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Die unsichtbaren Städte oder die Stadt als Idee - Analyse der Raumstrukturen in Italo Calvinos "Die unsichtbaren Städte"

Titel: Die unsichtbaren Städte  oder die Stadt als Idee - Analyse der Raumstrukturen in Italo Calvinos "Die unsichtbaren Städte"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 42 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Mechthild Speicher (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Italo Calvinos Roman Die unsichtbaren Städte ist ein Text, der, obschon er kaum Handlung aufweist, sehr dicht gewebt ist. Das Nachdenken über dieses Buch gleicht einem dialektischen Prozess, dessen Erkenntnis sich Stufe um Stufe, durch Abwägen, Verwerfen und erneutes Zusammenfügen, allmählich vollzieht. Erst nach und nach gibt er seine Struktur frei, die, obgleich sie zunächst labyrinthisch erscheint, eine ‚filigrane Anordnung’ (vgl. Calvino, S.8) besitzt.
Untersucht wird die Bedeutung, die das Imperium Kublai Khans zunächst für den Kaiser hat, seine Bemühungen, es zu ordnen, und was Marco Polo diesen Mechanismen der Systematisierung entgegensetzt. Es ist ein allmählich voranschreitender Erkenntnisprozess, der im Dialog Kublai Khans und Marco Polos stattfindet, und die zentrale Rolle, die dem Dialog der beiden Protagonisten zukommt, wird sondiert. Als ein Werkzeug der Erkenntnis dient nicht zuletzt Fiktionalität; sie bestimmt wesentlich Gestaltungselemente des Romans. Das Suchen nach Nicht-Hölle inmitten der Hölle, erscheint am Ende des Buches als eine Art metaphysische Klammer, die einen Hinweis liefern kann auf die Deutung dessen, was die unsichtbaren Städte in Calvinos Roman letztlich bedeuten könnten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE GESCHICHTE

3. DIE TEXTGESTALT

4. DER PLOT

5. DAS LABYRINTHISCHE REICH

6. DIE STRUKTUR DER LANDSCHAFT

6.1 DIE LANDSCHAFT ALS SCHACHSPIEL

6.2 DIE GLIEDERUNG

7. DIE NARRATIVE LANDSCHAFT

8. DER DIALOG

9. DIE FIKTIONALITÄT

9.1 DIE ZEIT

9.2 DER RAUM

9.3 DER ATLAS

9.4 DER DARSTELLUNGSPROZESS

9.5 VENEDIG

10. DIE VOLLKOMMENE STADT UND DIE NICHT-HÖLLE

11. DIE STADT UND DIE IDEE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Italo Calvinos Roman „Die unsichtbaren Städte“ und analysiert den Erkenntnisprozess, der sich im Dialog zwischen Kublai Khan und Marco Polo vollzieht. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie in einem als chaotisch und labyrinthisch empfundenen Universum Ordnung gefunden werden kann und welche Rolle Fiktionalität sowie narrative Strukturen als Werkzeuge zur Weltdeutung spielen.

  • Strukturanalyse des Romans und seiner Kategorien
  • Die dialektische Kommunikation zwischen Herrscher und Reisendem
  • Das Spannungsfeld zwischen rationalen Strukturmodellen und narrativer Sinnstiftung
  • Die Bedeutung von Venedig als Ur-Modell der Stadtbetrachtung
  • Die philosophische Suche nach der „Nicht-Hölle“ im Alltag

Auszug aus dem Buch

6. Die Struktur der Landschaft

Der Venezianer Marco Polo ist ein Reisender, kein Herrscher. Marco hat die Gnade des Nicht-Herrschen-Müssens über ein Reich, das ihm fremd ist. Es sind die Berichte Marcos, die es dem Kaiser ermöglichen, eine feine Ordnung zu erkennen und so sein Reich auf gewisse Weise zu besitzen: „Nur bei den Berichten Marco Polos vermochte Kublai Khan … das Filigran einer Anordnung zu erkennen, die so subtil ist, dass sie dem Biss der Termiten entgeht.“ (8). Kublai ist es nicht möglich, sein Land selbst zu bereisen und unmittelbar sinnlich wahrzunehmen. Jedoch erkennt er in der Beschreibung Marco Polos eine gewisse systematische Natur der Städte. Alle Städte sind zusammengesetzt aus einzelnen gleichen Elementen, wie Treppen, Plätzen, Gebäuden, Straßen, Gärten, Kanälen, etc.: „Kublai Khan hatte bemerkt, dass Marco Polos Städte einander ähnlich waren; als wäre der Wechsel von der einen zur anderen nicht durch eine Reise, sondern durch ein Austauschen von Elementen bedingt.“ (51).

