Die vorliegende Arbeit analysiert Guillermo del Toros Film "Pans Labyrinth" (2006) als moderne Mythenadaption im Spannungsfeld von Fantastik, Erinnerungskultur und politischer Gewalt. Im Zentrum steht die Frage, wie antike Mythen, literarische Figuren und archetypische Erzählmuster genutzt werden, um das Grauen des spanischen Faschismus sowie patriarchale Machtstrukturen symbolisch darzustellen.
Auf Grundlage des Adaptionsschemas nach Michael Stierstorfer wird der Film als transkulturelle und hybride Bricolage-Adaption eingeordnet. Dabei werden zentrale Figuren wie Ofelia, der Faun, der Pale Man und Hauptmann Vidal systematisch analysiert und mit mythologischen Vorbildern aus der antiken Literatur, insbesondere Vergils Aeneis und den Bucolica, sowie mit literarischen Figuren wie Shakespeares Ophelia verglichen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Darstellung von Gewalt, Gehorsam und Widerstand sowie auf der Rolle weiblicher Figuren im Kontext faschistischer Ideologie. Darüber hinaus untersucht die Arbeit die didaktische Funktion des Films als Medium zur emotionalen Annäherung an historische Traumata, insbesondere Faschismus und Holocaust.
Die Analyse zeigt, dass Pans Labyrinth durch die Überblendung von Märchenwelt und historischer Realität ein vielschichtiges Narrativ schafft, das sowohl ästhetisch als auch ethisch wirksam ist und ein hohes Identifikationspotenzial für ein junges Publikum besitzt.
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- Anonym (Author), 2026, Mythologische und literarische Parallelen in "Pans Labyrinth", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1690472