Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema der palliativen Sedierung am Lebensende sowie den damit verbundenen ethischen Aspekten und Herausforderungen für die Pflegekräfte und ihre Rolle darin. Im Anschluss wird dargelegt, was ethische Kompetenz ausmacht und warum diese Kompetenz in der Pflegeausbildung gefördert werden muss, um Herausforderungen in der Pflegepraxis gut begegnen zu können.
Im Folgenden wird der Hintergrund der palliativen Sedierung am Lebensende erläutert, und die Bedeutung für die pflegerische Tätigkeit sowohl der Praxis als auch in der Ausbildung wird betont.
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Hintergrund und Bedeutung der Palliative Sedierung
- 1.2 Eingliederung in das Curriculum und Unterricht
- 2 Palliative Care
- 2.1 Letzte Lebensphase und palliative Sedierung
- 2.2 Definition der Palliative Sedierung, Indikation und Entscheidungsprozess
- 2.3 Gesetzliche Rahmenbedingungen
- 3 Ethische Aspekte und Herausforderungen in der Pflege
- 3.1 Rolle des Pflegepersonals in der palliativen Sedierung
- 4 Ethische Kompetenz und Reflexion
- 5 Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema der palliativen Sedierung am Lebensende sowie den damit verbundenen ethischen Aspekten und Herausforderungen für Pflegekräfte und ihre Rolle darin. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, was ethische Kompetenz ausmacht und warum diese in der Pflegeausbildung gefördert werden muss, um den Herausforderungen in der Pflegepraxis wirksam begegnen zu können.
- Palliative Sedierung am Lebensende
- Ethische Aspekte und Herausforderungen für Pflegekräfte
- Rolle des Pflegepersonals in der palliativen Sedierung
- Ethische Kompetenz in der Pflegeausbildung
- Hintergrund und Bedeutung der palliativen Sedierung
- Gesetzliche Rahmenbedingungen der Palliativversorgung
Auszug aus dem Buch
Definition der Palliative Sedierung, Indikation und Entscheidungsprozess
In der Literatur gibt es unterschiedliche Definitionen der palliativen Sedierung und in verschiedenen Ländern wird sie unterschiedlich praktiziert und wahrgenommen.32 Hinsichtlich des praktischen Vorgehens gibt es einige Empfehlungen, wobei die überarbeitete EAPC-Rahmenempfehlung von 2023 allgemein empfohlen wird. EAPC hat in seinem Rahmenwerk palliative Sedierung wie folgt definiert:" Palliative Sedierung zielt auf die Linderung von refraktärem Leid durch die überwachte proportionale Gabe von Medikamenten mit dem Ziel der Bewusstseinsreduktion bei Patienten mit lebenslimitierenden Erkrankungen. Palliative Sedierung hat deutliche soziale und ethische Auswirkungen, die besondere Berücksichtigung bei Patienten, An- und Zugehörigen sowie Behandelnden erfordern. "33 Folglich entspricht die Bedeutung der palliativen Sedierung nicht nur einer medizinischen Maßnahme, sondern auch einer ethischen Entscheidung.
Die Definition des Begriffs "refraktäres Leid" schließt in der Leitlinie sowohl körperliche und psychische Symptome als auch existenzielles Leid ein. Leid gilt laut EAPC als refraktär, wenn es keine Methoden gibt, die innerhalb eines akzeptablen Zeitrahmens und ohne inakzeptable Nebenwirkungen eine angemessene Linderung bieten. Refraktärität kann sich auf ein einzelnes Symptom oder einen Zustand beziehen, ebenso wie auf eine Gruppe von Symptomen oder Zuständen, deren Zusammenwirken von den Patient*innen als unerträglich empfunden wird.34
in seiner Arbeit die Herausforderungen, die sich bei der Anwendung des Begriffs "Leiden" in der medizinischen Praxis ergeben, insbesondere im Zusammenhang mit der Entscheidung für eine tiefe und kontinuierliche Sedierung. Er macht deutlich, dass die Fokussierung auf das Leiden als entscheidendes Kriterium problematisch ist, da Leiden in erster Linie ein subjektives Erlebnis ist, das objektiv schwer feststellbar ist. Zudem unterschieden sich die Vorstellungen von Patient*innen, Angehörigen und medizinischem Fachpersonal häufig bezüglich des Begriffs "unerträgliches Leid", was die Schwierigkeit erhöht, die Subjektivität dieses Leidens intersubjektiv zu erfassen. Dies führt häufig zu Unsicherheiten im Handeln des medizinischen Personals.35
Die Experten der EAPC sind sich dieser Problematik bewusst und empfehlen daher besondere Vorsichtmaßnahmen wie ein umfassendes Assessment und gemeinsame Entscheidung zur Bestimmung der Refraktärität zwischen den multiprofessionellen Teams und der Patient*innen oder nahestehenden Personen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Thema der palliativen Sedierung am Lebensende vor, beleuchtet die damit verbundenen ethischen Aspekte und Herausforderungen für Pflegekräfte und betont die Wichtigkeit ethischer Kompetenz in der Pflegeausbildung.
