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Zur Shop-Startseite › Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Sprachliche Relativität und ihre Implikationen für den Englischunterricht

Titel: Sprachliche Relativität und ihre Implikationen für den Englischunterricht

Examensarbeit , 2010 , 79 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Christofer Pape (Autor:in)

Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Über die Akzeptanz sprachlicher Relativität im späteren 20. Jahrhundert bemerken Gentner & Goldin-Meadow (2003): „Admitting any sympathy for, or even curiosity about, this possibility was tantamount to declaring oneself to be either a simpleton or a lunatic“ (3). Spätestens ab den 1990er Jahren darf man jedoch ein neues Interesse an der Thematik, eine „Whorf-Renaissance“ (Werlen 2002: 248), konstatieren. Die Quintessenz dieser neueren Forschungslinie wird in einem Sammelband von Bowerman & Levinson (2001) prägnant auf den Punkt gebracht: „Some very moderate form of ’Whorfianism’ may be unavoidable“ (13).

In dieser Arbeit sollen mögliche Auswirkungen dieser Whorf-Renaissance auf den Englischunterricht im deutschsprachigen Raum erörtert werden.

[ca. 100 Titel in der Literaturliste]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Teil: Sprachliche Relativität

1. Die Entdeckung sprachlicher Relativität

1.1 Frühe Vorgänger

1.2 Wilhelm von Humboldt

1.3 Benjamin Lee Whorf

1.4 Whorfs Rezeption

2. Kritik an sprachlicher Relativität

2.1 Sprachdeterminismus und Politik

2.2 Banalität

2.3 Mentalese

3. Sprache und Kognition

3.1 Sprache als soziales Phänomen

3.2 Sprache als grundlegende kombinatorische Fähigkeit

4. Die Whorf-Renaissance

4.1 Lautwahrnehmung

4.2 Genus

4.3 Raumkognition

4.4 S-Sprachen und V-Sprachen

5. Thinking for Speaking

II. Teil: Implikationen für den Englischunterricht

6. Thinking L1 for Speaking L2?

7. Sprachliche Relativität und Englischunterricht

7.1 Stanley

7.2 Alptekin & Alptekin

7.3 Scheu

7.4 Lee

7.5 Niemeier

7.6 Zusammenfassung

8. Die Rolle der Muttersprache(n)

8.1 Exkurs: Die kommunikative Wende im Englischunterricht

8.2 Die Muttersprache in der modernen kommunikativen Didaktik

8.3 Herkunftssprachen

9. Interkulturelle Kompetenz

10. Language awareness

11. Kognitive Linguistik und sprachliche Relativität

11.1 Konzeptuelle Metaphern

11.2 Konzeptuelle Metaphern im Fremdsprachenunterricht

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen der sogenannten "Whorf-Renaissance" und der Theorie der sprachlichen Relativität auf den Englischunterricht im deutschsprachigen Raum zu analysieren und kritisch zu bewerten. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie die Wechselwirkung zwischen Einzelsprache und kognitiven Fähigkeiten – insbesondere im Rahmen des Modells "Thinking for Speaking" – sinnvoll in didaktische Konzepte integriert werden kann, um interkulturelle Kompetenz zu fördern, ohne in sprachdeterministische Extreme zu verfallen.

  • Sprachliche Relativität und das Modell "Thinking for Speaking"
  • Kognitive Linguistik und konzeptuelle Metaphern im Fremdsprachenunterricht
  • Die Rolle der Muttersprache und Herkunftssprachen in der modernen Didaktik
  • Förderung interkultureller Kompetenz und Language Awareness

