Zur Vorbereitung von unternehmerischen Aktivitäten in einem neuen
Wirtschaftssektor gehört die Auswahl der Branche, in der das Unternehmen tätig sein wird. Diese Entscheidung müssen sowohl angehende, als auch bestehende Unternehmen treffen.
Für die Entscheidungsgrundlage benötigen Unternehmen eine Branchenstrukturanalyse, die die Attraktivität einer Branche erkennen lässt.
Die Zielsetzung ist es, zu erkennen, ob die Wettbewerbssituation und die Entwicklung der Branche für das darin tätige Unternehmen attraktiv ist, d.h. eine langfristige profitable Existenz gestattet (vgl. Hungenberg, H.: „Strategisches Management in Unternehmen“ 1. Auflage, Gabler Verlag Wiesbaden 2000, S.82).
Diese Hausarbeit beinhaltet die Darstellung und Analyse des Fünf-Kräfte-Modells von Michael E. Porter (Porters Five Forces) und besteht aus zwei Teilen.
Der erste Teil behandelt die Grundlagen zu diesem Thema, stellt Porters Fünf-Kräfte-Modell und die einzelnen Kräfte isoliert vor und begründet deren Einfluss.
Im zweiten Teil wird die Branchenstrukturanalyse nach Porter auf den deutschen Automobilmarkt angewendet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Fünf-Kräfte-Modell von Porter und dessen Komponenten
2.1 Die Rivalität zwischen den Wettbewerbern innerhalb der Branche
2.2 Bedrohung durch neue Anbieter
2.3 Bedrohung durch Ersatzprodukte
2.4 Die Marktmacht der Lieferanten
2.5 Die Marktmacht der Abnehmer
2.6 Der Staat, die heimliche sechste Kraft
3. Das Fünf-Kräfte-Modell und der deutsche Automobilmarkt
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit verfolgt das Ziel, das „Five Forces“-Modell nach Michael E. Porter theoretisch darzustellen und seine Anwendbarkeit durch eine Analyse des deutschen Automobilmarktes praxisnah zu evaluieren.
- Grundlegende Einführung in das Fünf-Kräfte-Modell nach Porter
- Detaillierte Erläuterung der fünf Wettbewerbskräfte
- Die Rolle staatlicher Eingriffe als ergänzender Einflussfaktor
- Branchenstrukturanalyse der deutschen Automobilindustrie
- Untersuchung der aktuellen Wettbewerbssituation und Marktdynamiken
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Rivalität zwischen den Wettbewerbern innerhalb der Branche
Innerhalb einer Branche gibt es Rivalitäten zwischen den Wettbewerbern. Diese zeichnen sich durch Positionskämpfe in Form von Preiswettbewerb, Werbeschlachten, neuen Produkteinführungen oder Ausweiterungen der Service-, sowie Garantieleistungen aus (vgl. Porter, M.: „Wettbewerbsstrategien“, 11. Aufl., Campus Verlag Frankfurt 2008, S.51). Das liegt daran, dass Konkurrenten Möglichkeiten sehen, ihre Position innerhalb der Branche zu verbessern und Marktanteile dazu gewinnen zu können.
Da diese Unternehmensmaßnahmen sich zwangsläufig auf die Konkurrenz auswirken und mit Gegenmaßnahmen zu rechnen ist, sind alle Betriebe innerhalb der Branche wechselseitig voneinander abhängig. Eine Eskalation von Maßnahmen und Gegenmaßnahmen führt möglicherweise dazu, dass alle Wettbewerber darunter leiden und am Ende schlechter dastehen als zuvor. Preiswettbewerb ist hochgradig instabil und kann die Rentabilität der gesamten Branche verschlechtern, Werbeschlachten hingegen können durchaus die Nachfrage zum Vorteil aller Unternehmen ausweiten (vgl. ebd. S.51).