Diese Systematik, die Kublai Khan in Marco Polos Beschreibungen zu erkennen glaubt, erfüllen den Kaiser mit Erleichterung und Hoffnung, denn sie eröffnet ihm die Möglichkeit, eine Ordnung und eine Gliederung im Chaos seines Imperiums zu entdecken. Nun fühlt sich der Herrscher in der Lage, selbst Städte zu entwerfen. Der Khan sagt: „ Und doch habe ich in meinem Geiste ein Stadtmodell konstruiert, von dem sämtliche möglichen Städte abzuleiten sind. […] Dieses enthält alles, was der Regel entspricht. Da die existenten Städte sich in unterschiedlichem Maße von der Regel entfernen, brauche ich nur die Ausnahmen von der Regel in Betracht zu ziehen und die wahrscheinlichsten Kombinationen zu errechnen.“ (79). Der Khan sucht also nach einem allgemeinen, generativen Modell, von dem alle möglichen Städte ableitbar sind. Für Cannon ist dieses Vorgehen des Khan ein strukturalistisches.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die dialektische Struktur des Romans und die zentrale Forschungsfrage nach der Ordnung im Imperium.

2. DIE GESCHICHTE: Historische Einordnung der Vorlage „Il Milione“ von Marco Polo und dessen Bedeutung für das Werk Calvinos.

3. DIE TEXTGESTALT: Analyse des formalen Aufbaus des Romans in neun Kapitel und elf wiederkehrende Kategorien.

4. DER PLOT: Zusammenfassung der narrativen Rahmenhandlung um Kublai Khan und den Reisenden Marco Polo.

5. DAS LABYRINTHISCHE REICH: Untersuchung des Imperiums als Metapher für ein chaotisches Universum und die daraus resultierende Krise des Kaisers.

6. DIE STRUKTUR DER LANDSCHAFT: Erörterung der systematischen Stadtmodelle und der Bedeutung des Schachspiels als ordnungspolitisches Instrument.

7. DIE NARRATIVE LANDSCHAFT: Gegenüberstellung der deduktiven Methode des Kaisers mit dem induktiven, erzählerischen Modell Marco Polos.

8. DER DIALOG: Analyse der nonverbalen und sprachlichen Kommunikationsformen zwischen den Protagonisten.

9. DIE FIKTIONALITÄT: Untersuchung der verschiedenen Ebenen der Fiktion und deren Verwischung im Diskurs des Romans.

10. DIE VOLLKOMMENE STADT UND DIE NICHT-HÖLLE: Erläuterung des Strebens nach einer authentischen Erfahrung inmitten der alltäglichen Hölle.

11. DIE STADT UND DIE IDEE: Philosophische Schlussbetrachtung zur Bedeutung der Stadt als Idee in Anlehnung an Platon und Hegel.

Schlüsselwörter

Italo Calvino, Die unsichtbaren Städte, Kublai Khan, Marco Polo, Erkenntnisprozess, Strukturmodell, Narrativität, Fiktionalität, Venedig, Nicht-Hölle, Dialektik, Identität, Stadt als Idee, Raum, Ordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit analysiert Italo Calvinos Roman „Die unsichtbaren Städte“ hinsichtlich der philosophischen und strukturellen Aspekte, die den Dialog zwischen dem Mongolenkaiser Kublai Khan und dem Reisenden Marco Polo prägen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Mittelpunkt stehen die Suche nach Ordnung in einer chaotischen Welt, die Natur von Erzählungen, das Verhältnis zwischen Realität und Fiktion sowie die philosophische Bedeutung der „Stadt als Idee“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Marco Polo dem Kaiser durch seine Erzählungen zu einem tieferen Verständnis seines Imperiums verhilft, das über rein statistische oder systemische Erfassungsversuche hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Analyseansätze, wobei sie zudem philosophische Konzepte (insbesondere von Hegel und Adorno) heranzieht, um die Erkenntnismethoden der beiden Protagonisten zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der formalen Textstruktur, der unterschiedlichen Ordnungssysteme (Schachspiel vs. Narration), der Fiktionalitätsebenen sowie der zeitlichen und räumlichen Dimensionen im Roman.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind das „Urmodell Venedig“, die „dialektische Struktur“ des Dialogs, die „Nicht-Hölle“ und der Prozess des „kognitiven Fortschreitens“.

Wie unterscheidet sich der Ansatz des Kaisers von dem Marco Polos?

Kublai Khan strebt nach einer rationalen, deduktiven und systemischen Ordnung (Schachspiel), während Marco Polo durch induktives Erzählen von Einzelschicksalen und außergewöhnlichen Merkmalen eine „wahre“ Erkenntnis sucht.

Welche Rolle spielt der Begriff „Hölle“ in der Argumentation des Autors?

Der Begriff bezieht sich auf die Akzeptanz einer oberflächlichen, gesichtslosen Welt. Die „Nicht-Hölle“ zu suchen bedeutet für den Autor, in eben dieser Welt Momente des Wahren, Authentischen und Individuellen ausfindig zu machen.

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die unsichtbaren Städte oder die Stadt als Idee - Analyse der Raumstrukturen in Italo Calvinos "Die unsichtbaren Städte"
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar „Landschafts- und Raumkonstruktionen in der modernen Literatur“
Note
1.0
Autor
Mechthild Speicher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
42
Katalognummer
V168975
ISBN (eBook)
9783640870653
ISBN (Buch)
9783640870738
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Italo Calvino Die unsichtbaren Städte Labyrinth Hegel Adorno Dialektik Raumkonstruktion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mechthild Speicher (Autor:in), 2003, Die unsichtbaren Städte oder die Stadt als Idee - Analyse der Raumstrukturen in Italo Calvinos "Die unsichtbaren Städte", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168975
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Leseprobe aus  42  Seiten
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