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Die Akte Kunduz

Der Luftangriff auf zwei Tanklaster am 4. September 2009 nahe der afghanischen Stadt Kunduz

Titel: Die Akte Kunduz

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Martin Boldt (Autor:in)

Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Über den militärischen Vorfall, bei dem am 4. September 2009 ein Bundeswehroberst im afghanischen Kunduz einen folgenschweren Befehl für einen gezielten Bombenabwurf auf zwei entführte Tanklaster gab, ist von den Verantwortlichen und ihren Gegenspielern viel gesagt und von den Medien noch um ein weiteres mehr berichtete worden. Ein Dschungel aus Wahrheiten, Halbwahrheiten, Aussparungen - kurz Stückwerk, mal mehr mal weniger vollständig, ist entstanden. Immer wieder wurden dabei Fragen nach dem korrekten oder regelkonformen Verhalten, ja selbst nach der Verhältnismäßigkeit gestellt, ohne dass die Autoren ihren Lesern verlässliche Instrumente und Maßstäbe für solche Urteile an die Hand zu geben gedachten. Als Beitrag für einen sachgemäßen wissenschaftlichen Diskurs setzt sich der Autor dieser Arbeit deshalb das Ziel den Ereignisverlauf des Vorfalls aufzuarbeiten und das eigentlich Problematische, das durch die Verkettung verschiedener Umstände für die verschiedenen involvierten Parteien entstand, mithilfe der Theorien von Carl von Clausewitz und der Methode der „dichten Beschreibung“ von Clifford Geertz darzustellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Die „Dichte Beschreibung"

2.2 Analyse nach Clausewitz

3. Ein Vorfall, zwei Versionen

4. Offensive oder defensive Taktik?

5. Die Afghanen als äußerer Einflussfaktor auf den politischen Zweck

6. Der Kontext für die amerikanische Kritik

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den militärischen Luftangriff auf zwei entführte Tanklaster nahe Kunduz am 4. September 2009. Ziel ist es, unter Anwendung der Methode der „dichten Beschreibung“ von Clifford Geertz sowie theoretischer Ansätze von Carl von Clausewitz, die Beweggründe des verantwortlichen Offiziers Oberst Georg Klein, die Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit sowie die komplexen Rahmenbedingungen durch US-amerikanische Kritik und afghanische Erwartungen kritisch zu beleuchten und eine Schere zwischen kommunizierten politischen Zielen und der praktizierten militärischen Wirklichkeit aufzuzeigen.

  • Analyse der Beweggründe von Oberst Georg Klein für den Luftschlag.
  • Untersuchung der Diskrepanz zwischen offizieller Kommunikation und militärischer Realität.
  • Bewertung des Einflusses der afghanischen Akteure auf das deutsche Handeln.
  • Einordnung der US-amerikanischen Kritik im Kontext der neuen Strategie von General McChrystal.
  • Reflexion über die moralischen und strategischen Konsequenzen für den deutschen Afghanistaneinsatz.

Auszug aus dem Buch

3. Ein Vorfall, zwei Versionen

Bereits wenige Stunden nach dem Bekanntwerden der Verwicklung der Bundeswehr in den Bombenabwurf nahe Kunduz am 4. September 2009, kursierten in den deutschen Medien die von Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey verbreitete Version, dass die Bundeswehr die Luftunterstützung angefordert hatte, um ein Selbstmordattentat mit den beiden entführten Tanklastern zu verhindern. Aus Sicht der militärisch Verantwortlichen im Bundeswehrcamp Kunduz sei höchste Gefahr im Verzug gewesen, daher habe man so reagieren müssen. Der Bombenabwurf auf die Tanklaster und die Menschen kam in den ersten Darstellungen also der Status einer Notwehrhandlung zu. Der Schutz von Zivilisten hätte bei Bundeswehr Operationen immer oberste Priorität Unbeteiligte sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu Schaden gekommen“, hieß es in den ersten Statements aus dem Verteidigungsministerium. Auch an einer Betonung der eigenen Fähigkeiten war man interessiert: Insgesamt seien „die vor Ort eingesetzten Kräfte bestens ausgebildet und bestens im Bilde, was sie dürfen und was sie nicht dürfen“. Oberst Georg Kleins zweiseitiger interner Stellungnahme für das Einsatzführungskommando ist Folgendes zu entnehmen:

„Am 4. September um 1.51 Uhr entschloss ich mich, zwei am Abend des 3. September auf der LOC Pluto durch Aufständische entführte Tanklastwagen sowie die an den Fahrzeugen befindlichen Insurgents durch den Einsatz von Luftstreitkräften zu vernichten. [...]. Ich gab letztendlich den Befehl zum Einsatz der Bomben, weil [...] ich nach allen mir zum Zeitpunkt des Waffeneinsatzes zur Verfügung stehenden Informationen davon ausgehen konnte, [...] eine Gefahr für meine anvertrauten Soldaten frühzeitig abwenden zu können und andererseits mit höchster Wahrscheinlichkeit dabei nur Feinde des Wiederaufbaus Afghanistans zu treffen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor erläutert das Ziel der Arbeit, den Ereignisverlauf und das Problematische des Kunduz-Vorfalls mithilfe der „dichten Beschreibung“ und der Denkmethode von Carl von Clausewitz zu analysieren.