Im Folgenden werden einige Faktoren vorgestellt, die zu einer intensiven Rivalität innerhalb der Branche führen (vgl.: Abb.9-6 C. Homburg / H. Krohmer „Marketingmanagement“ 2. Aufl., Gabler Verlag Wiesbaden 2007, S. 492).
Anzahl Wettbewerber
Bei einer Branche, die zahlreiche Wettbewerber aufweist, ist die Gefahr der Rivalität sehr groß. Einige Unternehmen glauben, sie können Maßnahmen durchsetzen, ohne dass andere Wettbewerber etwas davon mitbekommen. In solchen Fällen ist die Kampfbereitschaft sehr hoch und die Mittel für anhaltende und harte Vergeltungsmaßnahmen sind durch ausgeglichene Unternehmensgrößen gegeben. Dies führt zu einem instabilen Zustand (vgl. Porter, M.: „Wettbewerbsstrategien“, 11. Aufl., Campus Verlag Frankfurt 2008, S.52).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert die Zielsetzung der Arbeit, eine Branchenstrukturanalyse zur Beurteilung der Attraktivität von Wirtschaftssektoren zu ermöglichen, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Das Fünf-Kräfte-Modell von Porter und dessen Komponenten: Hier werden die theoretischen Grundlagen der fünf Kräfte – Rivalität, neue Anbieter, Ersatzprodukte, Lieferanten- und Abnehmermacht – sowie die Rolle des Staates als sechste Kraft detailliert erläutert.
3. Das Fünf-Kräfte-Modell und der deutsche Automobilmarkt: In diesem Kapitel wird das theoretische Modell auf die deutsche Automobilwirtschaft angewandt, um die Wettbewerbsintensität und Markteinflüsse konkret zu analysieren.
4. Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert, dass das Modell von Porter auch nach 30 Jahren relevant bleibt, jedoch heute um moderne Ansätze und das Wissen um seine Grenzen ergänzt werden muss.
Schlüsselwörter
Branchenstrukturanalyse, Porter, Five Forces, Automobilmarkt, Wettbewerbsstrategie, Marktmacht, Ersatzprodukte, Eintrittsbarrieren, Rivalität, Zulieferer, Abnehmer, Automobilindustrie, Marktattraktivität, Wettbewerbsdruck, Wirtschaftssektor.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung und praktischen Anwendung des „Five Forces“-Modells von Michael E. Porter auf den deutschen Automobilmarkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Analyse der Branchenstruktur, die Bestimmung der Wettbewerbsintensität und die Untersuchung von Markteintrittsbarrieren sowie der Verhandlungsmacht von Akteuren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu bewerten, inwieweit das Fünf-Kräfte-Modell dazu beitragen kann, die langfristige Profitabilität und Attraktivität der deutschen Automobilbranche zu beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung des Modells sowie eine fallorientierte Analyse unter Einbeziehung aktueller Branchen- und Wirtschaftsdaten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der fünf Wettbewerbskräfte plus des staatlichen Einflusses und deren anschließende konkrete Anwendung auf die Automobilindustrie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wettbewerbsstrategie, Marktmacht, Branchenstrukturanalyse, Porter und Automobilindustrie charakterisiert.
Welche Bedeutung kommt dem Staat in der Analyse zu?
Der Staat wird als „sechste Kraft“ definiert, da er durch Subventionen (wie die Abwrackprämie) oder Regulierungen massiv in das Wettbewerbsgefüge eingreifen kann.
Wie beeinflusste die Abwrackprämie den deutschen Automobilmarkt?
Die Prämie förderte zwar kurzfristig den Neuwagenverkauf, belastete jedoch nachhaltig die Preisstrukturen und führte zu einem Einbruch auf dem Gebrauchtwagenmarkt.
- Arbeit zitieren
- Christoph Koch (Autor:in), 2011, Branchenstrukturanalyse nach Porter mit Bezug auf den deutschen Automobilmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170135