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Michel Serres' Theorie der Störung in Don DeLillos "White Noise"

Titel: Michel Serres' Theorie der Störung in Don DeLillos "White Noise"

Studienarbeit , 2026 , 22 Seiten

Autor:in: Julia Mehl (Autor:in)

Literaturwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In "Der Parasit" entwickelt Michel Serres die These, dass Kommunikation grundsätzlich von Störungen begleitet ist und dass Identität sowie soziale Ordnung nicht trotz, sondern durch Unterbrechung und Rauschen entstehen. Der Parasit fungiert dabei als Modell für Prozesse, die Systeme strukturieren und zugleich destabilisieren. Störung erscheint somit als konstitutives Element sozialer Ordnung. Vor diesem theoretischen Hintergrund wird Don DeLillos Roman "White Noise" als literarische Darstellung einer von Medien, Datenströmen und Informationsrauschen geprägten Gesellschaft untersucht. Die Figuren bewegen sich in einem medial geprägten Umfeld und versuchen, ein kohärentes Selbstverständnis auszubilden. Die Arbeit verknüpft Serres’ Störungstheorie mit einer textnahen Analyse von "White Noise", um zu untersuchen, wie parasitäre Prozesse Wahrnehmung, Subjektbildung und soziale Beziehungen strukturieren und wie sich Identität unter Bedingungen medialer Verdichtung und permanenter Informationszirkulation konstituiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Michel Serres' Theorie der Störung
  • 2 Das Motiv des Parasitären in White Noise
    • 2.1 Das Airborne Toxic Event
    • 2.2 Störung als Transformation
    • 2.3 Beziehungen über Dritte
    • 2.4 Position schlägt Inhalt
    • 2.5 Der ausgeschlossene, eingeschlossene Dritte
  • 3 Medienrauschen und Poetik des Rauschens in White Noise
  • 4 Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Don DeLillos Roman "White Noise" durch die Linse von Michel Serres' Theorie der Störung. Das Hauptziel ist es zu zeigen, wie Störung nicht als bloßes Defizit, sondern als konstitutives Element sozialer Ordnung in Kommunikation und Erkenntnis fungiert und wie Serres' Kategorien sowohl thematisch als auch formal-literarisch im Roman umgesetzt werden.

  • Michel Serres' Theorie des Parasitären und ihre Bedeutung für Kommunikation und Erkenntnis.
  • Die Darstellung des "Airborne Toxic Event" als zentraler Störfall und medial überformtes Spektakel.
  • Die Rolle von Störung als Auslöser für Transformationen von Wahrnehmung, Verhalten und Identität.
  • Die Konzeption von Beziehungen als stets über Dritte vermittelt, nicht durch Unmittelbarkeit.
  • Die Verschiebung von inhaltlicher Bedeutung zu Position und strategischer Besetzung diskursiver Räume.
  • Die Inszenierung von Medienrauschen nicht nur als Inhalt, sondern auch als poetisches Prinzip und Strukturmerkmal des Romans.

Auszug aus dem Buch

Michel Serres' Theorie der Störung

Michel Serres entwirft in Der Parasit ein Modell von Kommunikation und Erkenntnis, in dem Störung nicht als bloßes Defizit erscheint, sondern als konstitutives Element sozialer Ordnung. Rauschen, Irrtum und Unsicherheit gelten bei Serres nicht als Faktoren, die Systeme bedrohen, sondern als Bedingungen ihrer Stabilisierung. Erkenntnis und Kommunikation sind demnach nicht trotz, sondern nur durch Störung möglich. Diese Perspektive bringt Serres in Der Parasit folgendermaßen auf den Punkt:

Irrtum, Ungewißheit, Verwirrung und Dunkelheit gehören zur Erkenntnis, das Rauschen gehört zur Kommunikation – die Ratte gehört zum Haus. Ja, mehr noch, sie ist das Haus.¹

