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Chancen bilden - Frühkindliche Bildung als gesellschaftlicher Auftrag an die Professionellen der Sozialen Arbeit

Title: Chancen bilden - Frühkindliche Bildung als gesellschaftlicher Auftrag an die Professionellen der Sozialen Arbeit

Diploma Thesis , 2006 , 86 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jasmin Hamidi (Author)

Social Work

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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich mit der Frage, wie sich Soziale Arbeit an frühkindlichen Bildungsprozessen beteiligen kann und in wieweit sie sogar dazu verpflichtet ist, Benachteiligungen in diesem Bereich entgegenzuwirken.
Eigene Berufserfahrungen als Erzieherin habe ich u.a. in einer Einrichtung gesammelt, die Kinder frühzeitig integrativ fördert. Immer wieder fand ich mich - wenn ich von meiner Arbeit erzählte - in Diskussionen über den Sinn und Zweck von früher Förderung wieder. „Elitebildung“ war da oft zu hören und von übertriebenem Ehrgeiz der Eltern war die Rede. Frühkindliche Bildung schien eine zu früh einsetzende Maßnahme zu sein, die die unbeschwerte Welt des Kindes zerstörte. Selbst im Rahmen meines Studiums zur Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin erlebte ich, dass frühkindliche Förderung etwas Neues und Innovatives zu sein schien. Ein Dozent der Fachhochschule Hannover gab mir zu verstehen, dass diese Thematik wenig mit meinem Studium zu tun hätte.
Mir persönlich war die Wichtigkeit von frühkindlicher Bildung schon lange bewusst, ist das menschliche Gehirn doch nie mehr so plastisch wie in den ersten drei Lebensjahren.
Das Ziel meiner Diplomarbeit ist daher, aktuelle Forschungsergebnisse
zusammenzutragen und daraus neue pädagogische Ansätze und Methoden zu
entwickeln. Vor allem möchte ich die Handlungslegitimation von Sozialer Arbeit an frühkindlichen Bildungsprozessen belegen und Handlungsfelder benennen.
„Bildung ist (...) ein aktiver, komplexer und nie abgeschlossener Prozess, in dessen glücklichem Verlauf eine selbstständige und selbsttätige, problemlösungsfähige und lebenstüchtige Persönlichkeit entstehen kann.“1
Ich beginne damit, den Bildungsbegriff im historischen Kontext zu betrachten. Indem ich den Bezug zur Gegenwart herstelle, werde ich zu einer Definition kommen, die Ausgangspunkt für Bildungsanforderungen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erziehung und Bildung – formen oder befähigen?

3. Neue Herausforderungen in einer sich wandelnden Gesellschaft

3.1. Ein Blick auf unser defizitäres Bildungssystem

4. Frühkindliche Bildung

4.1. Die Entwicklung des menschlichen Gehirns

4.2. Lern- und Bildungsprozesse in der frühen Kindheit

4.2.1. Der kompetente, wählende und aktive Säugling

4.2.2. Wahrnehmung

4.3. Übergeordnete Bildungsziele am Beispiel der zwölf Empfehlungen des „Forum Bildung“

5. Die Kinder- und Jugendhilfe vor neuen Aufgaben

5.1. Die Soziale Arbeit als Handlungsinstrument der Kinder- und Jugendhilfe

6. Die Familie als Bildungsort

6.1. Familienergänzende Angebote der Kinder- und Jugendhilfe

7. Kindertageseinrichtungen als Bildungsinsitutionen

7.1. Bildungsziele für den frühkindlichen Bereich am Beispiel des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans

7.2. Das Neue Verständnis vom Kind

7.3. Handlungsansätze und Methoden zur Unterstützung frühkindlicher Lern- und Bildungsprozesse

7.3.1. Der metakognitive Ansatz

7.3.2. Der projektorientierte Ansatz

7.3.3. Die Projektarbeit

7.3.4. Die Reflexion von kindlichen Bildungsprozessen

7.3.5. Die lösungsorientierte Gesprächsführung

7.4. Neue Herausforderungen für pädagogische Fachkräfte

7.5. Die Qualitätssicherung von Kindertageseinrichtungen

7.5.1. Leitung einer Kindertageseinrichtung

8. Ausblick auf weitere sozialarbeiterische Handlungsfelder

8.1. Soziale Frühwarnsysteme

8.2. Kompetenznetzwerke

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht, wie sich die Soziale Arbeit an frühkindlichen Bildungsprozessen beteiligen kann und inwiefern sie eine Verpflichtung hat, Benachteiligungen in diesem Bereich entgegenzuwirken. Ziel ist es, aktuelle Forschungsergebnisse zusammenzutragen, um neue pädagogische Ansätze und Methoden für die Soziale Arbeit in der Frühpädagogik zu definieren und konkrete Handlungsfelder aufzuzeigen.

  • Frühkindliche Bildung als gesellschaftlicher Auftrag
  • Struktureller Wandel und Herausforderungen für Familien
  • Die Rolle der Kinder- und Jugendhilfe sowie Sozialer Arbeit
  • Qualitätssicherung und neue Methoden in Kindertageseinrichtungen

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Der kompetente, wählende und aktive Säugling

Nachdem in früheren Epochen das Kind als unfertiges Wesen angesehen wurde, haben Ergebnisse der Kleindkindforschung gezeigt, dass bereits Säuglinge über aktiv einflussnehmende und selbstgesteuerte Kompetenzen verfügen. Der „kompetente Säugling“61 ist in der Lage, Beziehungen einzugehen. Er macht sich bemerkbar, ahmt nach und kann durch Zu- oder Abwendung den Kontakt zur Umwelt selbstständig regulieren. Neugeborene können bereits Formen, Umrisse und Linien erkennen, sowie ihre Mutter von anderen Frauen unterscheiden. Sie wenden sich Musik, die sie aus der intrauterinen Lebensphase kennen, zu, erkennen sie also quasi wieder.

