Schon früh stellen sich auch kleine Kinder die grundlegenden Fragen unseres Lebens: „Woher kommt die Welt?“, Wohin gehen die Toten?“ Im Jugendalter verändern sich diese Fragen jedoch allmählich: „Worin liegt der Sinn meines Lebens?“, „Was ist gut und was ist böse?“ oder auch „Gibt es Gott wirklich?“. Wenn Kinder und Jugendliche versuchen diese Fragen zu beantworten, kommen sie unausweichlich mit Menschen in Kontakt, welche verschiedene religiöse Vorstellungen und Weltanschauungen haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die religiöse Familienerziehung
3. Kindergärten als Ort religiöser Erziehung
4. Die Kirche als Ort der religiösen Sozialisation
4.1. Der Kindergottesdienst
4.2. Die Gemeinde – ein weiteres religionspädagogisches Angebot
5. Religion in den Grundschulen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die verschiedenen Etappen der religiösen Sozialisation und Erziehung im Kindesalter zu beschreiben, um ein Verständnis für die unterschiedlichen Orte und Arten religiöser Einflussnahme zu schaffen. Dabei liegt der Fokus auf der Bedeutung der Familie, der Rolle von Kindergärten, der kirchlichen Angebote sowie des Religionsunterrichts in der Grundschule als zentrale Instanzen der religiösen Entwicklung.
- Religiöse Familienerziehung im Kontext von Individualisierung und Pluralisierung
- Die Rolle des Kindergartens bei der Förderung religiöser Bildung
- Kirchliche Angebote wie Kindergottesdienst und Gemeindearbeit
- Der Stellenwert des Religionsunterrichts in der Grundschule
- Herausforderungen in einer multireligiösen und säkularisierten Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
2. Die religiöse Familienerziehung
Die religiöse Familienerziehung ist in der sozialwissenschaftlichen Familienforschung und in der Religionspädagogik ein vernachlässigter Bereich. Dies ist auch dadurch zu erklären, dass es bei der religiösen Familienerziehung weder eine feste Ausbildung, noch rechtliche oder institutionelle Vorlagen gibt. Trotzdem wird durch verschiedenste empirischen Untersuchungen deutlich, dass die religiöse Familienerziehung heute noch eine hohe Bedeutung hat.4 Dafür spricht auch die Intensität der Weitergabe von religiösen Vorstellungen innerhalb der Familie.
Es muss allerdings deutlich gemacht werden, dass sich die religiöse Familienerziehung kaum an kirchlichen Vorgaben oder Erwartungen orientieren. Vielmehr wird die religiöse Erziehung an den eigenen Bedürfnissen der Familie gerichtet. Deshalb kann auch von einer Individualisierung innerhalb der religiösen Familienerziehung gesprochen werden: in religiösen Fragen sollen jedes einzelne Familienmitglied selbst entscheiden können – auch schon im Kindesalter.5 Durch die religiöse Familienerziehung sieht sich das Kind in der Lage, sein eigenes Gottesbild zu entwickeln, welches jedoch stark an dem Gottesverständnis der Eltern orientiert ist. Später lernt das Kind sein eigenes Gottesbild von dem seiner Eltern zu differenzieren, sodass es nach und nach sein eigenes Gottesbild entwickeln kann. 6 Neben der Individualisierung der religiösen Familienerziehung ist auch eine Pluralisierung der familiären Religionserziehung im Hinblick auf die vermehrte Anzahl der konfessionsverschiedenen Ehen zu erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kindliche Fragestellung nach dem Leben und Gott sowie die Notwendigkeit religiöser Erziehung trotz einer säkularisierten Gesellschaft.
2. Die religiöse Familienerziehung: Dieses Kapitel thematisiert die Bedeutung der Familie als primären Ort der religiösen Sozialisation, die zunehmend durch Individualisierung und Pluralisierung geprägt ist.
3. Kindergärten als Ort religiöser Erziehung: Das Kapitel untersucht die Rolle des Kindergartens bei der religiösen Bildung und betont die Herausforderungen, die sich durch multireligiöse Gruppen ergeben.
4. Die Kirche als Ort der religiösen Sozialisation: Es wird die Rolle kirchlicher Angebote, insbesondere des Kindergottesdienstes und weiterer gemeindepädagogischer Ansätze, analysiert.
5. Religion in den Grundschulen: Hier wird der Religionsunterricht als Lernort beschrieben, der auf veränderte Schülerschaften reagieren muss und interreligiöses Lernen fördert.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass religiöse Erziehung ein lebenslanger Prozess ist, der das Zusammenwirken verschiedener Institutionen erfordert.
Schlüsselwörter
Religiöse Erziehung, Sozialisation, Kindesalter, Familienerziehung, Religionspädagogik, Kindergottesdienst, Grundschule, Glaubensvermittlung, Individualisierung, Pluralisierung, Gottesbild, religiöse Bildung, Gemeinde, Religionsunterricht, Persönlichkeitsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Phasen und Institutionen, die zur religiösen Sozialisation und Erziehung von Kindern beitragen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die religiöse Erziehung in der Familie, die Rolle von Kindergärten, die Angebote der Kirche für Kinder sowie der Religionsunterricht an Grundschulen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die verschiedenen Etappen und Lernorte der religiösen Sozialisation zu beschreiben und aufzuzeigen, wie diese zur religiösen Entwicklung beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit religionspädagogischer Fachliteratur, insbesondere unter Bezugnahme auf Friedrich Schweitzer.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Familie, Kindergarten, kirchlichen Angeboten und Schule als Instanzen der religiösen Vermittlung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Religiöse Erziehung, Sozialisation, Familienerziehung, Religionspädagogik und religiöse Pluralität charakterisiert.
Warum wird die Familie als "vernachlässigter Bereich" bezeichnet?
In der sozialwissenschaftlichen Forschung wird die religiöse Familienerziehung oft vernachlässigt, da sie keine institutionellen oder rechtlichen Vorgaben hat und stark im privaten Raum stattfindet.
Welche Herausforderungen bestehen beim heutigen Kindergottesdienst?
Der Kindergottesdienst kämpft mit rückläufigen Teilnehmerzahlen aufgrund demographischer Veränderungen und einer veränderten Sonntagsgestaltung in Familien.
Welche Rolle spielt die Schule bei der religiösen Sozialisation?
Die Grundschule fungiert oft als ein Ort, an dem Kinder erstmals mit christlichen Traditionen und biblischen Geschichten in Kontakt kommen, besonders wenn die familiäre Sozialisation dies nicht leistet.
- Arbeit zitieren
- Claudia Löb (Autor:in), 2010, Religiöse Erziehung und Sozialisation im Kindesalter, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168476