Im Zuge der Globalisierung und der damit verbundenen zunehmenden Internationalisierung der unternehmerischen Aktivitäten sind die Unternehmen neben den sich daraus ergebenden Chancen auch starken Risiken ausgesetzt. Eines dieser Risiken ist insbesondere nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems das Wechselkursrisiko. Gerade die aktuelle Diskussion, beim Treffen der G-20-Staaten in Seoul, über den unterbewerteten Wechselkurs des chinesischen Yuan; zeigt die enorme Bedeutung der Wechselkurse für den internationalen Handel und die Politik. Auf den internationalen Märkten spielt das erfolgreiche Währungsmanagement für ein Unternehmen eine immer größere Rolle. Gerade ein exportorientierter Industriezweig, wie die Automobilindustrie, sieht sich immer stärker dem Wechselkursrisiko ausgesetzt. Durch die Wechselkursschwankungen wird den Unternehmen eine wichtige Kalkulationsgrundlage genommen. Diese Unsicherheit gilt es durch geeignete Instrumente abzusichern. Für ein erfolgreiches Währungsmanagement ist es aber zunächst wichtig die Rahmenbedingungen, wie den Devisenmarkt, die verschiedenen Wechselkurse bzw. das Wechselkurssystem und die verschiedenen Wechselkursrisiken zu kennen. Daher werden in dieser Arbeit zunächst die folgenden Fragenstellungen behandelt. Wie funktioniert der Devisenmarkt? Welche unterschiedlichen Wechselkursrisiken gibt es?
In einem zweiten Schritt werden dann die möglichen Absicherungsinstrumente vorgestellt. Daraus ergibt sich die Frage: Welche Sicherungsinstrumente gibt es und für welche Risiken eignen sich diese besonders? Desweiteren werden die jeweiligen Vor- und Nachteile dieser Instrumente beschrieben.
Darauf folgend wird die Relevanz des Wechselkursrisikos für die deutsche Automobilindustrie anhand der Markt- und Absatzstruktur durch die Frage: Welche Rolle spielt das Wechselkursrisiko für die deutschen Automobilhersteller? erläutert. Abschließend wird das Währungsmanagement durch ein Fallbeispiel der Volkswagen AG in einen praktischen Zusammenhang gebracht, in dem die Frage: Wie geht die Volkswagen AG mit dem Wechselkursrisiko um? untersucht wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Devisenmarkt
2.1 Grundlagen Devisenmarkt
2.2 Grundlagen Wechselkurs und Wechselkursarten
2.3 Wechselkurssysteme
2.4 Leitwährungen
3. Das Management des Wechselkursrisikos
3.1 Das Wechselkursrisiko
3.2 Hedging
3.3 Interne Kurssicherungsinstrumente
3.3.1 Monolaterale Instrumente
3.3.2 Multilaterale Instrumente
3.4 Externe Kurssicherungsinstrumente
3.4.1 Devisentermingeschäft
3.4.2 Devisenfutures
3.4.3 Devisenoption
3.4.4 Devisenkassageschäft und Devisenswap
4. Das Wechselkursrisiko in der Automobilindustrie
4.1 Automobilindustrie: Begriff und Abgrenzung
4.2 Die Relevanz des Wechselkursrisikos für die Automobilindustrie
4.3 Kurssicherungsstrategien in der Automobilindustrie
4.4 Währungsrisikomanagement bei der Volkswagen AG
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Management von Wechselkursrisiken in der Automobilindustrie, um aufzuzeigen, wie Unternehmen durch verschiedene Absicherungsinstrumente und Strategien die negativen Auswirkungen von Währungsschwankungen minimieren können.
