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Die Boheme als literatur- und geisteswissenschaftliches Phänomen dargestellt am Beispiel der ,Schwabinger Boheme‘

Titel: Die Boheme als literatur- und geisteswissenschaftliches Phänomen dargestellt am Beispiel der ,Schwabinger Boheme‘

Facharbeit (Schule) , 2011 , 13 Seiten , Note: 14

Autor:in: Stella Griesmeier (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Boheme wurde in der Kunstgeschichte unzählige Male beschrieben,
idealisiert, besungen, in Verse gefasst, analysiert oder für lächerlich erklärt und ist auch heute noch ein viel besprochenes Thema. Henri Murger, der sich als wahrer Bohemien sah, meinte seinerzeit, dass „die Boheme nur in Paris existiert und nur dort möglich ist.“(1) Das wirft die Frage auf, ob die Pariser Boheme wirklich einzigartig war. Um diese Frage beantworten zu können, wird
zunächst der Begriff erläutert und dann die Boheme definiert.
Ziel dieser Arbeit ist es, anhand der Schwabinger Boheme herauszufinden, was genau das Phänomen der Boheme ausmacht und ob sich die Münchner Boheme wirklich von der Pariser unterscheidet.
Die Tagebücher des Oscar A. H. Schmitz, eines deutschen Autors, Philosophen und Mitglieds der Schwabinger Boheme, werden hierzu als Grundlage dienen.
Der Schwerpunkt liegt auf den Auszügen des Tagebuches „Das wilde Leben der Boheme“, das in den Jahren von 1896 bis 1906 entstand.
,Bohémien‘ ist seit seinem ersten Auftreten im 15. Jahrhundert in Frankreich das Wort für Zigeuner. Ursprünglich hatte das Wort eine sehr negative Bedeutung, da geglaubt wurde, dass die „Wanderschaft ihnen als Buße auferlegt sei“(2), weshalb nicht nur ihr nomadenhaftes Umherziehen, sondern ihr ganzer Lebensstil als lasterhaft und verwerflich galt.
Auch heute werden heimatlose oder obdachlose Menschen oft Zigeuner
genannt und ihre Lebensweise verachtet. Was Heimatlose und Obdachlose
jedoch verbindet, ist gerade das, was den Begriff ,Bohémien‘ wandelte, nämlich nicht sesshaft zu sein, sondern umherzuziehen. Denn in einer Gesellschaft, die eine gefestigte Familie und einen festen Wohnort erwartet, sind Zigeuner immer eine Randgruppe.
[...]
______
(1) Henri Murger: Boheme, S.12
(2) Helmut Kreuzer: Die Boheme, S.1

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Begriffsdefinition und historische Einordnung

1.2 Voraussetzungen der Boheme

1.3 Der Bohemien als Randgruppe

1.4 Die Schwabinger Boheme und der Nationalsozialismus

1.5 Das Verhältnis von Boheme und Bürgerlichkeit

1.6 Lebenslauf von Oscar A. H. Schmitz

1.7 Soziale Strukturen: Kreise und informelle Bünde

1.8 Der Konflikt zwischen künstlerischer Freiheit und kommerziellem Zwang

1.9 Die Rolle der Großstadt als Entstehungsraum

1.10 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das kulturgeschichtliche Phänomen der Boheme am Beispiel der „Schwabinger Boheme“. Das zentrale Forschungsziel besteht darin, die spezifischen Merkmale dieses Lebensstils zu definieren, die Abgrenzung zum Bürgertum zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, ob die oft als singulär betrachtete Pariser Boheme tatsächlich ein unübertragbares Unikat darstellt oder ob es sich vielmehr um ein universelles, zeit- und ortsübergreifendes Gedankengebäude handelt.