Als „wählender Säugling“ ist er - durch seine Gefühlsmuster geleitet - in der Lage, zu entscheiden, ob er bestimmte Erfahrungen wieder erleben möchte oder nicht. Er wendet sich zu oder ab. Diese Stufe ist noch nicht auf logische Denkprozesse zurückzuführen, sondern auf in ähnlichen Situationen gemachte (gefühlte) Erfahrungen. Der Säugling will aktiv sein, er handelt nicht, weil er anderen gefallen möchte oder weil die Umwelt sich ihm aufdrängt. Er wird aktiv, weil er etwas ersehnt oder etwas ablehnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin und die Relevanz der Sozialen Arbeit im Bereich der frühkindlichen Bildung vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Anforderungen.

2. Erziehung und Bildung – formen oder befähigen?: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Begriffe Erziehung und Bildung und stellt den Wandel vom fremdbestimmten Formen hin zur Befähigung zur Selbstbildung dar.

3. Neue Herausforderungen in einer sich wandelnden Gesellschaft: Hier wird der Strukturwandel der Gesellschaft analysiert und aufgezeigt, welche Auswirkungen dieser auf Familien und die Bildungsbiografien von Kindern hat.

4. Frühkindliche Bildung: Das Kapitel widmet sich den neurologischen und psychologischen Grundlagen des frühkindlichen Lernens sowie der Bedeutung von sensiblen Phasen für die Entwicklung.

5. Die Kinder- und Jugendhilfe vor neuen Aufgaben: Der Fokus liegt auf der gesetzlichen Legitimation und den neuen Anforderungen an die Kinder- und Jugendhilfe im Kontext der Bildungsdebatte.

6. Die Familie als Bildungsort: Hier wird die zentrale Rolle der Familie bei der frühkindlichen Bildung erläutert und die Notwendigkeit familienergänzender Angebote diskutiert.

7. Kindertageseinrichtungen als Bildungsinsitutionen: Dieses Kapitel behandelt die veränderte Funktion von Kitas als Bildungseinrichtungen, inklusive Methoden, Qualitätssicherung und Leitungsaufgaben.

8. Ausblick auf weitere sozialarbeiterische Handlungsfelder: Abschließend werden präventive Ansätze wie Frühwarnsysteme und die Vernetzung in Kompetenznetzwerken als zukunftsweisende Handlungsfelder für die Soziale Arbeit vorgestellt.

9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Sozialer Arbeit, Familien und Bildungseinrichtungen zur Förderung von Chancengleichheit.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Frühkindliche Bildung, Jugendhilfe, Bildungsbiografie, Chancengleichheit, Metakognition, Systemtheorie, Familienerziehung, Kindertageseinrichtungen, Projektarbeit, Qualitätssicherung, Prävention, Lebensweltorientierung, Kompetenznetzwerke, Resilienz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Rolle der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung frühkindlicher Bildungsprozesse und der Förderung von Chancengleichheit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen frühkindliche Entwicklung, Familienbildung, Kindertageseinrichtungen, Bildungsreformen und neue Aufgaben der Jugendhilfe.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die Handlungslegitimation der Sozialen Arbeit in Bildungssettings zu belegen und konkrete, methodisch fundierte Handlungsansätze für die Praxis zu entwickeln.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Studien (wie PISA oder NICHD) sowie der Anwendung systemtheoretischer Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die Grundlagen frühkindlicher Lernprozesse, neue Bildungsreformen sowie spezifische Methoden wie den metakognitiven und den projektorientierten Ansatz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Chancengleichheit, Lebensweltorientierung, Kompetenznetzwerke, Frühwarnsysteme und die Neudefinition des Kindes als Akteur seiner Bildung.

Inwiefern ist die "Qualität" von Kitas entscheidend für den späteren Bildungserfolg?

Qualitativ hochwertige Einrichtungen können laut Studie Entwicklungsdefizite kompensieren und legen den Grundstein für eine erfolgreiche Schullaufbahn und dauerhafte Lernmotivation.

Welche Rolle spielt die Leitung in Kindertageseinrichtungen?

Die Leitung koordiniert die Qualitätsentwicklung, führt das Team, sichert die konzeptionelle Arbeit und fungiert als Schnittstelle zur Vernetzung im Gemeinwesen.

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Details

Title
Chancen bilden - Frühkindliche Bildung als gesellschaftlicher Auftrag an die Professionellen der Sozialen Arbeit
College
University of Applied Sciences Hanover  (Diakonie, Gesundheit und Soziales)
Grade
1,0
Author
Jasmin Hamidi (Author)
Publication Year
2006
Pages
86
Catalog Number
V168460
ISBN (eBook)
9783640880591
ISBN (Book)
9783640880782
Language
German
Tags
Frühkindliche Bildungsprozessen Bildungssystem „Forum Bildung“ Soziale Frühwarnsysteme Kompetenznetzwerk Hirnforschung frühkindliches Lernen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jasmin Hamidi (Author), 2006, Chancen bilden - Frühkindliche Bildung als gesellschaftlicher Auftrag an die Professionellen der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168460
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