- Grundlagen des Devisenmarktes und der Wechselkurssysteme
- Klassifizierung und Analyse verschiedener Wechselkursrisiken
- Interne und externe Kurssicherungsinstrumente (Hedging)
- Relevanz des Währungsrisikos für exportorientierte Automobilhersteller
- Fallbeispiel: Währungsrisikomanagement bei der Volkswagen AG
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Wechselkursrisiko
Das Wechselkursrisiko wird von Wolke folgendermaßen definiert: „Unter dem Wechselkursrisiko wird die negative Abweichung von einer geplanten Zielgröße (Vermögen, Gewinn) aufgrund unsicherer zukünftiger Entwicklungen der Wechselkurse verstanden.“19 Büschgen versteht in dem Wechselkursrisiko, „die Gefahr der Schwankung des Wechselkurses um seinen (erwarteten) Mittelwert.“20 Demnach geht es bei dem Wechselkursrisiko grundsätzlich um zukünftige und unsichere Entwicklungen bzw. Schwankungen der Wechselkurse. Die Auswirkungen sind nach Wolke für das Unternehmen negativ. Büschgen hingegen lässt in diesem Punkt auch Spielraum für eine positive Auswirkung auf das Unternehmen. Es gibt also aus Sicht eines einzelnen Unternehmens sowohl negative als auch positive Wechselkursänderungen. Nach Stocker lassen sich grundsätzlich drei Arten des Wechselkursrisikos unterscheiden, welche im Folgenden näher beschrieben werden: das Translationsrisiko, das Transaktionsrisiko und das Operationsrisiko.21
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Wechselkursrisikos für global agierende Unternehmen ein und erläutert die Forschungsfragen sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Der Devisenmarkt: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise des Devisenmarktes, verschiedene Wechselkursarten und die unterschiedlichen Wechselkurssysteme.
3. Das Management des Wechselkursrisikos: Hier werden die verschiedenen Arten des Wechselkursrisikos definiert und Strategien sowie Instrumente des Hedgings, unterteilt in interne und externe Methoden, vorgestellt.
4. Das Wechselkursrisiko in der Automobilindustrie: Das Kapitel analysiert die spezifische Bedeutung von Wechselkursrisiken für deutsche Automobilhersteller anhand der Marktstruktur und illustriert das Management am Praxisbeispiel der Volkswagen AG.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Diese Sektion fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung eines effizienten Währungsmanagements für die Automobilbranche.
Schlüsselwörter
Wechselkursrisiko, Devisenmarkt, Hedging, Natural Hedging, Transaktionsrisiko, Operationsrisiko, Translationsrisiko, Automobilindustrie, Volkswagen AG, Währungsderivate, Devisentermingeschäft, Devisenoption, Kurssicherung, Globalisierung, Finanzrisikomanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Management von Wechselkursrisiken, insbesondere mit Blick auf die deutsche Automobilindustrie, und untersucht Möglichkeiten zur Risikominimierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Funktionsweise des Devisenmarktes, die Definition von Wechselkursrisiken, Instrumente zur Kurssicherung sowie die praktische Anwendung bei großen Automobilherstellern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, wie Wechselkursrisiken entstehen und welche Sicherungsinstrumente geeignet sind, um die Auswirkungen von Kursschwankungen auf die Kalkulationsgrundlagen von Unternehmen zu begrenzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse sowie eine qualitative Betrachtung von Fallbeispielen aus der industriellen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Absicherungsinstrumente (intern/extern) detailliert beschrieben als auch die spezifische Relevanz und Strategien der Automobilhersteller analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Wechselkursrisiko, Hedging, Automobilindustrie, Währungsderivate und Natural Hedging.
Wie unterscheidet sich Natural Hedging von anderen Sicherungsinstrumenten?
Beim Natural Hedging wird die Wertschöpfungskette selbst in den Absatzmarkt verlagert, anstatt Finanzderivate wie Optionen oder Termingeschäfte zur Absicherung zu nutzen.
Was verdeutlicht das Fallbeispiel der Volkswagen AG?
Das Fallbeispiel zeigt auf, dass Volkswagen eine Kombination aus Financial Hedging und Natural Hedging einsetzt, um Verluste aus Währungsschwankungen erfolgreich abzufedern.
- Quote paper
- Michael Bachner (Author), 2011, Das Management von Wechselkursrisiken in der Automobilindustrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168397