Gibt es Unterschiede in der Ausprägung der Wettkampfängstlichkeit zwischen unterschiedlichen Leistungsgruppen? Unterscheiden sich hier die international erfolgreichen Topathleten von den Übrigen? Werden diese Ängste von den Athleten unterschiedlich wahrgenommen und bewältigt?
Um sich diesen Fragestellungen zu nähern, werden in der vorliegenden Arbeit Strukturen psychischer und physischer Natur beschrieben, mit denen sich ein Ju-Jutsuka konfrontiert sieht. Es soll deutlich gemacht werden, welche Anforderungen ein Ju-Jutsuka bewältigen und mit welchen objektiven Schwierigkeiten er sich auseinandersetzen muss.
Anschließend wird die Theorie der Wettkampfangst und der Wettkampfängstlichkeit beschrieben und auf Möglichkeiten der bereichsspezifischen Messung eingegangen. In einem nächsten Schritt rückt die Theorie der Angstbewältigungsmodi nach Krohne sowie und deren Messung im Wettkampfsport in den Fokus der Betrachtung.
Ausgehend von den oben genannten Zahlen und Fragestellungen, soll diese Arbeit die psychologischen Unterschiede in der Wahrnehmung der Wettkampfängstlichkeit und der Wettkampfangstbewältigung zwischen den Sportlergruppen verschiedener Leistungsstärken im Ju-Jutsu aufzeigen. Es wird herausgearbeitet, ob Unterschiede zwischen A- Kaderathleten, B-Kaderathleten und Breitensportlern bestehen.
Es werden Probandengruppen aus weiblichen und männlichen Ju-Jutsukas (Spitzensportler und Breitensportler) der Disziplin Fighting, welche 2010 den angegeben Kaderstatus innehaben und ihre Wettkampfkarrieren noch nicht beendet haben, untersucht. Dabei ist anzumerken, dass alle untersuchten Kadersportler über mehrjährige- bis hin zu jahrzentelanger Trainings- und Wettkampferfahrung verfügen. Wo eventuelle Ursachen für bestimmte Angstbewältigungsmodi zu suchen sind, lässt sich nur vermuten und kann im begrenzten Rahmen dieser Arbeit nicht geklärt werden.
Es ergeben sich aus dem bisher Gesagten für die vorliegende Arbeit folgende Fragestellungen:
Unterscheiden sich A-Kaderathleten, B-Kaderathleten und Breitensportler in Bezug auf die Wettkampfängstlichkeit? Wenn ja, wie?
Unterscheiden sich A-Kaderathleten, B-Kaderathleten und Breitensportler in Bezug auf den Modus der Wettkampfangstbewältigung? Wenn ja, wie?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Problemstellung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Ju-Jutsu
2.1.1 Die Selbstverteidigungssportart Ju-Jutsu
2.1.2 Leistungs- und Kampfstruktur im Ju-Jutsu
2.1.3 Psychische Anforderungen im Ju-Jutsu Wettkampfsport
2.2 Angst: Emotionaler Zustand und Persönlichkeitsmerkmal
2.2.1 Definitionen und Konzeptionen von Angst
2.2.2 Bereichsspezifische Angstneigungen
2.2.3 Leistungsangst und Wettkampfängstlichkeit
2.2.4 Komponenten und Dimensionen
2.3 Bewältigung von Angst
2.3.1 Klassifikation von Angstbewältigung
2.3.2 Aktuelle und dipositionelle Angstbewältigung im Vergleich
2.3.3 Aktuelle Angstbewältigung
2.3.3.1 Allgemeine Angstbewältigung
2.3.3.2 Bewältigung von Wettkampfangst
2.3.4 Dispositionelle Angstbewältigung: Modell der Bewältigungsmodi nach Krohne
2.3.4.1 Die Angstbewältigungsmodi
2.3.4.1.1 Sensitivierer
2.3.4.1.2 Represser
2.3.4.1.3 Nichtdefensive
2.3.4.1.4 Fluktuierer
2.3.4.2 Kritik am Modell
2.3.4.3 Zur Messung des Angstbewältigungsmodus
2.4 Diagnostische Erfassung von Angstreaktionen
3 Fragestellung und Hypothesen
4 Methode
4.1 Stichprobe
4.2 Operationalisierung
4.2.1 Unabhängige Variablen
4.2.2 Abhängige Variablen
4.3 Instrumente
4.3.1 Objektivität
4.3.2 Reliabilität
4.3.2.1 Interne Konsistenz
4.3.2.2 Retest-Reliabilität
4.3.3 Validität
4.3.4 Normierung des WAI-T
4.3.5 Referenzwerte des WAI-B
4.4 Randomisierung
4.5 Statistische Hypothesen
4.6 Versuchsablauf
4.7 Statistik
4.8 Methodenkritik
5 Ergebnisse
5.1 Deskriptive Datenanalyse
5.1.1 Ergebnisse des WAI-T Fragebogen
5.1.1.1 Somatische Wettkampfängstlichkeit
5.1.1.2 Besorgnis
5.1.1.3 Konzentrationsstörung
5.1.2 Ergebnisse des WAI-B Fragbogen
5.1.2.1 Vigilanz
5.1.2.2 Kognitive Vermeidung
5.1.2.3 Angstbewältigungsmodi
5.2 Inferenzstatistische Datenanalyse
5.2.1 Voraussetzungen
5.2.1.1 Prüfung auf Normalverteilung
5.2.1.2 Prüfung auf Homogenität der Varianzen
5.2.1.3 Unabhängigkeit der Beobachtungen
5.2.1.4 Intervallskalierung
5.2.2 Signifikanzprüfung der Hypothese 1
5.2.3 Signifikanzprüfung der Hypothese 2
5.2.4 Signifikanzprüfung der Hypothese 3
5.2.5 Signifikanzprüfung der Hypothese 4
5.2.6 Signifikanzprüfung der Hypothese 5
5.2.7 Signifikanzprüfung der Hypothese 6
6 Diskussion
6.1 Vergleich mit Normwerten
6.2 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
6.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht psychologische Unterschiede in der Wahrnehmung von Wettkampfängstlichkeit und der Angstbewältigung bei Ju-Jutsukas verschiedener Leistungsklassen in der Disziplin Fighting, um zu prüfen, ob sich Kaderathleten von Breitensportlern in diesen Bereichen unterscheiden.