2. Theoretische Grundlagen: Es werden die methodischen Ansätze der „dichten Beschreibung“ nach Clifford Geertz sowie die Kriegsmodelle und die Mittel-Ziel-Zweck-Analyse von Carl von Clausewitz als analytisches Rüstzeug eingeführt.

3. Ein Vorfall, zwei Versionen: Dieses Kapitel stellt die Diskrepanz zwischen der offiziellen Darstellung der Bundeswehr als „Notwehrhandlung“ und den durch NATO-Untersuchungen gewonnenen abweichenden Erkenntnissen über den tatsächlichen Hergang dar.

4. Offensive oder defensive Taktik?: Hier wird untersucht, ob der Angriff Anzeichen für eine offensivere Strategie der Bundeswehr im Widerspruch zu den offiziell defensiven Einsatzregeln aufwies.

5. Die Afghanen als äußerer Einflussfaktor auf den politischen Zweck: Das Kapitel beleuchtet, wie Erwartungen afghanischer Funktionäre, die auf ein härteres Vorgehen gegen Aufständische drängten, das Verhalten der deutschen Kommandeure beeinflusst haben könnten.

6. Der Kontext für die amerikanische Kritik: Es wird analysiert, inwiefern die Kritik von General McChrystal am Vorgehen der Bundeswehr als strategisches Mittel diente, um die neuen, „bevölkerungszentrierten“ Einsatzrichtlinien der ISAF zu untermauern.

7. Schlussbetrachtung: Der Autor resümiert, dass der Vorfall eine Schere zwischen kommunizierten politischen Zielen und tatsächlicher militärischer Praxis offenbarte, die aus veränderten Einsatzparametern und einem ausbleibenden Strategiewechsel auf hoher Ebene resultierte.

Schlüsselwörter

Kunduz-Affäre, Bundeswehr, Afghanistan, Oberst Georg Klein, ISAF, Dichte Beschreibung, Carl von Clausewitz, Luftangriff, Taktik, Strategie, Politische Kommunikation, Aufständische, Zivile Opfer, NATO, General Stanley McChrystal

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den folgenschweren Luftangriff der Bundeswehr auf zwei entführte Tanklaster nahe Kunduz am 4. September 2009 und untersucht die Hintergründe sowie die Diskrepanz zwischen offizieller Darstellung und tatsächlichem Ereignisverlauf.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Beweggründe von Oberst Klein, die Rolle der politischen Kommunikation im Kontext der deutschen Sicherheits- und Außenpolitik sowie die Einordnung des Vorfalls in das strategische Umfeld des Afghanistaneinsatzes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, mithilfe wissenschaftlicher Methoden wie der „dichten Beschreibung“ aufzuzeigen, wie sich durch veränderte Einsatzbedingungen eine Lücke zwischen den kommunizierten Zielen der Bundesregierung und dem tatsächlichen Handeln vor Ort entwickelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Methode der „dichten Beschreibung“ nach Clifford Geertz, um soziale Diskurse nachzuzeichnen, sowie die theoretischen Analysekategorien (Mittel-Ziel-Zweck) von Carl von Clausewitz.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den verschiedenen Versionen des Vorfalls, der Frage nach offensiver oder defensiver Taktik, dem Druck durch afghanische Akteure sowie der kritischen Einordnung durch die amerikanische Militärführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kunduz-Affäre, Bundeswehr, Afghanistan, Oberst Georg Klein, ISAF, Dichte Beschreibung und Clausewitz charakterisiert.

Welche Rolle spielte Oberst Georg Klein bei diesem Vorfall?

Oberst Klein traf die Entscheidung für den Luftangriff. Die Analyse hinterfragt, inwiefern er dabei vorschriftsgemäß handelte oder durch persönliche Ermüdung und strategische Rahmenbedingungen zu einer abweichenden Entscheidung motiviert wurde.

Wie bewertete die amerikanische Führung den Angriff?

General McChrystal übte scharfe Kritik und nutzte den Vorfall, um die Notwendigkeit seiner neuen, auf den Schutz der Bevölkerung ausgerichteten Strategie im Vergleich zur bisherigen Praxis zu demonstrieren.

Welchen Einfluss hatten afghanische Akteure auf das deutsche Handeln?

Der Autor zeigt auf, dass lokaler Druck von afghanischen Offiziellen, die ein konsequenteres Vorgehen gegen die Taliban forderten, das Handeln deutscher Kräfte maßgeblich beeinflusst haben könnte.

Welches Fazit zieht der Autor?

Der Autor kommt zum Schluss, dass der Vorfall ein Musterbeispiel für die Diskrepanz zwischen der offiziellen politischen Rhetorik und der harten militärischen Realität eines bewaffneten Konflikts ist, die aus unpopulären, aber notwendigen Anpassungen der Strategie resultiert.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Akte Kunduz
Untertitel
Der Luftangriff auf zwei Tanklaster am 4. September 2009 nahe der afghanischen Stadt Kunduz
Hochschule
Universität zu Köln  (Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Clausewitz und Analyse Internationaler Politik: Die Bundeswehr in Afghanistan
Note
1,3
Autor
Martin Boldt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
28
Katalognummer
V169181
ISBN (Buch)
9783640873012
ISBN (eBook)
9783640873524
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bundeswehr Kunduz Bombardement Oberst Klein Afghanistan McChrystal Schneiderhahn Guttenberg Clausewitz Clifford Geertz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Boldt (Autor:in), 2010, Die Akte Kunduz, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/169181
Blick ins Buch
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