Die Arbeit beschreibt die Konzeption, didaktische Begründung und Evaluation eines digitalen Lernangebots in Form eines Erklärvideos zur technischen Handhabung neu eingeführter interaktiver Whiteboards an einer Grundschule. Ausgangspunkt ist eine konkrete Praxisproblematik: Das Kollegium erhält neue Boards mit veränderter Software, jedoch ohne begleitende Schulung. Vor dem Hintergrund ungleicher digitaler Kompetenzen im Kollegium und fehlender Fortbildungsstrukturen wird ein bedarfsgerechtes, flexibel nutzbares Lernangebot entwickelt.
Nach einer Analyse von Ausgangssituation, Zielgruppe und Bildungsbedarf leitet die Autorin die Zielsetzung des Lernangebots ab: Lehrkräfte sollen grundlegende technische Kenntnisse und Anwendungssicherheit im Umgang mit der Software erwerben. Das Angebot fokussiert ausdrücklich die technische Ebene, nicht die didaktische Nutzung im Unterricht.
Didaktisch wird das Lernangebot im kognitivistischen Lernverständnis sowie in der Theorie des multimedialen Lernens nach Mayer verortet. Darauf aufbauend werden Gestaltungsprinzipien wie Multimedia-, Kontiguitäts-, Modalitäts-, Redundanz-, Kohärenz- und Personalisierungsprinzip für die Videokonzeption umgesetzt. Das Erklärvideo ist segmentiert, ermöglicht selbstgesteuertes Lernen, kann zeit- und ortsunabhängig genutzt werden und adressiert den heterogenen Kenntnisstand der Lehrkräfte.
Im Anschluss wird ein Evaluationskonzept entwickelt, das die Qualität des Lernangebots mittels einer summativen Evaluation erfasst. Grundlage bildet das Learning Object Review Instrument (LORI). Vier Qualitätsdimensionen werden einbezogen: Inhaltsqualität, Lernzielausrichtung, Motivation und Design. Für jede Dimension werden Indikatoren und Items operationalisiert und in einem standardisierten Online-Fragebogen umgesetzt; angestrebt ist eine Vollerhebung im Kollegium. Die geplante Auswertung sieht deskriptive Kennwerte sowie Reliabilitätsprüfungen (Cronbachs Alpha) vor; Gütekriterien und Forschungsethik werden systematisch berücksichtigt.
In der Schlussbetrachtung betont die Arbeit, dass der reine Technikeinsatz keinen Lernerfolg garantiert; wirksam wird das Medium erst bei ausreichender Kompetenzentwicklung der Lehrkräfte. Das entwickelte Konzept wird als passend und praxisrelevant bewertet, zugleich werden Limitationen (kleine Stichprobe, theoretischer Evaluationscharakter) reflektiert und Hinweise auf weiterführende Wirksamkeitsstudien gegeben.
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- Carolin Bengelsdorf (Author), 2022, Konzeption, Evaluation und Diskussion eines digitalen Lernangebots für interaktive Whiteboards, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1684206