Was als Störung erscheint, ist zugleich das, woran sich Ordnung ausbildet. Mit dem Bild der Ratte im Haus übersetzt Serres seine Theorie in eine Metapher. Die Landratte lebt in einfachen, linearen Kausalketten; Komplexität, Zufall und Unordnung erscheinen ihr als Bedrohung. Die Stadtratte hingegen hat gelernt, dass gerade Lärm, Risiko und Unsicherheit nicht notwendig destruktiv wirken, sondern Systeme höherer Komplexität stabilisieren können:

Theorem: Der Lärm bringt ein neues System hervor, eine Ordnung von höherer Komplexität, als die einfache Kette sie hat. Auf den ersten Blick führt dieser Parasit eine Unterbrechung herbei, doch auf den zweiten bringt er eine Konso-lidierung. Er gewöhnt die Ratte an die Stadt, impft und immunisiert sie. Die Stadt macht Lärm, aber der Lärm macht die Stadt.²

Ordnung entsteht bei Serres folglich nicht durch Ausschluss von Unordnung, sondern durch deren Integration. Nicht der Lärm zerstört das System, sondern die Unfähigkeit, Störung zu ertragen. Der Parasit unterbricht kurzfristig; langfristig wirkt er immunisierend, weil er Systeme dazu zwingt, ihre eigene Komplexität zu erhöhen und Störungen zu verarbeiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Michel Serres' Theorie der Störung: Dieses Kapitel führt in Michel Serres' Konzept des Parasitären ein, das Störung nicht als Defizit, sondern als konstitutives Element sozialer Ordnung und Bedingung für Kommunikation und Erkenntnis versteht.

2 Das Motiv des Parasitären in White Noise: Dieser Hauptteil analysiert, wie Don DeLillos Roman "White Noise" Serres' Theorie des Parasitären veranschaulicht, indem Ereignisse, Medien und Gerüchte als "parasitäre Dritte" soziale Ordnung sowohl erzeugen als auch destabilisieren.

2.1 Das Airborne Toxic Event: Das "Airborne Toxic Event" wird als zentraler Störfall im Roman untersucht, der physisch und medial den urbanen Raum durchdringt und Wahrnehmung, Kommunikation und soziale Beziehungen verändert, wodurch ein eigendynamisches "Rausch-System" entsteht.

2.2 Störung als Transformation: Dieser Abschnitt zeigt, wie Katastrophenereignisse in "White Noise" nicht nur Störungen sind, sondern Anlässe für eine Reorganisation individueller und sozialer Ordnung, indem sie Routinen unterbrechen und zu neuen Orientierungen zwingen.

2.3 Beziehungen über Dritte: Das Kapitel erläutert, dass soziale Beziehungen nach Serres nicht unmittelbar sind, sondern über "Dritte" (wie Ereignisse, Angst oder der Tod) vermittelt und strukturiert werden, welche Nähe erst ermöglichen und zugleich irritieren.

2.4 Position schlägt Inhalt: Hier wird analysiert, wie im Roman Status und Macht nicht primär durch inhaltliche Leistungen, sondern durch die erfolgreiche Besetzung von Positionen und die Kontrolle von Wissenszirkulationskanälen entstehen.

2.5 Der ausgeschlossene, eingeschlossene Dritte: Dieser Unterabschnitt diskutiert, wie der Parasit eine paradoxe Rolle als ausgeschlossene, aber gleichzeitig notwendige Figur einnimmt, die Systemgrenzen sichtbar macht und zur Konstitution von Normalität beiträgt.

3 Medienrauschen und Poetik des Rauschens in White Noise: Dieses Kapitel beleuchtet, wie "White Noise" eine durch permanentes Medienrauschen geprägte Welt darstellt, in der Rauschen nicht nur thematisch, sondern auch formal-literarisch als Strukturprinzip inszeniert wird.

