In der folgenden Hausarbeit soll ein historischer Abriss der Entwicklung des deutschen Parlamentarismus von der Gründung des ersten deutschen Bundesstaat 1867 in Form des Norddeutschen Bundes bis hin zur Gründung der Weimarer Republik im Jahr 1919 dargestellt werden. Der Schwerpunkt wird in den Wechseljahren 1918/1919 liegen. Anschließend soll deskriptiv dargestellt werden, welchen Einfluss die beiden vorherigen parlamentarischen Systeme auf das aktuelle parlamentarische Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland haben um aufzuzeigen, inwieweit die stetigen Vergleiche in der Presse und der Politik an sich mit den früheren parlamentarischen Systemen sinnhaft sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
3. Die Entwicklung des Parlamentarismus in Deutschland nach 1867
4. Parlamentarische System des Kaiserreiches
5. Parlamentarische System der Weimar Republik
6. Das parlamentarische System der Bundesrepublik Deutschland
6.1. im Vergleich zum Kaiserreich
6.2. zur Weimarer Republik
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit analysiert die historische Entwicklung des deutschen Parlamentarismus von der Gründung des Norddeutschen Bundes 1867 bis zur Etablierung der Weimarer Republik. Das Hauptziel besteht darin, die parlamentarischen Strukturen dieser Epochen deskriptiv darzustellen und ihren Einfluss auf das moderne Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland zu untersuchen, um die Sinnhaftigkeit historischer Vergleiche in der aktuellen politischen Debatte zu bewerten.
- Historische Entwicklung des deutschen Parlamentarismus seit 1867
- Vergleichende Analyse der parlamentarischen Systeme (Kaiserreich, Weimarer Republik, Bundesrepublik)
- Strukturveränderungen und Machtverhältnisse innerhalb der jeweiligen Verfassungsordnungen
- Bedeutung der Lehren aus vergangenen Systemfehlern für die heutige Demokratie
- Rolle der Exekutive und des Parlaments in historischen Transformationsprozessen
Auszug aus dem Buch
3. Die Entwicklung des Parlamentarismus in Deutschland nach 1867
Der erste deutsche Bundesstaat war der Norddeutsche Bund. Er wurde als Militärbündnis Preußens mit den Norddeutschen Ländern 1866 gegründet und gab sich ein Jahr später eine eigenständige Verfassung, die Bismarck auf sich selbst zentriert hin entwickelt hatte. Mit der Verfassungsgabe 1867 wurde der Norddeutsche Bund zum ersten deutschen Bundesstaat.
Die vormals souveränen Staaten wurden zu Bundesgliedern mit eigenen Verfassungen, die der des Norddeutschen Bundes untergeordnet waren. Das größte der Bundesglieder, Preußen, nahm die gesamte Geschichte über bis zur Gründung der Weimarer Republik eine dominante Stellung im parlamentarischen System ein (vgl. Frotscher, Pieroth 2009, 206).
Durch einen Streit um die spanische Thronfolge zwischen Preußen und Frankreich provozierte Bismarck Frankreich durch die Neuformulierung der Emser Depesche zu einer Kriegserklärung. Durch diesen Verteidigungsfall waren die verbündeten süddeutschen Staaten an die Seite des Norddeutschen Bundes gezwungen. Die führte letztendlich zum Anschluss dieser Länder und zur Gründung des Deutschen Bundes (vgl. Frotscher, Pieroth 2009, 206).
Dieser gesamtdeutsche Bund wurde am 18.01.1871 das Deutsche Kaiserreich. Die Verfassung des Norddeutschen Bundes wurde ohne Änderungen übernommen. In einem zusätzlichen Gesetz wurde bestimmt, dass alle Verweise auf den Norddeutschen Bund durch Verweise auf das Kaiserreich zu ersetzen seien. So war kein neuer Staat im verfassungsrechtlichen Sinne entstanden, sondern nur eine Vergrößerung durch Beitritt der Süddeutschen Länder und die Umbenennung in das Deutsche Kaiserreich (vgl. Frotscher, Pieroth 2009, 206).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den historischen Untersuchungszeitraum von 1867 bis 1919 und formuliert die Zielsetzung, den Einfluss der vergangenen Systeme auf die Bundesrepublik zu deskriptiv zu analysieren.
