Ziel dieser Seminararbeit ist es, den Business Engineering (BE) Ansatz im Rahmen der Zielsetzung und Anwendungsmöglichkeiten in Bezug auf die Steuerung von Unternehmensnetzwerken zu untersuchen.
Zu diesem Zweck werden zuerst als Grundlage im Kapitel 2 die beiden Begriffe Unternehmensnetzwerke und der BE Ansatz erläutert und ein Zusammenhang zwischen diesen dargestellt.
Im folgenden Kapitel 3 wird auf die wirtschaftlichen Gründe für die Bildung von Unternehmensnetzwerken eingegangen. Es werden auch, unterteilt in organisatorische, sozio-emotionale und technologische Anforderungen, die Anforderungen bei der Steuerung von Unternehmensnetzwerken aufgezeigt.
Das Kapitel 4 beginnt mit der Überführung des BE Ansatzes in den Kontext des Business Networking (BN). Anschließend wird, basierend auf dem Methodenver-ständnis des Methoden-Engineering (ME), die Methodenlandschaft des BE genauer erläutert. Abschließend wird der Nutzen des BE zur Bewältigung der Anforderungen bei der Steuerung von Unternehmensnetzwerken zusammenfassend dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Unternehmensnetzwerk
2.2 Ansatz des Business Engineering
3 Gründe für die Bildung sowie Anforderungen im Rahmen der Steuerung von Unternehmensnetzwerken
3.1 Wirtschaftliche Gründe für die Bildung von Unternehmensnetzwerken
3.2 Organisatorische Anforderungen
3.3 Sozio-emotionale Anforderungen
3.4 Technologische Anforderungen
4 Möglichkeiten des Business Engineering bei der Steuerung von Unternehmensnetzwerken
4.1 Ebenen des Business Engineering im Kontext des Business Networking
4.2 Methodenverständnis des Business Engineering
4.3 Methodenlandschaft des Business Engineering
4.4 Nutzen des Business Engineering Ansatzes zur Bewältigung der Anforderungen bei der Steuerung von Unternehmensnetzwerken
5 Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Seminararbeit untersucht den Business Engineering (BE) Ansatz hinsichtlich seiner Zielsetzungen und Anwendungsmöglichkeiten zur effektiven Steuerung von Unternehmensnetzwerken im Informationszeitalter. Das primäre Ziel ist es, den Nutzen des BE bei der Bewältigung der spezifischen wirtschaftlichen, organisatorischen, sozio-emotionalen und technologischen Herausforderungen in vernetzten Unternehmensstrukturen zu analysieren und zu bewerten.
- Grundlagen von Unternehmensnetzwerken und dem Business Engineering Ansatz
- Wirtschaftliche Treiber und Anforderungen für die Bildung von Netzwerken
- Organisatorische, sozio-emotionale und technologische Herausforderungen in Netzwerken
- Anwendung der BE-Ebenenstruktur im Kontext des Business Networking
- Methodenlandschaft des BE zur Komplexitätsreduktion in Transformationsprozessen
Auszug aus dem Buch
3.4 Technologische Anforderungen
Die technologischen Anforderungen umfassen im Wesentlichen die Applikations- und Netzwerkarchitektur der einzelnen Unternehmen im Unternehmensnetzwerk. Die IuK-Technologien stellen dabei die technologische Grundlage für die Vernetzung von Unternehmen dar.
Historisch bedingt hat sich in jedem Unternehmen eine heterogene Applikationslandschaft entwickelt, die sich aus Eigenentwicklungen oder Standardsoftware zusammensetzen kann. Diese Applikationen basieren auf unterschiedlichen Standards. Sie benutzen unterschiedliche Datenformate und besitzen verschiedene Schnittstellen. Eine Vernetzung derartiger Applikationslandschaften ist in der Regel ohne größere Anpassungen nicht möglich. Aus diesem Grund ist die Standardisierung eine Grundvoraussetzung für das Vernetzen von Applikationen innerhalb und zwischen einzelnen Unternehmen (vgl. Österle 2001, S. 42). Ein erster und auch wesentlicher Schritt zur Vernetzung von Geschäftsprozessen sind Datenbanksysteme (vgl. Österle 2001, S. 36), die eine gemeinsame Datenbasis für unterschiedliche Applikationen darstellen können. Der zweite wichtige Schritt ist ein globales Netzwerk, womit die Möglichkeit Unternehmen auf technischer Ebene untereinander zu vernetzen verbunden ist. Auch können sich durch das Einbeziehen von einem Großteil der Bevölkerung in dieses Netzwerk neue Absatzmärkte ergeben (vgl. Österle/Winter 2003, S.8). Durch dieses gemeinsame, den Globus umspannende Netzwerk, wurde die für die Vernetzung von Unternehmen notwendige Infrastruktur geschaffen und ein Prozess der Standardisierung von Übertragungsprotokollen (TCP/IP) und Datenaustauschformaten (HTML, XML) hat stattgefunden. Ziel der Applikationsarchitektur und der sie unterstützenden technischen Systeme ist es, die wirtschaftlichen Herausforderungen des Informationszeitalters zu bewältigen (vgl. Huber et al. 2001, S. 164).
