Die Arbeit untersucht, wie das operativ tätige pädagogische Personal an zwei Grundschulen in Vorpommern-Rügen mit E-Learning umgeht und welche Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede dabei sichtbar werden. Ausgangspunkt ist die zunehmende Bedeutung digitaler Medien im Bildungssystem sowie die Frage, inwiefern technische Ausstattung, Kompetenz und schulische Rahmenbedingungen den praktischen Einsatz prägen.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wählt die Autorin einen qualitativen Ansatz: An zwei Grundschulen werden leitfadengestützte Expert*inneninterviews mit je einer Lehrkraft durchgeführt und anschließend mithilfe der Grounded-Theory-Methodologie ausgewertet. Ziel ist keine Generalisierung, sondern ein verstehensorientierter Einblick in konkrete Handlungspraxen.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Umgang mit E-Learning maßgeblich von der technischen Infrastruktur der Schule abhängt. Beide Schulen verfügen zwar über digitale Medien, jedoch in sehr unterschiedlichem Umfang. Fehlende oder unzureichende Ausstattung schränkt Einsatzmöglichkeiten deutlich ein. Zugleich wird deutlich, dass der Einsatz digitaler Medien stark von den individuellen Kompetenzen, Einstellungen und dem Engagement der Lehrkräfte geprägt ist. Strukturierte schulweite Medienkonzepte fehlen in beiden Fällen; Fort- und Weiterbildungen erfolgen überwiegend freiwillig oder informell im Kollegium.
Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass E-Learning weder automatisch lernwirksam noch flächendeckend etabliert ist. Wirkung und Qualität hängen von Kontextbedingungen, didaktischer Gestaltung und professioneller Unterstützung ab. Die Autorin betont daher den Bedarf an besserer technischer Ausstattung, systematischer Qualifizierung des Personals sowie der Entwicklung verbindlicher Medienkonzepte. Gleichzeitig weist sie auf die Limitationen der Studie hin (nur zwei Interviews, fehlende theoretische Sättigung), versteht die Ergebnisse jedoch als wichtigen Impuls für weitere Forschung und Schulentwicklungsprozesse.
- Arbeit zitieren
- Carolin Bengelsdorf (Autor:in), 2021, Praktiken im Umgang mit pädagogisch relevanten Formen der Digitalisierung im Alltag von drei ausgewählten Berufsgruppen des Erziehungs- und Bildungswesens. Eine komparative Studie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1684202