4 Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Rauschen und Störung in "White Noise" nach Serres' Modell des Parasitären als konstitutive Elemente für Kommunikation, Ordnung und Bedeutung fungieren, die der Roman sowohl inhaltlich als auch ästhetisch erfahrbar macht.

Schlüsselwörter

Störung, Parasit, Rauschen, White Noise, Don DeLillo, Michel Serres, Kommunikation, Systemtheorie, Medien, Transformation, Identität, Katastrophe, Gerücht, Macht, Position.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit untersucht Don DeLillos Roman "White Noise" im Lichte von Michel Serres' Theorie der Störung, um zu zeigen, wie Rauschen und Irritationen konstitutive Elemente für soziale Ordnung und Kommunikation sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Theorie des Parasitären, Medienrauschen, die Rolle von Katastrophen als transformative Ereignisse, die Konstitution von Identität und sozialen Beziehungen sowie die Dynamik von Macht und Positionierung in Diskursen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie Michel Serres' Kategorien des Parasitären und der Störung nicht nur thematisch, sondern auch auf formal-literarischer Ebene in Don DeLillos "White Noise" realisiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet einen analytischen Ansatz, der literarische Texte (Don DeLillos "White Noise") mithilfe philosophisch-theoretischer Konzepte (Michel Serres' Theorie der Störung) interpretiert und verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die konkrete Anwendung von Serres' Parasiten-Modell auf "White Noise", indem er Aspekte wie das "Airborne Toxic Event", Störung als Transformation, Beziehungen über Dritte, die Bedeutung von Position über Inhalt und das Phänomen des Medienrauschens detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Störung, Parasit, Rauschen, White Noise, Kommunikation, Systemtheorie, Medien, Transformation, Identität und Macht charakterisieren die Arbeit.

Wie wird das "Airborne Toxic Event" im Roman dargestellt und welche Rolle spielt es?

Das "Airborne Toxic Event" wird im Roman nicht nur als physische Gefahr, sondern auch als medial überformtes Spektakel inszeniert, das die Wahrnehmung, Kommunikation und soziale Beziehungen durchdringt und ein eigendynamisches "Rausch-System" auslöst.

Inwiefern unterscheidet sich die Rolle des "Produzenten" von der des "Parasiten" nach Serres in Bezug auf Macht und Wissen?

Nach Serres zielt der Produzent auf Inhalte und Erkenntnisse, während der Parasit auf Positionen und Beziehungen operiert. Macht entsteht demnach nicht primär durch Wissensproduktion, sondern durch die Kontrolle der Zirkulations- und Legitimationsstellen von Wissen.

Welche Bedeutung hat das "Pfingstschema" im Kontext von Serres' Theorie der Störung?

Das "Pfingstschema" beschreibt die Utopie einer störungsfreien Kommunikation ohne Vermittlungsinstanzen. Serres negiert es, um die konstitutive Notwendigkeit des Parasitären und damit der Störung für jegliche Kommunikation und Struktur hervorzuheben.

Wie inszeniert DeLillo das Rauschen nicht nur inhaltlich, sondern auch formal im Roman?

DeLillo inszeniert Rauschen formal durch Reihungen, Einschübe und narrative Unterbrechungen, die den Erzählfluss stören. Er mischt Banalität mit Bedrohlichkeit, wodurch das Außergewöhnliche seinen Ausnahmecharakter verliert und der Roman selbst die Überfülle und Unordnung des Rauschens erfahrbar macht.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Michel Serres' Theorie der Störung in Don DeLillos "White Noise"
Hochschule
FernUniversität Hagen
Autor
Julia Mehl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2026
Seiten
22
Katalognummer
V1704028
ISBN (eBook)
9783389179932
ISBN (Buch)
9783389179949
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Der Parasit Michel Serres Identität Systemtheorie Don DeLillo Störung Niklas Luhmann
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Mehl (Autor:in), 2026, Michel Serres' Theorie der Störung in Don DeLillos "White Noise", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1704028
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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