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Ist es ethisch vertretbar behinderte Menschen, mit Hilfe technischer Mittel, bei den Olympischen Spielen teilnehmen zu lassen?

Untersuchung anhand des Utilitarismus nach Stuart Mill

Titel: Ist es ethisch vertretbar behinderte Menschen, mit Hilfe technischer Mittel, bei den Olympischen Spielen teilnehmen zu lassen?

Essay , 2011 , 8 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nadine E. Schreiner (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Voraussetzung der philosophischen Theorie

Der Utilitarismus ist eine philosophische Lehre, welche im späten 18. Jahrhundert erstmals durch Jeremy Bentham, einem englischen Juristen, Philosoph und Sozialreformer (1748 – 1832), ihre Veröffentlichung in Europa fand. Diese Lehre setzt sich mit der Nützlichkeit des Handelns auseinander und stellt in ihrer Grundform das Nutzen des Handelns, bzw. wie viel Nutzen ein Handeln bringt in den Vordergrund. So ist Handeln, lt. Bentham, immer dann als gut und sinnvoll anzusehen, wenn es den größtmöglichen Nutzen für den Einzelnen und dadurch für die Allgemeinheit bringt. Dies lässt sich durch das Zitat „It is the greatest happiness of the greatest number that is the measure of right and wrong“1 von Bentham untermauern und darstellen.
...

Unter der Voraussetzung der Thesen von John Stuart Mills, also dem Utilitarismus nach Mills, welcher besagt, dass Handeln nach seinem Nutzen zu bewerten ist, aber ein geistiger Nutzen dem körperlichen Nutzen vorgezogen werden soll werde ich nun die ethische Frage „Ist es ethisch vertretbar körperlich behinderte Menschen unter Einfluss von technischen Hilfsmitteln bei den Olympischen Spielen starten zu lassen?“ diskutieren.
...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Voraussetzung der philosophischen Theorie

2 Grundlage der Fragestellung

3 Diskussion der Fragestellung

3.1 Verbindung des Utilitarismus mit dem Problem der Fragestellung

3.2 Der Nutzen für den behinderten Teilnehmer

3.3 Der Nutzen für den nicht-behinderten Teilnehmer

3.4 Der Nutzen für die Zuschauer

3.5 Der Nutzen für die Allgemeinheit

4 Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht auf Basis des utilitaristischen Ansatzes nach John Stuart Mill die ethische Vertretbarkeit der Teilnahme körperlich behinderter Sportler mit technischen Hilfsmitteln an Olympischen Spielen. Zentral ist dabei die Frage, wie der Nutzen für die verschiedenen beteiligten Gruppen – behinderte Sportler, nicht-behinderte Kontrahenten, Zuschauer und die Allgemeinheit – gegeneinander abgewogen werden kann, um eine utilitaristische Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

  • Grundlagen des Utilitarismus nach Bentham und Mill
  • Ethische Abwägung von körperlichem versus geistigem Nutzen
  • Analyse der Wettbewerbssituation am Fallbeispiel Oscar Pistorius
  • Bewertung der Auswirkungen auf Sportler und Zuschauer
  • Reflexion über integrative Sportkonzepte als Kompromiss

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Nutzen für den behinderten Teilnehmer

Der Mensch, welcher an einer Olympiade teilnimmt erfüllt sich meist einen großen Traum. Dies gilt insbesondere für den körperlich behinderten bzw. eingeschränkten Menschen, der es meist schwerer hat sich überhaupt für solche Veranstaltungen zu qualifizieren. Von daher hat dieser Mensch ein großes körperliches Verlangen, bei diesen Wettkämpfen teilzunehmen und sich bei diesen Wettkämpfen mit anderen zu messen. Vor allem kann er sich, anders als bei der Teilnahme an den Paralympics, mit körperlich unversehrten Kontrahenten messen und somit seine Leistung im Normalfall darstellen. Dieser Wettstreit schafft ein tiefes körperliches Wohlgefühl, aber auch der geistige Nutzen steht hierbei im Vordergrund. So kann der Sportler zeigen, dass er seine Leistung erbringen kann und in der Welt der nicht behinderten Mithalten und etwas leisten kann. Eine solche Form der Bestätigung schafft schon bei körperlich gesunden Menschen eine große Erfüllung, bei behinderten Menschen ist diese Erfüllung weitaus größer.

Zwar kann eine solche Teilnahme nur durch technische Hilfsmittel erfolgen, jedoch senkt dies den Nutzen der Teilnahme für den einzelnen Sportler keines Wegs, da er diese Hilfsmittel als Körperteil und somit als sein Eigen ansieht.

Daher ist der Nutzen, sowohl der geistige, wie auch der körperliche, einer Teilnahme vorhanden und aus Sicht des behinderten Sportler in Abwägung durch den Utilitarismus durchaus denkbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Voraussetzung der philosophischen Theorie: Einführung in die utilitaristische Ethik von Jeremy Bentham und die Erweiterung durch John Stuart Mill, wobei insbesondere die Gewichtung von geistigem gegenüber körperlichem Nutzen erläutert wird.

