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"Huge Scheppel" als Staatsroman

Politische Konzeptionsvorschläge Elisabeths von Nassau-Saarbrücken

Title: "Huge Scheppel" als Staatsroman

Seminar Paper , 2000 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M. A. Bettina Henningsen (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Elisabeth von Nassau-Saarbrückens viertes und letztes Werk „Huge Scheppel“ entstand in einer Zeit, deren Kennzeichen eine veränderte Lebensweise der Menschen war. Die zunehmende Rolle der Geldwirtschaft, beginnender Industrie- und Handelsverkehr innerhalb Europas hatten zur Folge, dass sich die feudalen Herrschaftsformen nicht mehr halten konnten. Der verarmte Kleinadel war dazu gezwungen, seine nun scheinbar überflüssig gewordenen ritterlichen Fähigkeiten in den Dienst der Krone zu stellen. Dieser Zivilisationsprozess verlangte eine neue politische Ausrichtung. Alte Feudalherren konnten ihre Unabhängigkeit nicht mehr halten; ihre Existenz, die aus Einnahmen von Lehensrechten bestand, wurde ihnen von einer zunehmenden Verlagerung der Wirtschaft in die Städte entrissen. Die Politik gestaltete sich zentralistisch, eine Anpassung an das neue System war von Nöten.
Die Konflikte, die aufgrund dieser Veränderungen entstanden, waren auch für Elisabeth problematisch im Hinblick auf die politische Zielsetzung ihrer Familie. Während ihr Ehemann Philipp I. noch an der feudalen Tradition festhielt, begann sie allmählich, ihre Politik an die neuen Umstände anzupassen. Im Roman gelingt ihr die utopische Harmonie zwischen bürgerlicher und höfischer Lebensweise.
Im Folgenden wird es um die Frage gehen, inwieweit Elisabeth von Nassau-Saarbrücken im „Huge Scheppel“ einen politischen Entwurf vorlegte und ob dieser ein Leitbild für ihren Sohn Johann III. darstellen sollte. Zu diesem Zweck werden die historischen Hintergründe näher betrachtet und anhand der Person Huge Scheppel soll festgestellt werden, ob sich seine subjektiven Veränderungen und sein politisches Handeln auf die Wirklichkeit übertragen lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zur Rezeptions- und Landesgeschichte

a) Historische Bezüge

b) Das neue Selbstverständnis des Adels

c) Legitimation durch Darstellung

3 Literarische und historische Wirklichkeit

a) Politik im Hause Nassau-Saarbrücken

b) Der neue höfische Verhaltenskode

c) Die idealisierte Herrschaftsform

4 Der „Huge Scheppel“ als politischer Leitfaden

a) Scheitern der ritterlichen Ideale

b) Das veränderte Bewusstsein des Helden

c) Der neue Herrschertypus

d) Huge Scheppel als Herrscherideal

5 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk „Huge Scheppel“ von Elisabeth von Nassau-Saarbrücken im Hinblick auf seine Funktion als politisches Leitbild. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie der Roman als Spiegelbild realer gesellschaftlicher Veränderungen sowie als pädagogischer Entwurf für ihren Sohn Johann III. diente, um den Übergang von feudalen zu zentralistischen Herrschaftsstrukturen zu legitimieren.

  • Historische Rezeptionsbedingungen und landesgeschichtlicher Kontext
  • Transformation des adligen Selbstverständnisses in der Frühen Neuzeit
  • Die Darstellung des Helden als Schnittstelle zwischen ritterlichem Ideal und bürgerlichem Nutzen
  • Symbolik der Stadt als Raum für neue wirtschaftliche und soziale Ordnung
  • Herrschaftslegitimation durch Rechtsbewusstsein und diplomatisches Handeln

Auszug aus dem Buch

b) Das neue Selbstverständnis des Adels

Um die Frage nach der Rezeption von Elisabeths Werken zu klären, ist es notwendig, auf die gesellschaftlichen Umstände ihrer Zeit genauer einzugehen. Von Bedeutung ist hierbei vor allem die Rolle des Bürgertums, das sich auf der Schwelle zur frühen Neuzeit neu definierte und somit einen nicht unwesentlichen Gegenpart zum Adel darstellte. Während noch in feudalen Herrscherzeiten die Macht des Adels auf Lehensrechten aus der Landwirtschaft basierte, sieht sich der Adel nun einer Konkurrenz gegenüber, deren ökonomischer Aufstieg auf Handwerk und Handel beruht. Das zu Vermögen gekommene Bürgertum war dem Adel gegenüber zwar nicht feindlich gesinnt, so wollte es doch durch seinen gewonnenen Reichtum eine Anpassung an den Adel erreichen. Das Bürgertum handelt eigendynamisch und erreicht die Durchsetzung eigener Bedürfnisse u. a. durch die so genannte große Verfügung im 14. Jahrhundert: Es kam zur Durchsetzung des Steuerbewilligungsgesetzes, des Rechts der Selbsteinberufung der Stände und zur Forderung nach Etablierung eines Rates der Stände zur Beratung des Königs.

