Heutzutage nehmen die psychischen Erkrankungen (in modernen Gesellschaften) von Jahr zu Jahr immer mehr zu, wobei Krisen- wie auch die Coronapandemie als gesellschaftliche Härtetests noch verstärkend hinzukommen. Jene Erkrankungen stellen demzufolge die Bürger*innen auf die Probe, wobei nach Ursachen, Lösungen und offenen Fragen gesucht wird. Resultierend daraus lässt sich dies auch als ein zentrales Problem der Sozial- und Gesundheitswissenschaften (als Wissenschaft) zusammenführen. Émile Durkheims Konzept der Anomie sowie dessen Selbstmordtypen bieten möglicherweise theoretische Grundlagen, als soziologische Perspektiven, die soziale Desintegration, normative Orientierungslosigkeit und strukturelle Spannungen als zentrale Ursachen abweichenden Verhaltens analysieren. Zusammengefasst können die Theorien auch für das Verständnis psychischer Erkrankungen herangezogen werden, da sie die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft thematisieren. Somit beleuchtet der folgende Essay inwiefern sich Durkheims Anomie-Theorie und Selbstmordtypen auf heutige psychische Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen, Burnout und Angststörungen beziehen beziehungsweise anführen lassen und diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen dieser Ansätze aus „heutiger“ Sicht. Die Fragestellung, die der Essay versucht zu beleuchten lautet demnach wie folgt: „Inwiefern sind das Anomieverständnis und die Selbstmordtypen von Durkheim erklärendem Variablen von psychischen Erkrankungen? (Schwächen, Gemeinsamkeiten, Unterschiede)“. Zunächst wird im ersten Sinnabschnitt das Anomieverständnis von Durkheim erläutert. Der folgende Abschnitt umfasst die verschiedenen Selbstmordtypen nach Durkheim. Im dritten Sinnabschnitt erfolgt nun eine Verknüpfung mit den psychischen Erkrankungen, wobei Verbindungslinien, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden sollen. Weiterführend sollen Schwächen, Kritik basierend auf dem heutigen Wissen hinsichtlich Durkheims Überlegungen im anschließenden Abschnitt benannt werden. Der letzte Abschnitt resümiert die gesammelten Erkenntnisse in einem Fazit, wobei die Fragestellung beantwortet werden soll.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2024, Inwiefern sind das Anomieverständnis und die Selbstmordtypen erklärende Variablen von psychischen Erkrankungen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1699575