Bei dem Fall geht es um eine Hochschule, in der 15.000 Studierende immatrikuliert sind. Vor fünf Jahren wurde die Anwesenheitspflicht abgeschafft, was zur Folge hat, dass die Studierenden frei entscheiden können, ob sie eine Lehrveranstaltung besuchen oder nicht. Eine Voraussetzung aber ist, dass die Prüfungen, unabhängig von dem Besuch von Seminaren, so gestaltet werden müssen, dass man sie bestehen kann. Obwohl statistische Analysen zeigen, dass sich das Leistungsniveau in den letzten fünf Jahren nicht verändert hat, wird die eingeführte Maßnahme sehr intensiv diskutiert.
In dieser Debatte gibt es zahlreiche Pro - und Kontraargumente. Einige Studierende behaupten, dass wegen zu geringer Anwesenheit von Studierenden in den Seminaren keine konstruktive Lernatmosphäre entstehen kann. Dagegen fordern einige Lehrende, dass die Studierenden die Seminare besuchen sollen, um eine vernünftige Auseinandersetzung mit den Lerninhalten herzustellen. Manche Lehrende und Studierende vertreten die Meinung, dass durch die Abschaffung der Anwesenheitspflicht nur noch Studierende in den Seminaren sind, die sich wirklich für die Themen interessieren. Dadurch sei eine verbesserte Lernatmosphäre entstanden.
Ein Kritikpunkt betrifft die Lernmaterialien, die für die Prüfungen zur Verfügung gestellt werden. Hier gibt es große Unterschiede, weil die Materialien von einigen Lehrenden sehr gut, von anderen sehr schlecht gestaltet sind. Ein weiterer Aspekt gehört auch in die Debatte, dass nämlich durch die Abschaffung der Anwesenheitspflicht ein kleiner Teil der Lehrenden die Hochschulen gewechselt hat.
- Quote paper
- Gämär Amikishiyeva (Author), 2026, Abschaffung der Präsenzpflicht für Studierende, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1695939