- Wettkampfängstlichkeit bei Ju-Jutsukas
- Psychologische Anforderungen in der Disziplin Fighting
- Theorie der Angstbewältigungsmodi nach Krohne
- Empirischer Vergleich von A-Kader, B-Kader und Breitensportlern
Auszug aus dem Buch
2.3.4.1 Die Angstbewältigungsmodi
Die Besonderheit des Modells der Angstbewältigungsmodi liegt nun darin, „dass die Konstrukte Vigilanz und kognitive Vermeidung als separate Variablen einer übergeordneten Persönlichkeitseigenschaft angesehen werden“136. Entsprechend legt erst das spezifische Verhältnis der beiden Variablen zueinander das fest, was von Krohne137 Bewältigungsmodus genannt wird. Die vier verschiedenen Bewältigungsmodi sind mit ihrer Konfiguration in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die psychologischen Herausforderungen im Ju-Jutsu ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich Unterschieden zwischen Leistungsgruppen.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden Ju-Jutsu, das Konstrukt Angst mit seinen Dimensionen sowie Theorien zur Angstbewältigung ausführlich erläutert.
3 Fragestellung und Hypothesen: Das Kapitel leitet die zentralen Forschungsfragen ab und definiert die zu überprüfenden Unterschiedshypothesen für die verschiedenen Leistungsgruppen.
4 Methode: Beschreibung der Stichprobe, der psychologischen Instrumente (WAI-T/WAI-B) und des Versuchsdesigns der empirischen Querschnittsstudie.
5 Ergebnisse: Darstellung der deskriptiven Datenanalyse sowie der inferenzstatistischen Signifikanzprüfungen der aufgestellten Hypothesen.
6 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Vergleich zu Normwerten, kritische Auseinandersetzung mit der Methodik sowie ein Ausblick auf die Praxisrelevanz.
Schlüsselwörter
Ju-Jutsu, Fighting, Sportpsychologie, Wettkampfängstlichkeit, Angstbewältigung, Coping, Vigilanz, kognitive Vermeidung, Sensitivierer, Represser, Nichtdefensive, Fluktuierer, Leistungsdiagnostik, WAI-T, WAI-B
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht psychologische Aspekte der Wettkampfvorbereitung im Ju-Jutsu, insbesondere die Ausprägung von Wettkampfängstlichkeit und die bevorzugten Strategien zur Angstbewältigung bei Sportlern verschiedener Leistungsklassen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition von Angst im Sport, die psychologischen Leistungsanforderungen im Ju-Jutsu und das Modell der Angstbewältigungsmodi nach Krohne.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ermitteln, ob sich A-Kaderathleten, B-Kaderathleten und Breitensportler statistisch signifikant in ihrer Wettkampfängstlichkeit und ihrem Bewältigungsmodus unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quasi-experimentelle Querschnittsstudie durchgeführt, bei der psychologische Inventare (WAI-T und WAI-B) zur Datenerhebung genutzt und inferenzstatistisch (Varianzanalysen) ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung, die methodische Vorgehensweise, die deskriptive und inferenzstatistische Analyse der erhobenen Daten sowie die anschließende Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wettkampfängstlichkeit, Angstbewältigungsmodi, Ju-Jutsu Fighting, Vigilanz, kognitive Vermeidung und Leistungsklassen.
Warum spielt die Unterscheidung in A-Kader, B-Kader und Breitensportler eine Rolle?
Diese Gruppierung erlaubt den Vergleich zwischen international erfolgreichen Topathleten und Breitensportlern, um Unterschiede in der psychologischen Stabilität und Bewältigungskompetenz aufzuzeigen.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Wettkampfängstlichkeit?
Die Studie ergab keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Leistungsgruppen in Bezug auf die Komponenten somatische Ängstlichkeit, Besorgnis und Konzentrationsstörung.
Welche Bedeutung haben die sogenannten "Fluktuierer" in der A-Kader Gruppe?
Trotz der Einstufung als weniger effektive Bewältiger im Modell von Krohne zeigen diese Athleten, dass auch mit solch einem Bewältigungsmodus international sportliche Höchstleistungen möglich sind.
- Arbeit zitieren
- Mario Staller (Autor:in), 2011, Wettkampfangst und Angstbewältigung im Ju-Jutsu, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168532