2 Grundlage der Fragestellung: Darstellung der Ausgangslage anhand des Fallbeispiels des Leichtathleten Oscar Pistorius und der damit verbundenen Problematik technischer Hilfsmittel im Profisport.

3 Diskussion der Fragestellung: Systematische Untersuchung der Auswirkungen auf verschiedene Interessengruppen unter utilitaristischen Gesichtspunkten.

3.1 Verbindung des Utilitarismus mit dem Problem der Fragestellung: Methodische Herleitung der Analyse durch die Unterteilung der Betroffenen in drei Hauptgruppen zur Nutzenabwägung.

3.2 Der Nutzen für den behinderten Teilnehmer: Analyse des persönlichen Strebens nach sportlicher Anerkennung und Selbstverwirklichung für den behinderten Athleten.

3.3 Der Nutzen für den nicht-behinderten Teilnehmer: Diskussion der psychologischen Barrieren und der potenziellen Wettbewerbsverzerrung aus Sicht der Konkurrenten.

3.4 Der Nutzen für die Zuschauer: Untersuchung der veränderten Wahrnehmung des Sports und der damit verbundenen Minderung der traditionellen sportlichen Emotionen.

3.5 Der Nutzen für die Allgemeinheit: Reflexion über die Symbolwirkung der Teilnahme im Vergleich zu möglichen negativen Auswirkungen durch technologische Abhängigkeit.

4 Resümee: Zusammenfassende ethische Bewertung, die eine Teilnahme aufgrund utilitaristischer Prinzipien eher ablehnt, jedoch integrative Sportarten als Kompromiss vorschlägt.

Schlüsselwörter

Utilitarismus, John Stuart Mill, Ethik, Olympische Spiele, Oscar Pistorius, technische Hilfsmittel, Behinderung, Sportethik, Wettbewerbsverzerrung, geistiger Nutzen, körperlicher Nutzen, Gemeinwohl, Inklusion, Sportmanagement, Leistungssport

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der ethischen Frage, ob es vertretbar ist, körperlich behinderte Sportler, die auf technische Hilfsmittel (wie Prothesen) angewiesen sind, bei den Olympischen Spielen gegen nicht-behinderte Athleten antreten zu lassen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die utilitaristische Philosophie, die Analyse von Wettbewerbsbedingungen im Sport und die ethische Abwägung von individuellem Nutzen gegenüber dem Gemeinwohl.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, auf Basis der utilitaristischen Theorie von John Stuart Mill eine begründete ethische Haltung zur Teilnahme behinderter Sportler mit Prothesen an regulären Olympischen Wettbewerben zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der utilitaristischen Nutzenabwägung. Dabei werden die Auswirkungen einer Entscheidung auf verschiedene Personengruppen (Athleten, Zuschauer, Gesellschaft) analysiert und gewichtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird der theoretische Rahmen des Utilitarismus abgesteckt, das Fallbeispiel Oscar Pistorius eingeführt und anschließend der Nutzen der Teilnahmemöglichkeit für behinderte Athleten, deren Konkurrenten, das Publikum sowie die Allgemeinheit differenziert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Utilitarismus, Ethik, sportliche Leistung, technische Prothesen und der gesellschaftliche Nutzen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des geistigen Nutzens?

Der Autor folgt der Lehre von J.S. Mill und setzt den geistigen Nutzen als höherwertig an. Da technische Hilfsmittel im Sport geistige Hemmnisse bei Konkurrenten oder Zuschauererwartungen verletzen könnten, führt dies zur skeptischen Einschätzung der Teilnahmemöglichkeit.

Welche Rolle spielt die Integration laut dem Autor?

Der Autor schlägt als Kompromiss vor, integrative Sportarten wie Rollstuhlbasketball zu fördern, da diese den Wettbewerb ohne den Einsatz einseitig bevorteilender Hilfsmittel ermöglichen und die Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft stärken.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ist es ethisch vertretbar behinderte Menschen, mit Hilfe technischer Mittel, bei den Olympischen Spielen teilnehmen zu lassen?
Untertitel
Untersuchung anhand des Utilitarismus nach Stuart Mill
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Philosophie)
Veranstaltung
Einführung in die Philosophie - Methoden und Begriffe
Note
1,0
Autor
Nadine E. Schreiner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
8
Katalognummer
V168735
ISBN (Buch)
9783640868636
ISBN (eBook)
9783640868858
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Utilitarismus Stuart Mill Olympische Spiele Philosophie Ethik Enhancement behindert Sport Behindertensport
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nadine E. Schreiner (Autor:in), 2011, Ist es ethisch vertretbar behinderte Menschen, mit Hilfe technischer Mittel, bei den Olympischen Spielen teilnehmen zu lassen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168735
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Leseprobe aus  8  Seiten
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