziale, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Baltikum entstanden sind und das Verhältnis zwischen den baltischen Staaten und Russland belasten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Integration russischer Minderheiten, territoriale Grenzstreitigkeiten, die militärische Präsenz in Kaliningrad sowie den Abzug ehemaliger sowjetischer Truppen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Ursachen für die Minderheitenproblematik zu beleuchten, die Rolle internationaler Vermittlung (insbesondere der OSZE) zu untersuchen und aufzuzeigen, wie eine Normalisierung der Beziehungen zu Russland erreicht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten politikwissenschaftlichen Analyse unter Einbeziehung historischer Zusammenhänge, aktueller Gesetzgebungsverfahren und Berichte internationaler Organisationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Integrationsgesetzgebungen von Estland, Lettland und Litauen, die Problematik der Grenzziehung, den Umgang mit der Militärpräsenz in Kaliningrad und den Ablauf des Truppenabzugs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Minderheitenintegration, OSZE-Missionen, nationale Identität und sicherheitspolitische Normalisierung charakterisiert.

Warum nimmt Litauen in der Minderheitenfrage eine Sonderstellung ein?

Litauen hat aufgrund eines geringeren Anteils russischstämmiger Einwohner die Einbürgerungsprozesse deutlich liberaler gestaltet, was zu einer schnelleren Entspannung des Verhältnisses zur Minderheit und zu Russland führte.

Welche Rolle spielt die OSZE im Baltikum?

Die OSZE hat durch ihre Missionen in Estland und Lettland eine zentrale Rolle bei der Überwachung von Integrationsprozessen, der Beratung in Staatsbürgerschaftsfragen und der Entschärfung von Spannungen eingenommen.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die baltischen Konfliktherde
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Politikwissenschaft (Lehrstuhl für internationale Beziehungen))
Veranstaltung
Seminar: Europäische Sicherheitspolitik
Note
1,7 (Gut Plus)
Autor
Niels Ridder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1999
Seiten
26
Katalognummer
V17055
ISBN (eBook)
9783638217347
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konfliktherde Seminar Europäische Sicherheitspolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Niels Ridder (Autor:in), 1999, Die baltischen Konfliktherde, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/17055
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Leseprobe aus  26  Seiten
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