Der Adelige als Leser findet sich im Huge Scheppel wieder, wenn er in ihm seine neue gesellschaftliche Ordnung vorführt. Es findet eine Veränderung statt im Hinblick auf das Kräfteverhältnis innerhalb des Adels und zwischen Adel und Bürgertum. Einerseits richtet sich der Blick in Richtung absolutistische Staatsmacht, andererseits wird nicht ohne Grund auf das notwendig gewordene Zusammenwirken von Adel- und Nichtadel hingewiesen. So ist Huge mütterlicherseits halb bürgerlich; dennoch wird ihm vonseiten des Königshauses ein Aufstieg ermöglicht. Die ritterlichen Merkmale aus feudaler Zeit sind nun nicht mehr mit den herrschenden Gesellschaftsformen vereinbar. Der Held steht nicht mehr stellvertretend für seinen Stand, sondern ist darüber hinaus das Bindeglied zu einer neuen Herrschaftsform geworden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Situation zur Zeit der Entstehung des Werks ein und erläutert die Absicht der Autorin, ritterliche Ideale mit den Anforderungen einer sich wandelnden, zentralistischen Gesellschaft zu harmonisieren.

2 Zur Rezeptions- und Landesgeschichte: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Bezüge und die soziale Transformation, in der sich der Adel gegenüber einem aufstrebenden Bürgertum behaupten musste.

3 Literarische und historische Wirklichkeit: Hier wird der reale politische Kontext des Hauses Nassau-Saarbrücken mit dem im Roman entworfenen höfischen Verhaltenskodex in Verbindung gesetzt.

4 Der „Huge Scheppel“ als politischer Leitfaden: Dieses Kernkapitel analysiert die Wandlung des Protagonisten vom ritterlichen Abenteurer zum diplomatischeren, reflektierten Herrscher, der den bürgerlichen Werten der Zeit Rechnung trägt.

5 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass der Roman als utopisches Vorbild für den Sohn der Autorin diente und die Notwendigkeit unterstreicht, traditionelle und bürgerliche Elemente zu vereinen.

Schlüsselwörter

Elisabeth von Nassau-Saarbrücken, Huge Scheppel, Politische Literatur, Landesgeschichte, Frühe Neuzeit, Feudalismus, Bürgertum, Herrschaftsideal, Transformationsprozess, Ritterideale, Literaturrezeption, Johann III., Sozialer Wandel, Zentralismus, Adaption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Werk „Huge Scheppel“ von Elisabeth von Nassau-Saarbrücken im Kontext der sozioökonomischen Umbrüche des ausgehenden Mittelalters und der Frühen Neuzeit.

Welche Themenfelder stehen im Vordergrund?

Zentrale Themen sind der Niedergang des reinen Feudalismus, die Bedeutung des Bürgertums als neue ökonomische Kraft und die Neudefinition adliger Herrschaftsideale.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie die Autorin durch ihr Werk ein politisches Leitbild für ihren Sohn entwirft, das Stabilität durch die Integration bürgerlicher Vernunft in höfische Strukturen verspricht.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt eine literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse, indem sie den Text auf historische Analogien und die Rezeptionsgeschichte der damaligen Zeit hin untersucht.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert die literarischen Szenen des Romans hinsichtlich ihrer politischen Botschaft, insbesondere die Entwicklung des Helden Huge Scheppel von einem ritterlichen, impulsiven Charakter zu einem weitsichtigen Herrscher.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind hierbei der Transformationsprozess, das bürgerlich-höfische Spannungsfeld, die Herrschaftslegitimation und die Rezeption ritterlicher Stoffe in einer sich wandelnden Welt.

Warum ist das Bürgertum für die Interpretation des Romans so wichtig?

Das Bürgertum stellte zur Entstehungszeit des Werks eine wachsende wirtschaftliche Macht dar, die den Adel zwang, seine traditionellen Herrschaftsmodelle zu modernisieren, was sich in der Figur des Huge Scheppel widerspiegelt.

Inwiefern ist der Roman ein pädagogisches Werk?

Die Arbeit legt dar, dass Elisabeth von Nassau-Saarbrücken den „Huge Scheppel“ als Spiegel der politischen Realität nutzte, um ihrem Sohn Johann III. Wege zur Bewältigung politischer Krisen durch Diplomatie und soziale Integration aufzuzeigen.

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Details

Title
"Huge Scheppel" als Staatsroman
Subtitle
Politische Konzeptionsvorschläge Elisabeths von Nassau-Saarbrücken
College
Free University of Berlin  (Fachbereich Philosphie und Geisteswissenschaften/Deutsche Philologie)
Course
Elisabeth von Nassau-Saarbrücken: Prosaromane
Grade
1,3
Author
M. A. Bettina Henningsen (Author)
Publication Year
2000
Pages
21
Catalog Number
V168514
ISBN (eBook)
9783640855841
ISBN (Book)
9783640856015
Language
German
Tags
Elisabeth von Nassau-Saarbrücken Roman Frühe Neuzeit Huge Scheppel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Bettina Henningsen (Author), 2000, "Huge Scheppel" als Staatsroman, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168514
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