Auszug aus dem Buch

3.2 Sprache als grundlegende kombinatorische Fähigkeit

Eine überzeugende Erklärung für die Wirkung der Sprachfähigkeit auf unsere kognitiven Fähigkeiten liefert Spelke (2003). Sie behauptet, dass „natural languages provide humans with a unique system for combining flexibly the representations they share with other animals” (291). Spelke möchte erklären, wie es kommen kann, dass Menschen überhaupt verstehen, was sie hören oder lesen „when virtually every sentence they encounter is new to them” (295f.). In einer Reihe von Studien hat sie nachgewiesen, dass sowohl Tiere als auch Kleinkinder dieselben core knowledge systems (278) besitzen. Das sind verschiedene Wissenssphären, wie etwa Raumkognition oder Farbwahrnehmung. In ihrer kognitiven Grundausstattung, so könnte man also annehmen, unterscheiden sich Mensch und Tier gar nicht. Es ist nach Spelke die kombinatorische Fähigkeit des Menschen, die ihn vom Tier unterscheidet und so seine einzigartige Intelligenz erklärt.

In ihren Untersuchungen stellte Spelke heraus, dass die core knowledge systems gewisse Beschränkungen aufweisen. 28 Aufgrund dieser Beschränkungen ist es Tieren und Kleinkindern nicht möglich, diese miteinander zu verbinden. So zeigten Ratten in einem Versuch zwar die Fähigkeit sich innerhalb der geozentrischen Wissenssphäre zu orientieren. Sie konnten Futter in einer bestimmten Ecke eines Raumes wieder aufsuchen, nachdem es dort zuvor einige Male platziert worden war. Genauso konnten sie Futter, das an einem bestimmten Gegenstand platziert worden war, wieder aufsuchen. Im Fall des Versuches war dies ein Zylinder in der Mitte des Raumes. Es gelang ihnen jedoch nicht, diese beiden Informationen, diese beiden core knowledge systems, miteinander zu kombinieren und Futter zum Beispiel nordöstlich dieses Zylinders auf Anhieb wieder zu finden. Diese Befunde decken sich mit den Ergebnissen bei Kleinkindern. Auch sie sind nicht in der Lage diese beiden core knowledge systems miteinander zu kombinieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Theoriekontinuum der sprachlichen Relativität und Darlegung der Forschungsabsicht zur Whorf-Renaissance.

I. Teil: Sprachliche Relativität: Historischer Überblick über die Entwicklung der Theorie von den Anfängen bis zur modernen Whorf-Renaissance sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Determinismus-Vorwürfen.

1. Die Entdeckung sprachlicher Relativität: Darstellung der historischen Wurzeln bei Vordenkern wie Humboldt und dem einflussreichen Wirken Benjamin Lee Whorfs.

2. Kritik an sprachlicher Relativität: Analyse gängiger Einwände wie Banalität und der "Mentalese"-Hypothese, die den Einfluss der Sprache auf das Denken bestreiten.

3. Sprache und Kognition: Untersuchung der konstituierenden Rolle von Zeichensystemen für die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten des Individuums.

4. Die Whorf-Renaissance: Zusammenfassung moderner Studien, die kognitive Unterschiede bei Lautwahrnehmung, Genus-Zuweisung, Raumkognition und Bewegungsereignissen (S-/V-Sprachen) belegen.

5. Thinking for Speaking: Vorstellung des intermediären Modells nach Slobin, das den Einfluss der Sprache auf den Prozess der Formulierung fokussiert.

II. Teil: Implikationen für den Englischunterricht: Übertragung der theoretischen Überlegungen auf die praktische Fremdsprachendidaktik.

6. Thinking L1 for Speaking L2?: Erörterung der Problematik des kognitiven Codes beim Zweitspracherwerb und der Rolle der Lernersprache (Interlanguage).

7. Sprachliche Relativität und Englischunterricht: Kritische Würdigung historischer und aktueller didaktischer Versuche, diese Theorie in den Unterricht zu integrieren.

8. Die Rolle der Muttersprache(n): Plädoyer für einen aufgeklärten Einsatz der Muttersprache und Berücksichtigung von Herkunftssprachen zur Unterstützung der Lernprozesse.