2. Definitionen: Das Kapitel definiert den Begriff des Parlamentarismus anhand der zeitgenössischen Definition von Hans Kelsen aus dem Jahr 1929.
3. Die Entwicklung des Parlamentarismus in Deutschland nach 1867: Hier wird der Weg vom Norddeutschen Bund über die Einigungskriege bis hin zur Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 historisch nachgezeichnet.
4. Parlamentarische System des Kaiserreiches: Das Kapitel erläutert die zentrale Rolle des Kaisers und des Reichskanzlers sowie die begrenzte Macht des Reichstages in der autoritär geprägten Verfassung des Kaiserreichs.
5. Parlamentarische System der Weimar Republik: Dieser Teil beleuchtet die Etablierung der Weimarer Reichsverfassung, die durch den Dualismus zwischen Reichspräsident und Reichstag sowie eine ausgeprägte Regierungsinstabilität gekennzeichnet war.
6. Das parlamentarische System der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel vergleicht das moderne parlamentarische System der Bundesrepublik mit den Strukturen des Kaiserreichs und der Weimarer Republik, insbesondere im Hinblick auf Stabilität und Grundrechtsschutz.
7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass das Grundgesetz bewusst aus den Fehlern der Weimarer Republik gelernt hat und der historische Vergleich ein wertvolles Mittel zur Fehlervermeidung darstellt.
Schlüsselwörter
Parlamentarismus, Deutsche Reichsverfassung, Weimarer Republik, Kaiserreich, Bundesrepublik Deutschland, Norddeutscher Bund, Reichstag, Reichspräsident, Verfassungsgeschichte, Regierungsinstabilität, Grundgesetz, Volkssouveränität, Machtbalance, Gesetzgebung, Parlamentarische Revolution
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung parlamentarischer Systeme in Deutschland von 1867 bis 1919 und setzt diese in Bezug zur heutigen Regierungsform der Bundesrepublik.
Welche Epochen werden als zentrale Themenfelder behandelt?
Die Analyse konzentriert sich primär auf das Deutsche Kaiserreich, die Umbruchphase von 1918/1919 und die Weimarer Republik, unter Einbeziehung der modernen Bundesrepublik als Vergleichspunkt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Einfluss der beiden vorherigen Systeme auf das heutige Regierungssystem zu beleuchten und zu hinterfragen, inwieweit politische Vergleiche mit der Vergangenheit sinnvoll sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine deskriptive historische Analyse und einen rechtsvergleichenden Ansatz, um die strukturellen Merkmale der verschiedenen Verfassungsordnungen darzustellen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil ausführlich behandelt?
Im Hauptteil werden die Organe (Präsidium, Kanzler, Reichstag, Reichspräsident), die Wahlrechte, die Rolle der Ländervertretungen und die Krisenanfälligkeit der Weimarer Verfassung detailliert analysiert.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Parlamentarismus, Verfassungsgeschichte, Reichsverfassung, Regierungsinstabilität und parlamentarische Demokratie.
Warum war das parlamentarische System der Weimarer Republik so instabil?
Die Instabilität resultierte vor allem aus dem destruktiven Misstrauen nach Art. 54 WRV, der Parteiensplitterung durch das Verhältniswahlrecht ohne Sperrklausel und dem Machtkonflikt zwischen Reichspräsident und Reichstag.
Welche Rolle spielt das Grundgesetz im Vergleich zur Weimarer Verfassung?
Das Grundgesetz hat aus Fehlern gelernt, indem es eine 5%-Sperrklausel einführte, Grundrechte rechtlich stärker absicherte und durch das konstruktive Misstrauensvotum für mehr Regierungsstabilität sorgt.
- Arbeit zitieren
- Norman Mach (Autor:in), 2010, Entwicklung des Parlamentarismus in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170175