Um den Anforderungen gerecht zu werden, muss die Applikationsarchitektur neben den bereits aufgeführten Datenbanksystemen und der Vernetzung auch Flexibilität (vgl. Huber et al. 2001, S. 165 f.) unterstützen um schnell auf Veränderungen am Markt reagieren zu können. Es ergibt sich im Idealzustand eine flexible, mit standardisierten Schnittstellen und Datenformaten ausgestattete Applikationsarchitektur, die es dem Unternehmen ermöglicht die eigenen Prozesse schnell und ohne große Kosten in andere Geschäftsprozesse integrieren zu können um in unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsnetzwerken zu operieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den technologischen Wandel zum Informationszeitalter und die damit verbundene Notwendigkeit für Unternehmen, sich in Netzwerken zu organisieren und neu zu strukturieren.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Unternehmensnetzwerk sowie der Business Engineering Ansatz definiert und in einen logischen Zusammenhang gestellt.
3 Gründe für die Bildung sowie Anforderungen im Rahmen der Steuerung von Unternehmensnetzwerken: Das Kapitel analysiert wirtschaftliche Treiber für Netzwerkbildungen und definiert die spezifischen organisatorischen, sozio-emotionalen sowie technologischen Anforderungen an deren Steuerung.
4 Möglichkeiten des Business Engineering bei der Steuerung von Unternehmensnetzwerken: Hier wird der BE-Ansatz in den Kontext des Business Networking überführt, die Methodenlandschaft des BE erläutert und dessen Nutzen bei der Bewältigung der in Kapitel 3 identifizierten Anforderungen bewertet.
5 Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Schlussbetrachtung resümiert die Eignung des BE als Methode zur Steuerung komplexer Unternehmensnetzwerke und betont die Notwendigkeit, neben technischen Aspekten auch die sozio-kulturellen Faktoren zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Business Engineering, Unternehmensnetzwerke, Informationszeitalter, Transformation, Geschäftsprozesse, Geschäftsstrategie, Applikationsarchitektur, Methoden-Engineering, Business Networking, Wertschöpfungsnetzwerke, Prozessorientierung, Change Management, Systemarchitektur, Netzwerkfähigkeit, Informationssysteme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Business Engineering (BE) als methodischem Ansatz, um Unternehmen bei der Transformation in das Informationszeitalter zu unterstützen und die Steuerung von Unternehmensnetzwerken zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Strukturierung von Unternehmensnetzwerken, dem Verständnis von Business Engineering als Konstruktionslehre, der Bewältigung komplexer Anforderungen in Netzwerken und der methodischen Transformation von Geschäftsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie der Business Engineering Ansatz die Steuerung von Unternehmensnetzwerken durch eine strukturierte, ebenenübergreifende Vorgehensweise professionell und beherrschbar gestalten kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis aktueller Fachliteratur und Forschungsarbeiten zum Business Engineering und zum Netzwerkmanagement, um die Anwendungsmöglichkeiten der Methoden des BE auf die Steuerung von Netzwerken zu deduzieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Grundlagenklärung, eine detaillierte Analyse der Anforderungen an Netzwerke (wirtschaftlich, organisatorisch, sozio-emotional, technologisch) sowie die Überführung des BE-Ansatzes in den Kontext des Business Networking inklusive einer Bewertung seines Nutzens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Business Engineering, Unternehmensnetzwerke, Transformation, Methoden-Engineering, Geschäftsprozesse und Netzwerkfähigkeit.
Warum ist das "ingenieurmäßige Vorgehen" laut dem Autor im Business Engineering so wichtig?
Es dient dazu, die Komplexität von Transformationsprozessen in strukturierte und erfassbare Unterprojekte zu zerlegen, wodurch die Steuerbarkeit und Transparenz innerhalb von Netzwerken signifikant erhöht wird.
Welche Bedeutung messen Sie den sogenannten "weichen Faktoren" bei der Steuerung von Unternehmensnetzwerken bei?
Der Autor betont, dass die Vernachlässigung sozio-kultureller Faktoren wie Vertrauen, politisches Verhalten oder Unternehmenskultur oft ein Hauptgrund für das Scheitern von Transformationsprojekten ist, da in heterarchischen Netzwerkstrukturen der Mensch im Mittelpunkt steht.
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- Frank Mertz (Author), 2010, Der Business Engineering Ansatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170070