Vor 82 Jahres endete die Blockade Leningrads. Diese Blockade forderte etwa 1,1 Millionen Opfer und zählt nicht nur zu den größten Kriegsverbrechen des 20. Jahrhunderts, sondern ist zugleich auch als Völkermord (Genozid) einzuordnen. Auf der Bundeszentrale für politische Bildung liest es sich dazu wie folgt:
„[…] 872 Tage lang dauerte die Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht. Mehr als eine Million Menschen verhungerte, ein genozidaler Akt.“ Dieser Einschätzung schließen sich nicht nur deutsche Historiker an, sondern auch von russischer Seite wurde die Leningrader Blockade als Völkermord bewertet. Das St. Petersburger Stadtgericht entschied im Oktober 2022, die Blockade Leningrads als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und als Völkermord anzuerkennen. Nachfolgend haben Landgerichte von 20 russischen Regionen die Verbrechen der deutschen Wehrmacht ebenfalls als Völkermord anerkannt.2. Im März 2024 schickte das Außenministerium der Russischen Föderation eine Note an das Auswärtige Amt mit der Aufforderung, die Leningrader Blockade auch von deutscher Seite als Völkermord anzuerkennen. Das Auswärtige Amt teilte daraufhin mit, dass die Bundesregierung der Auffassung sei, es habe sich bei der Blockade um ein Kriegsverbrechen und nicht um einen Völkermord gehandelt.
- Arbeit zitieren
- Antje Lüth (Autor:in), Der Völkermord in Leningrad. Die historische Verantwortung Deutschlands, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1692669