1. Einleitung
Im Rahmen dieser Arbeit soll die lernsprachliche Kompetenz meiner Informanten untersucht werden und wie sich unterschiedliche außersprachliche Faktoren auf die lernersprachliche Kompetenz der Informanten auswirken. Zu diesem Zweck wurden drei Interviews mit drei arabischstämmigen Emigranten geführt, deren lernersprachliche Kompetenz unterschiedlich war und bei denen, ich meine Informanten, bestimmte Fragen gestellt habe, die sie einen erzählgenerierenden Impuls geben und sie zum Erinnerungenschwelgen ermuntern sollten.
Die linguistischen und sozialen Daten wurden in dieser Arbeit miteinander verglichen und in Verbindung gebracht. Ich möchte ihre Geschichte und Erlebnisse schildern lassen, unter besonderer Berücksichtigung der sprachlichen Aspekten ihrer Biographien. Am Ende der Arbeit als Anhang wurden die Gespräche von mir transkribiert und analysiert, um Sprachbiographien zu erstellen, in denen sich Personen in freier narrativer Form über ihr Verhältnis zur Sprache äußern. (Vgl. Franceschini 2001. S. 113).
Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt auf der Untersuchung der sprachlichen Entwicklung meiner Informanten sowie auf die Verhandlungen über eine neue Identität in der deutschen Gesellschaft. Denn diese Emigranten bieten sich als eine neue, interessante Gruppe für eine linguistische Untersuchung besonders an, möchte ich In dieser Arbeit einen Abriss über die Geschichte des großen Maghrebs geben sowie auch einen Abriss über die arabische Sprache als Ausgangssprache geben. Als eine semitische Sprache unterscheidet sich das Arabische in seiner Gesamtstruktur sehr stark vom Deutschen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die arabischen Migranten in Deutschland
3. Die Geschichte vom Maghreb und die Berber und ihre Sprache
4. Die arabische Sprache und ihre Linguistik
4.1. Klassisches Arabisc
4-2 Modernes Hocharabisch
4-3 Dialekte des Arabischen
4.4. Das Vokalsystem des Arabischen
4.5. Die Morphologie der Arabischsprache
4.6. Die Wortarten des Arabischen
4.6.1. Das Verb الفعل
4.6.2. Das Nomenالاسم
4.6.3. Die Partikelnالحروف
5.1. Über die Sprachbiographie
5.2. Darstellung der Sprachbiographie
5.3. Die Interviews und- Datenerhebungsmethode
5.4. Die Auswahl von Informanten
5.5. Persönliche Daten und Migration der Infromanten
5.6. Die Situation: Ort, Zeit, Anwesende
5.7. Rückkehrabsichten und emotionale Situation
5.8. Sprachkompetenz während der Interviews
6. Spracherwerb
6.1. Zweitspracherwerb
6.1.1. Ungesteuerter Zweitspracherwerb
6.1.2. Gesteuerter Zweitspracherwerb
6.2. Die kompetenten des Spracherwerbs
6.2.1 Der Antrieb
6.2.1.1. Soziale Integration
6.2.1.2. Das Bedürfnis nach Kommunikation
6.2.1.3. Einstellungen
6.2.1.4. Erziehung
6.2.2. Das Sprachvermögen
6.2.3. Der Zugang
6.2.4. Die Verlaufsstruktur
6.2.5. Das Tempo
6.2.6. Endzustand
7. Die Entwicklung der Sprachen
7.1. Sprachen und- Identitätskonflikt
7.2.1. Parallele Muttersprache: Arabisch/Französisch (Bilingualismus)
7.2.2. Französisch
7.2.3. Englisch
7.2.4. Motivation zum Deutschlernen
7.2.4.1 Deutscherwerb und Lernstrategien
7.2.5. Andere Sprachen
8. Identität
8.1. Sprachliche Identität
8.1.1 Ob es eine Pidgin ist? Gastarbeiterdeutsch
8.2. Kulturelle Identität
8.3. Nachwort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die lernsprachliche Kompetenz von arabischstämmigen Emigranten in Deutschland. Ziel ist es, anhand narrativer Interviews zu analysieren, wie außersprachliche Faktoren und persönliche Sprachbiographien den Zweitspracherwerb des Deutschen beeinflussen und welche Rolle dabei die Identitätsverhandlung in der neuen Gesellschaft spielt.
- Analyse sprachbiographischer Profile arabischer Deutschlerner.
- Untersuchung des Einflusses von Erst- und Fremdsprachen (Arabisch, Französisch, Englisch) auf den Erwerb des Deutschen.
- Gegenüberstellung von gesteuertem und ungesteuertem Spracherwerb.
- Verhandlung von Identität und kultureller Zugehörigkeit im Migrationskontext.
- Evaluierung der Auswirkungen sozialer Faktoren wie Integration, Erwerbstätigkeit und Motivation auf den Lernprozess.
