Die Kernthematik dieser Arbeit ergibt sich aus der erhöhten Unsicherheit und der gestiegenen Komplexität, mit denen Unternehmen auf unterschiedlichen Ebenen konfrontiert sind. Neue Risikotypen wie Cyberangriffe, Lieferkettenprobleme, rechtliche Herausforderungen durch Regulierungsinitiativen, etwa die DSGVO oder das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, sowie die zunehmende Bedeutung von ESG-Faktoren stellen klassische Risikokategorien nicht nur infrage, sondern schaffen gänzlich neue Interdependenzen und Systemrisiken. Zusätzlich führen volatile Finanzmärkte, stark wechselnde Zinsniveaus und globale Handelskonflikte zu einer erhöhten Bedeutung von externen und internen Ratings, welche die Kreditwürdigkeit, den Zugang zu Fremdkapital, die Konditionenstruktur und damit die Investitionsfähigkeit maßgeblich beeinflussen. Die zentrale Herausforderung liegt darin, dass Ratingsysteme diese Komplexität aus vielfältigen Risikoarten erfassen, analysieren und in eine verdichtete, für Steuerung und Planung nutzbare Form überführen müssen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die grundlegende Frage, inwiefern Ratings in der Lage sind, die wirtschaftliche und finanzielle Zukunftsfähigkeit von Unternehmen angesichts komplexer und dynamischer Risikolandschaften valide vorherzusagen und somit als verlässliches Instrument für Unternehmenssteuerung und -entwicklung zu dienen.
- Arbeit zitieren
- Lynn Matthay (Autor:in), 2025, Risiken und Ratingsysteme in Unternehmen. Eine Analyse von Risikoarten, Bonitätsbewertung und Prognosefähigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1690848