  • Historische Entwicklung und Begriffsgeschichte der „Boheme“
  • Analyse soziokultureller Voraussetzungen für die Entstehung von Bohemezirkeln
  • Die Rolle von Oscar A. H. Schmitz als Repräsentant der Schwabinger Boheme
  • Der Antagonismus zwischen bürgerlichen Werten und künstlerischer Lebensweise
  • Bedeutung der Großstadt als inspirierender und existentieller Raum für Künstler

Auszug aus dem Buch

Die Boheme als literatur- und geisteswissenschaftliches Phänomen dargestellt am Beispiel der ‚Schwabinger Boheme‘

Die Boheme wurde in der Kunstgeschichte unzählige Male beschrieben, idealisiert, besungen, in Verse gefasst, analysiert oder für lächerlich erklärt und ist auch heute noch ein viel besprochenes Thema. Henri Murger, der sich als wahrer Bohemien sah, meinte seinerzeit, dass „die Boheme nur in Paris existiert und nur dort möglich ist.“ Das wirft die Frage auf, ob die Pariser Boheme wirklich einzigartig war. Um diese Frage beantworten zu können, wird zunächst der Begriff erläutert und dann die Boheme definiert.

Ziel dieser Arbeit ist es, anhand der Schwabinger Boheme herauszufinden, was genau das Phänomen der Boheme ausmacht und ob sich die Münchner Boheme wirklich von der Pariser unterscheidet.

Die Tagebücher des Oscar A. H. Schmitz, eines deutschen Autors, Philosophen und Mitglieds der Schwabinger Boheme, werden hierzu als Grundlage dienen. Der Schwerpunkt liegt auf den Auszügen des Tagebuches „Das wilde Leben der Boheme“, das in den Jahren von 1896 bis 1906 entstand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Verortung des Boheme-Begriffs ein und definiert das Forschungsinteresse an der Schwabinger Boheme sowie die methodische Grundlage durch die Tagebücher von Oscar A. H. Schmitz.

Schlüsselwörter

Boheme, Schwabing, München, Oscar A. H. Schmitz, Künstlertum, Bürgerlichkeit, Henri Murger, Randgruppe, Urbanisierung, Literatur, Lebensweise, Rebellion, Kulturmarkt, Sozialgeschichte, Individualismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der „Boheme“ als soziokulturelle und künstlerische Lebensform, wobei die „Schwabinger Boheme“ als spezifisches Fallbeispiel für eine tiefergehende Analyse dient.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten gehören das Spannungsfeld zwischen Bürgerlichkeit und Boheme, die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft, der Einfluss der Großstadt sowie der Umgang mit kommerziellen Anforderungen in der Kunst.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Phänomen der Boheme zu definieren und zu klären, ob die Münchner Boheme eine eigenständige Ausprägung darstellt oder ob das Modell der Pariser Boheme universell auf andere Orte und Zeiten übertragbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche und historische Analyse, wobei primär auf Tagebuchaufzeichnungen von Oscar A. H. Schmitz sowie auf fachwissenschaftliche Sekundärliteratur zurückgegriffen wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung, die Abgrenzung zu bürgerlichen Werten, die Bedeutung von informellen Künstlerkreisen sowie die existenziellen Konflikte zwischen künstlerischer Leidenschaft und der Notwendigkeit des Broterwerbs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Boheme, Schwabing, Bürgerlichkeit, Künstlertum, Urbanisierung, Oscar A. H. Schmitz und Sozialgeschichte.

Inwiefern beeinflusste das politische Umfeld die Schwabinger Boheme?

Die Arbeit erläutert, wie insbesondere der aufkommende Nationalsozialismus und der Beginn des Zweiten Weltkriegs die sozialen Voraussetzungen für die Boheme in München zerstörten und zu deren Ende führten.

Warum gilt Oscar A. H. Schmitz als klassischer Bohemien?

Schmitz erfüllte durch seinen Lebenswandel, seine Abkehr von bürgerlichen Karrierewegen, seine intensive schriftstellerische Tätigkeit und seine Zugehörigkeit zu avantgardistischen Kreisen die gängigen Kriterien eines wahren Bohemiens.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Boheme als literatur- und geisteswissenschaftliches Phänomen dargestellt am Beispiel der ,Schwabinger Boheme‘
Note
14
Autor
Stella Griesmeier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V169601
ISBN (Buch)
9783640881550
ISBN (eBook)
9783640881741
Sprache
Deutsch
Schlagworte
boheme phänomen beispiel schwabinger boheme‘
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stella Griesmeier (Autor:in), 2011, Die Boheme als literatur- und geisteswissenschaftliches Phänomen dargestellt am Beispiel der ,Schwabinger Boheme‘, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/169601
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Leseprobe aus  13  Seiten
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