9. Interkulturelle Kompetenz: Diskussion des Lernziels der interkulturellen Kompetenz als Erweiterung des klassischen Landeskundebegriffs.

10. Language awareness: Analyse der Bedeutung von Sprachbewusstheit für die Reflexion über Lernprozesse und Sprachstrukturen.

11. Kognitive Linguistik und sprachliche Relativität: Untersuchung der Motiviertheit von Sprache durch kognitive Prinzipien und deren Anwendungspotenzial.

Schlüsselwörter

Sprachliche Relativität, Whorf-Hypothese, Thinking for Speaking, Kognitive Linguistik, Sprachlehrforschung, Fremdsprachendidaktik, Interkulturelle Kompetenz, Language Awareness, Konzeptuelle Metaphern, Muttersprache, Interlanguage, Sprachdeterminismus, Kognition, Sprachbewusstsein, Fremdverstehen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Relevanz der Theorie der sprachlichen Relativität (Sapir-Whorf-Hypothese) für den modernen Englischunterricht. Sie beleuchtet, ob und wie die Muttersprache die kognitive Wahrnehmung beeinflusst und welche Konsequenzen dies für das Erlernen einer Fremdsprache hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung der sprachlichen Relativität, die moderne Forschung (Whorf-Renaissance), das Modell "Thinking for Speaking", die Rolle der Muttersprache im Unterricht sowie Ansätze der Language Awareness und Kognitiven Linguistik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzen einer moderaten sprachrelativistischen Sichtweise für den Englischunterricht aufzuzeigen, um interkulturelles Verständnis zu fördern, statt klassische (und oft kritisierte) deterministische Interpretationen zu stützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische und literaturwissenschaftliche Analyse, die einschlägige sprachwissenschaftliche und didaktische Studien zusammenführt und im Kontext der Fremdsprachendidaktik neu bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst erfolgt eine theoretische Aufarbeitung der Sprach-Denken-Debatte (inkl. Kritik), danach folgen spezifische didaktische Implikationen, wie die Integration von Herkunftssprachen, interkultureller Kompetenz und metaphorischem Bewusstsein.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere "Sprachliche Relativität", "Thinking for Speaking", "Language Awareness", "Interkulturelle Kompetenz" sowie "konzeptuelle Metaphern" und die "Rolle der Muttersprache".

Inwieweit spielt das "Thinking for Speaking"-Modell eine Schlüsselrolle?

Es dient als vermittelnde Ebene: Es vermeidet die Annahme eines absoluten Sprachdeterminismus, erkennt aber an, dass die sprachliche Form der Muttersprache beeinflusst, worauf Sprecher bei der aktiven Sprachproduktion ihre Aufmerksamkeit richten.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "S-Sprachen" und "V-Sprachen" für Lerner relevant?

Diese Unterscheidung zeigt, dass Sprachen Bewegungsereignisse unterschiedlich enkodieren. Das Bewusstsein für diese Unterschiede hilft Lernern, pragmatische Fehler zu vermeiden und idiomatischere Ausdrücke in der Zielsprache zu entwickeln.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sprachliche Relativität und ihre Implikationen für den Englischunterricht
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Anglistik und Amerikanistik)
Note
1,3
Autor
Christofer Pape (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
79
Katalognummer
V169274
ISBN (eBook)
9783640875429
Sprache
Deutsch
Schlagworte
whorf sapir sprachliche relativität humboldt linguistik englischdidaktik lee niemeier kognitive linguistik cognitive linguistics fremdsprachendidaktik sprachdeterminismus pinker mentalese kommunikative wende language awareness interkulturelle kompetenz slobin thinking for speaking konzeptuelle metaphern metaphern lakoff levinson boroditsky spelke
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christofer Pape (Autor:in), 2010, Sprachliche Relativität und ihre Implikationen für den Englischunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/169274
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Leseprobe aus  79  Seiten
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