2 Palliative Care: Hier wird Palliative Care als Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität bei lebensbedrohlichen Erkrankungen definiert, wobei auch die letzte Lebensphase und die palliative Sedierung im Kontext der gesetzlichen Rahmenbedingungen Deutschlands erläutert werden.
3 Ethische Aspekte und Herausforderungen in der Pflege: Das Kapitel befasst sich mit den komplexen ethischen Konflikten und praktischen Herausforderungen für Pflegekräfte bei der palliativen Sedierung, einschließlich Fragen der Patientenautonomie und der Rolle des Pflegepersonals.
4 Ethische Kompetenz und Reflexion: In diesem Abschnitt wird ethische Kompetenz in der Pflege definiert als die Fähigkeit, moralische und ethische Dimensionen zu erkennen, zu bewerten und verantwortungsvoll zu handeln, und es wird die Notwendigkeit ihrer Förderung in der Pflegeausbildung hervorgehoben.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, betont die komplexen Herausforderungen und emotionalen Belastungen der palliativen Sedierung für alle Beteiligten und unterstreicht die fundamentale Bedeutung einer frühzeitigen Vermittlung ethischer Kompetenz in der Pflegeausbildung.
Schlüsselwörter
Palliative Sedierung, Lebensende, Ethik, Pflegekräfte, Palliativversorgung, Ethische Kompetenz, Pflegeausbildung, Entscheidungsfindung, Refraktäres Leid, Autonomie, Schmerz- und Symptomkontrolle, Hospiz- und Palliativgesetz, Rollenkonflikte, Ethische Reflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit befasst sich mit der palliativen Sedierung am Lebensende, den damit verbundenen ethischen Aspekten und den Herausforderungen für Pflegekräfte, sowie der Bedeutung ethischer Kompetenz in der Pflegeausbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die palliative Sedierung, die Rolle des Pflegepersonals, ethische Fragestellungen und Herausforderungen in der Pflege, sowie die curriculare Etablierung ethischer Kompetenz in der Pflegeausbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die Rolle der Pflegekräfte in der palliativen Sedierung zu beleuchten, ethische Kompetenz in der Pflegeausbildung zu fördern und Wege aufzuzeigen, wie Pflegekräfte den ethischen Herausforderungen begegnen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit ist eine theoriebasierte Analyse und eine Literaturübersicht, die auf bestehenden wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien zur palliativen Sedierung und Pflegeethik aufbaut, anstatt einer empirischen Forschungsmethode.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Konzepte der Palliativversorgung und der palliativen Sedierung definiert, die gesetzlichen Rahmenbedingungen erläutert, sowie ethische Aspekte, Herausforderungen und die Rolle des Pflegepersonals in der Sedierung detailliert besprochen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Palliative Sedierung, Lebensende, Ethik, Pflegekräfte, Palliativversorgung, Ethische Kompetenz und Entscheidungsfindung charakterisieren die Arbeit.
Warum ist die Selbstbestimmung des Patienten bei der palliativen Sedierung so wichtig?
Die Selbstbestimmung des Patienten ist entscheidend, da Entscheidungen über palliative Sedierung tiefgreifende ethische Fragen aufwerfen und die Wahrung der Patientenautonomie, auch in eingeschränktem Zustand, respektiert werden muss.
Wie unterscheidet sich die palliative Sedierung von der "Tötung auf Verlangen"?
Die palliative Sedierung zielt auf die Linderung von refraktärem Leid ab, wobei eine mögliche Lebensverkürzung als Nebenwirkung in Kauf genommen wird, aber nicht das primäre Ziel ist, im Gegensatz zur "Tötung auf Verlangen", die darauf abzielt, den Tod herbeizuführen.
Welche Rolle spielt die EAPC bei der Definition und den Empfehlungen zur palliativen Sedierung?
Die European Association for Palliative Care (EAPC) hat ein Rahmenwerk mit klaren Empfehlungen zur palliativen Sedierung veröffentlicht, das auf bestehenden Leitlinien und Literatur basiert und eine einheitliche, sorgfältige Anwendung in der klinischen Praxis fördern soll.
Welche didaktischen Ansätze werden zur Förderung ethischer Kompetenz in der Pflegeausbildung empfohlen?
Zur Förderung ethischer Kompetenz werden fallbezogener Unterricht und kritisch-konstruktive Didaktik empfohlen, um Problemsituationen zu analysieren, moralische Entscheidungen zu besprechen und Selbstreflexion zu fördern.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2024, Ethische Aspekte und Herausforderungen in der Palliativpflege in Bezug auf die palliative Sedierung am Lebensende, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1701973