Hume untersucht in diesem Abschnitt zwei Fragestellungen. Zum einen fragt er danach, wie die Normen der Rechtsordnung durch Menschenkunst festgestellt wurden. Zum anderen will er die Frage behandeln, warum wir das Befolgen der Rechtsnorm mit Tugend und das Missachten der Rechtsnorm mit Unrecht bzw. mit Laster assoziieren .
Zunächst widmet er sich der ersten Fragestellung, welche in der, von Hume gewählten Formulierung, bereits einen Hinweis auf die Antwort darbietet. Die Rechtsordnung ist ein, von Menschen erschaffenes Konstrukt und impliziert, dass diese Tugend eine künstliche ist und auch künstlich von den Menschen erschaffen wurde.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Ursprung von Rechtsordnung und Eigentum
3 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit David Humes Theorie zur Entstehung von Rechtsordnung und Eigentum auseinander. Das primäre Ziel ist es, Humes Argumentation nachzuvollziehen, warum Rechtsordnungen als künstliche Konstrukte entstehen und wie moralische Urteile sowie der gesellschaftliche Zusammenhalt durch Sympathie und moralische Sinne begründet werden.
- Die philosophische Abgrenzung zwischen natürlichen und künstlichen Tugenden
- Die Rolle der Selbstsucht und Ressourcenknappheit bei der Entstehung von Gesellschaften
- Die Bedeutung von Sympathie und Mitgefühl als Wirkmechanismen der Moral
- Humes Kritik an vertragstheoretischen Naturzustandsmodellen (z.B. Hobbes)
- Die funktionale Einordnung des moralischen Sinnes in Abgrenzung zur Vernunft
Auszug aus dem Buch
Der Ursprung von Rechtsordnung und Eigentum
Hume untersucht in diesem Abschnitt zwei Fragestellungen. Zum einen fragt er danach, wie die Normen der Rechtsordnung durch Menschenkunst festgestellt wurden. Zum anderen will er die Frage behandeln, warum wir das Befolgen der Rechtsnorm mit Tugend und das Missachten der Rechtsnorm mit Unrecht bzw. mit Laster assoziieren. Zunächst widmet er sich der ersten Fragestellung, welche in der, von Hume gewählten Formulierung, bereits einen Hinweis auf die Antwort darbietet. Die Rechtsordnung ist ein, von Menschen erschaffenes Konstrukt und impliziert, dass diese Tugend eine künstliche ist und auch künstlich von den Menschen erschaffen wurde.
Um nun dem Ursprung von Rechtsordnung näher zu kommen, also das Motiv für die Entstehung der Rechtsordnung herauszufiltern, stellt Hume zunächst den Menschen als Mangelwesen dar. Es gibt eine Diskrepanz zwischen den Bedürfnissen des Menschen und den nutzbaren und vorhandenen Ressourcen. Hinzukommt, dass es dem Menschen an natürlichen Waffen mangelt, wodurch das Erlangen der gewünschten Ressourcen erschwert wird. „Wie zahllos sind die Bedürfnisse und notwendigen Ansprüche, mit denen sie [die Natur] ihn belastet, und wie gering die Mittel, die sie ihm zur Befriedigung derselben gewährt hat.“ Dies führt dazu, dass der Mensch in seinem natürlichen, vorgesellschaftlichen Zustand unbefriedigt bleibt. Die Natur bietet nur begrenzte Ressourcen und somit bleibt es unausweichlich, dass nicht die Bedürfnisse von allen Menschen befriedigt werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in Humes Moralphilosophie ein und erläutert, warum Moral für ihn primär auf Gefühlen und Affekten statt auf Vernunft basiert.
2 Der Ursprung von Rechtsordnung und Eigentum: Hier wird analysiert, wie Hume die Rechtsordnung als künstliche Übereinkunft herleitet, die aus der Diskrepanz zwischen menschlichen Bedürfnissen und knappen Ressourcen resultiert.
3 Zusammenfassung und Fazit: Das Abschlusskapitel resümiert die Argumentation und ordnet Humes Theorie des moralischen Sinnes kritisch in den Kontext ethischer Debatten ein.
Schlüsselwörter
David Hume, Rechtsordnung, Eigentum, Moral, Künstliche Tugend, Selbstsucht, Sympathie, Mitgefühl, Ressourcenknappheit, Gesellschaft, Menschenkunst, Affekte, Ethik, Naturzustand, Moralische Sinne
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht David Humes philosophische Herleitung der Entstehung von Eigentumsrechten und Rechtsordnungen innerhalb menschlicher Gesellschaften.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Die zentralen Felder sind die Differenzierung zwischen natürlichen und künstlichen Tugenden, die Rolle des Eigennutzes und die psychologische Fundierung moralischer Urteile.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll dargelegt werden, wie Hume die Notwendigkeit von Rechtskonventionen begründet und warum diese auf menschlicher Übereinkunft anstatt auf reinem Naturrecht basieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die Humes Werk „Über Moral“ systematisch auswertet und mit den Theorien anderer Philosophen vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der menschlichen Natur als Mangelwesen und der daraus resultierenden Entstehung von Eigentumsschutz als Voraussetzung für gesellschaftliches Zusammenleben.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Schlüsselbegriffe sind „künstliche Tugend“, „Sympathie“, „Rechtsordnung“, „Selbstsucht“ und „moralischer Sinn“.
Wie unterscheidet Hume zwischen natürlicher und künstlicher Tugend?
Natürliche Tugenden entspringen spontanen Neigungen, während künstliche Tugenden (wie die Rechtsordnung) bewusste, normative Konstrukte zur Förderung des Allgemeinwohls sind.
Warum lehnt Hume den klassischen Naturzustand ab?
Hume sieht den philosophischen Naturzustand (z.B. bei Hobbes) als unrealistische Fiktion an, da der Mensch aufgrund familiärer Bindungen von Natur aus ein geselliges Wesen ist.
Welche Rolle spielt die Sympathie für das moralische Urteil?
Sympathie ermöglicht es dem Menschen, die Perspektive anderer einzunehmen und Handlungen, die das Gemeinwohl fördern, emotional positiv zu bewerten, was das Fundament für moralische Zustimmung bildet.
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- Mendina Morgenthal (Author), 2010, Der Ursprung von Rechtsordnung und Eigentum nach David Hume, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170204