Auszug aus dem Buch
Die arabischen Emigranten in Deutschland
Die Migrationsgeschichte begann lange vor dem 19. Jahrhundert, wo die Industrialisierung in Europa begonnen hat und die Migration war zunächst nicht freiwillig, sondern obligatorisch unter dem Druck der wirtschaftlichen Lage und Mangel an Arbeitskräfte, deshalb sollte damals in ganz Europa und Amerika Verschleppung von Sklaven machen. Dies hatte den Effekt dieser erzwungenen Migration auf die Vielfalt der modernen Sprachen in Europa. (Vgl. Wonassa 1998. S.23).
Die erfolgreiche Integration in die neue Heimat wird durch sprachliche Barrieren und kulturelle Missverständnisse oft erschwert, deshalb die Menschen, die nach Deutschland einwandern, müssen sich hier in einer neuen Kultur und einer neuen Sprache zurechtfinden. Etwa am Anfang der 90er begann der Diskussion ausführlich über das Thema Migration und das war aufgrund von rechtsradikalen und Islamisten Anschlägen. „Ob die Einbürgerung erleichtert werden sollte, um der Realität der Einwanderung, die zunehmend als Tatsache akzeptiert wurde, gerecht zu werden.“, war die Absicht damals. (Faruk 2002. S. 22).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Untersuchung, die lernsprachliche Kompetenz von Informanten mittels narrativer Interviews und Sprachbiographien zu analysieren.
2. Die arabischen Migranten in Deutschland: Erörtert die Migrationsgeschichte arabischer Emigranten und die Herausforderungen ihrer Integration in die deutsche Gesellschaft.
3. Die Geschichte vom Maghreb und die Berber und ihre Sprache: Bietet einen historischen Abriss über den Maghreb sowie die arabische Sprache als Ausgangssprache.
4. Die arabische Sprache und ihre Linguistik: Vermittelt einen Überblick über die arabische Sprachstruktur, ihre Perioden und die verschiedenen Wortarten sowie das Vokalsystem.
5.1. Über die Sprachbiographie: Erläutert das Konzept der Sprachbiographie als Forschungsinstrument zur Erhebung von Lernprozessen und Identitätsentwicklungen.
5.2. Darstellung der Sprachbiographie: Beschreibt die methodische Vorgehensweise der durchgeführten Interviews sowie die Auswahlkriterien für die Informanten.
6. Spracherwerb: Diskutiert die theoretischen Grundlagen des Erst- und Zweitspracherwerbs sowie die Faktoren, die den Erwerbsprozess steuern.
7. Die Entwicklung der Sprachen: Beleuchtet den Identitätskonflikt und den Einfluss paralleler Muttersprachen sowie Fremdsprachen auf den Erwerb des Deutschen.
8. Identität: Analysiert die kulturelle und sprachliche Identität von Migranten im Kontext ihres Ankommens in der neuen Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Sprachbiographie, Zweitspracherwerb, Arabische Sprache, Migration, Identität, Integration, Maghreb, Gesteuerter Spracherwerb, Ungesteuerter Spracherwerb, Araber in Deutschland, Mehrsprachigkeit, Sprachbarrieren, Identitätskonflikt, Narratives Interview, Lernstrategien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Magisterarbeit untersucht die Sprachbiographien von drei arabischstämmigen Emigranten in Deutschland, um deren lernsprachliche Kompetenz und die Faktoren, die ihren Zweitspracherwerb beeinflussen, zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der Zweitspracherwerb, die Rolle der Muttersprachen (Arabisch, Französisch), der Einfluss von Identität auf den Lernprozess sowie die soziale Integration in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich verschiedene außersprachliche Faktoren wie Herkunft, soziale Lage und Motivation auf die Entwicklung der Sprachkompetenz der drei Informanten auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode narrativer Interviews, um in freier Erzählform Sprachbiographien zu erstellen und diese linguistisch und sozialwissenschaftlich auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Spracherwerb und Identität sowie die empirische Analyse der Interviews der drei Informanten (Frau Eman, Herr Mouldy, Herr Hakim).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprachbiographie, Zweitspracherwerb, Migration, Identitätskonflikt, Integration und Mehrsprachigkeit.
Welche Rolle spielt die französische Sprache im Leben der Informanten?
Für die Informanten aus dem Maghreb fungiert Französisch oft als eine Art parallele Muttersprache, die ihren Sprachgebrauch und ihre Identität stark beeinflusst und teilweise eine Distanz zum Arabischen schafft.
Wie unterscheidet sich der Spracherwerb der drei Informanten?
Die Arbeit zeigt deutliche Unterschiede: Während Frau Eman durch gesteuerte Kurse und hohe Eigenmotivation Fortschritte erzielt, basiert der Erwerb bei Herrn Mouldy primär auf ungesteuerter Kommunikation am Arbeitsplatz, während Herr Hakim eine Mischform aus universitärem Studium und ungesteuertem Kontakt nutzt.
- Quote paper
- Desouky Walid (Author), 2011, Sprachbiographie arabischer Deutschlerner, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170098