Da bisher die Frauengeschichte allerdings vernachlässigt wurde, soll in dieser Arbeit untersucht werden, inwiefern hellenistische Herrscherinnen als mächtige und politisch aktive Frauen oder eher als passive Herrschaftsinstrumente ihrer mächtigen Männer einzuordnen sind. Die Untersuchung wird am Beispiel der Laodike III. – Königin des Seleukidenreiches nach ihrer Heirat mit Antiochos III. im Jahr 222 vor Christus – erfolgen.
Dazu wird Laodike III. eingangs vorgestellt und eingeordnet. In den anschließenden Kapiteln wird die Rolle der Königin in einer auf ihre Macht bezogenen klimaxartigen Struktur analysiert: Die Herrscherin als Ehefrau, Politikerin und schließlich Göttin. Für die Königin als Ehefrau stehen die Legitimation der Dynastie und Themen der Heirats- und Bündnispolitik im Vordergrund. Als Politikerin übernimmt sie durch die Interaktion mit Städten und das Verfügen über eigene finanzielle Mittel eine aktive Rolle. Hierbei wird primär auf die Inschriften von Briefen der Laodike an die Städte Sardeis und Iasos eingegangen, da sich die Reaktion der Städte auch für das folgende Kapitel eignet. Denn beide Städte richten einen Kult für die Herrscherin ein. Der Unterschied zwischen den beiden Kulten besteht in der Fragestellung zur Divinisierung der Königin. Dies und inwiefern Laodike neben ihrem Ehemann im Mittelpunkt des für den Hellenismus typischen Herrscherkultes steht, wird im letzten Kapitel zur Königin als Göttin geklärt.
- Arbeit zitieren
- Sinja Köhne (Autor:in), 2022, Die Rolle hellenistischer Königinnen am Beispiel der Laodike III., München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1689057